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Global Goals: Die 17 wichtigsten Ziele unserer Zeit

Photo credit: Peter Miller / flickr

Der Countdown läuft: 2015 haben die Vereinten Nationen (UN) 17 Ziele vorgestellt. Bis 2030 sollen sie erreicht werden. Sie nennen sich "nachhaltige Entwicklungsziele" – aber man könnte auch sagen: Die 17 wichtigsten Ziele unserer Zeit!

Die wichtigsten Ziele unserer Zeit also...Wer das Gefühl hat, wir übertreiben, den möchten wir gerne mal kurz beiseite nehmen und Folgendes fragen:

Was glaubst du, sind die größten Probleme, die die Menschheit und unser Planet zu bewältigen haben? 

Unsere Antwort: Armut. Hunger. Ungerechtigkeit. Ungleichheit. Klimawandel. Verschmutzte Meere und aussterbende Tierarten. 
Würde man es mal so richtig aufdröseln, könnte die Liste hier noch stundenlang weitergehen. Leider.

Und was tun wir dagegen? Naja, im besten Fall jede*r das, was er oder sie tun kann. Das gilt für jeden Einzelnen, aber auch für Regierungen, Unternehmen und Organisationen. Einige tun etwas, viele aber auch nicht – oder zumindest nicht genug. Und selbst diejenigen, die aktiv werden, kochen manchmal ihr eigenes Süppchen. Dabei wäre es doch viel besser, gemeinsam an einem Strang zu ziehen und Ziele zu haben, zu deren Erreichen wir alle etwas beitragen können. Ganz egal, ob als Regierung, Unternehmen oder Bürger*in dieser Welt. 

Aus diesem Grund haben die Vereinten Nation die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele ins Leben gerufen. Hier stellen wir sie dir im Schnelldurchlauf vor – und zeigen, wo wir derzeit stehen.


Ziel 1: Armut in jeder Form und überall beenden
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Ambitioniert? Durchaus. Aber definitiv nicht unmöglich! Den Beweis liefern die vergangenen drei Jahrzehnte: Denn in der Zeit von 1999 bis 2013 hat ist der Anteil der in Armut lebenden Menschen von 28 auf elf Prozent gesunken. 

Erfahrt hier, was Bundestagsabgeordneter Sascha Raabe über die Global Goals und vor allem über Ziel Nummer Eins denkt.


Ziel 2: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern
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Die gute Nachricht: Zwischen 2000 und 2017 ist der Hunger in der Welt um 28 Prozent gesunken. Die schlechte Nachricht: Nach Jahren des Rückgangs ist diese Zahl 2017 erstmals wieder angestiegen. Laut Welthungerindex 2019 hungern 822 Millionen Menschen weltweit noch immer. Fast zwei Drittel aller Hungernden leben in Afrika südlich der Sahara und Südasien. Ein Grund mehr, sich dafür stark zu machen, dass es genug Essen für alle Menschen gibt. 


Ziel 3: Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern
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In Sachen Gesundheitsversorgung wurden in den vergangenen Jahren große Fortschritte erzielt. Nach der Ausrottung der Pocken vor rund zwei Jahrzehnten, könnte auch Polio (Kinderlähmung) bald folgen. Nur noch in zwei Ländern – Afghanistan, Pakistan – gibt es noch wilden Polio. Nigeria steht kurz davor, als poliofrei zu gelten. Mit Nachdruck arbeiten globale Fonds und Organisationen gemeinsam daran, alle Kinder zu impfen und dafür zu sorgen, dass diese Krankheit ausgerottet wird. 

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Auch in Sachen Kinder- und Müttersterblichkeit wurden Fortschritte erzielt: Die Müttersterblichkeitsrate ist seit 2000 um 37 Prozent gesunken. Von 2012 bis 2017 wurden weltweit fast 80 Prozent der Lebendgeburten von medizinischem Fachpersonal betreut – im Zeitraum 2000 bis 2005 waren es nur 62 Prozent.


Ziel 4: Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern
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Auch auf die Gefahr hin, dass wir uns hier ständig wiederholen, werden wir nicht müde, es wieder und wieder zu sagen: Bildung ist der Schlüssel für einen Weg aus der Armut! Auch deshalb haben wir uns im Dezember noch einmal mit Aktivisten, Politikern und Musikern auf der Dachterrasse des Bundestages getroffen. Denn trotz erheblicher Fortschritte zwischen 2000 und 2014, gingen 2014 weltweit noch immer neun Prozent der Kinder im Grundschulalter nicht zur Schule – seit 2008 ist dieser Anteil unverändert, heißt es in dem Bericht der UN


Ziel 5: Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen
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Es gibt Länder, in denen dürfen Frauen immer noch nicht wählen, kein eigenes Konto eröffnen oder das Haus ohne Erlaubnis ihres Mannes verlassen. Sie erleben geschlechterbedingte Diskriminierung und sind deutlich häufiger als Männer sexueller Gewalt ausgesetzt. Die Liste ist leider noch um einiges länger. Doch es gibt auch Fortschritte: Kinderheirat ist weltweit zurückgegangen. In Südasien ist das Risiko für Mädchen, im Kindesalter verheiratet zu werden, seit etwa 2000 um mehr als 40 Prozent gesunken, so der UN-Bericht aus 2018.

Und in diesem Sinne muss es weitergehen. Denn wie Ban Ki-Moon einst ganz richtig sagte: "Die Welt wird niemals 100 Prozent ihrer Ziele erreichen, wenn 50 Prozent der Menschen nicht ihr volles Potenzial ausschöpfen können." 


Ziel 6: Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten 
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Wasser, das neue Gold. Denn frisches und sauberes Trinkwasser wird in immer mehr Regionen der Welt zu einem knappen Gut. Statistiken sagen aus, dass weltweit mehr Menschen ein Mobiltelefon besitzen als Zugang zu einer sauberen Toilette zu haben.  

Laut UN-Bericht haben sechs von zehn Menschen keinen Zugang zu einer sich verwalteten Sanitärversorgung und drei von zehn Menschen fehlt der Zugang zu sicher verwaltetem Trinkwasser.


Ziel 7: Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern
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Eine Sache, über die wir hierzulande viel zu wenig nachdenken: Strom. Bei uns kommt er einfach aus der Steckdose. Das sieht in vielen Regionen in Entwicklungsländern anders aus: Über 3 Milliarden Menschen fehlen saubere Brennstoffe und Technologien zum Kochen. Das Licht spenden Kerosinlampen. Wenig oder keinen Strom zu haben, hat einen großen Einfluss auf das alltägliche Leben der Menschen und nicht zuletzt auf die wirtschaftliche Produktivität eines Landes – was entscheidend ist, um am Weltmarkt mitzuhalten. 

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Ziel 8: Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
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Wer arbeitet, trägt auch zum Wachstum seiner Gesellschaft bei. Logisch also, dass jeder die Chance haben sollte, seinen Teil bestmöglichst beizusteuern. Vorurteile wie "das ist ein klassischer Männerjob" wollen wir genauso wenig hören, wie die Debatte, ob Frauen und Männer gleich viel Lohn erhalten sollten (natürlich!). Oder was sagen Sie dazu, Herr Bundestagsabgeordneter Charles M. Huber? Hier klicken, um Herrn Huber und seine Gedanken zu Ziel 8 zu hören.


Ziel 9: Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
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Damit ein besseres Leben für alle möglich ist, muss sich die Lebensqualität jedes Einzelnen verbessern. Dazu gehört auch, dass die Gesellschaft in der jemand lebt, sich weiterentwickelt. Fortschritt für Städte und Länder ist also wichtig, aber bitte so, dass jeder davon profitiert. 

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Ziel 10: Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten verringern
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Starke Ungleichheit innerhalb einer Gesellschaft und auch zwischen Staaten führt zu Problemen, weshalb dieses Ziel es zu Recht auf die Liste der 17 wichtigsten Ziele unserer Zeit geschafft hat. Wir leben alle auf dem gleichen Planeten. Und deshalb sollten auch alle Länder und Menschen ein angemessenes Recht auf Entwicklung, Wachstum und Mitsprache haben. Um extreme Ungleichheit zu überwinden, ist unter anderem Entwicklungszusammenarbeit entscheidend.

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Deshalb ist es so wichtig, dass wohlhabende Staaten wie Deutschland ihr Wort halten, und 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) für Entwicklungszusammenarbeit bereitstellen. Mehr zu Ziel 10 erfahrt ihr hier von Bundestagsabgeordneten Niema Movassat.


Ziel 11: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen
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Heimat ist, wo das Herz ist. Und damit Heimat auch Heimat bleiben kann, sollten wir das schützen, was wir lieben. Städte, Dörfer, Gemeinden - wo immer man ist, sollten die Menschen sich dort wohl und sicher fühlen und sich ein gutes Leben leisten können. Das gilt vor allem auch dann, wenn ein Wohnort von einer Naturkatastrophe heimgesucht wird oder aber Maßnahmen zum Schutz der Umwelt ergriffen werden sollten. Hört hier was Bundestagsabgeordnete Gabriela Heinrich über 'ihr' Ziel zu sagen hat.    

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Ziel 12: Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen
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Weltweit produzieren Industrieländer zusammen 1,5 Mal so viel, wie wir eigentlich bräuchten. Verschwendung in jeglicher Form ist nicht nur teuer, ressourcenverschwendung, umweltschädlich und sinnlos – wenn man sich das vor Augen hält, dann sollten wir uns alle ziemlich fix an die eigene Nase fassen und uns fragen: Lebe ich vielleicht auf zu großem Fuß und was kann ich tun, damit sich das ändert?

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Ziel 13: Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen

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Okay, Teil eins dieses Ziels sagt: Wir müssen was gegen den Klimawandel und seine verheerenden Auswirkungen auf uns und unseren Planeten tun. Das ist schon länger bekannt. Deshalb trat im Jahr 1994 ein zwei Jahre zuvor ausgehandeltes "Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen" (Englisch: United Nations Framework Convention on Climate Change, kurz UNFCCC) in Kraft. Damit hätten wir dann auch Teil zwei (was in Klammern steht) erklärt. Das Ziel Nr. 13 beruft sich also auf das UNFCCC Umweltabkommen als Orientierung, wie der Klimawandel und die globale Erderwärmung zu stoppen ist.   


Ziel 14: Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen
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Unsere Weltmeere verdrecken mehr und mehr und die Auswirkungen daraus bekommt vor allem die Tierwelt schmerzlich zu spüren, aber auch Menschen leiden bereits an den Folgen von Chemikalien und Mikropartikeln im Wasser. Der Schutz unserer Meere und Gewässer bedeutet also nicht nur unsere Umwelt, sondern auch uns.

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Doch leider sieht es derzeit gar nicht gut aus, was die Umsetzung dieses Ziels angeht: Der globale Anteil mariner Fischbestände innerhalb biologisch nachhaltiger Grenzen sank von 1974 bis 2013 von 90 auf 69 Prozent. Studien deuten darauf hin, dass die Qualität der Küstengewässer durch Verschmutzung und Eutrophierung weiter sinkt.


Ziel 15: Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodenverschlechterung stoppen und umkehren und den Biodiversitätsverlust stoppen
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Nachdem der Schutz der Meere mit Ziel 14 abgedeckt ist, kommt hier alles, was sich auf dem Land befindet. Sehr gut, denn hier leben die meisten von uns auch und es wird dringend Zeit, dass wir uns endlich aufrichtig und nachhaltig um den Grund und Boden kümmern, auf dem wir leben – und um alle Lebewesen, die mit uns diesen Planeten teilen. Doch leider gibt es hier einen Abwertstrend: Der Rote-Liste-Index zeigt eine alarmierende Entwicklung in Bezug auf den Rückgang der Biodiversität von Säugetieren, Vögeln, Amphibien und anderen Lebewesen.

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Ziel 16: Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und effektive, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen
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Was ein wenig verschachtelt daherkommt, sagt im Grunde genommen: Jeder Mensch ist frei geboren und sollte sich als freier Mensch auf diesem Planeten bewegen dürfen, geschützt durch eine freie, faire und korruptionslose Rechtssprechung, die jeden Menschen, unabhängig seiner Herkunft und seines Status, gleich behandelt.

Doch was ist in den vergangenen Jahren passiert, damit das auch gelingt? Zwar haben 116 Länder Gesetze und Maßnahmen zur Informationsfreiheit erlassen – mindestens 25 davon in den letzten fünf Jahren –, doch die Durchführung ist nach wie vor eine Herausforderung. Auch der Anteil der nicht verurteilten Inhaftierten blieb in den vergangenen zehn Jahren nahezu konstant.

Hier könnt ihr Bundestagsabgeordnete Heike Hänsels Gedanken zu Ziel 16 sehen und hören. 


Ziel 17: Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederbeleben
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Last but not least: mit "jeder kocht sein eigenes Süppchen" ist hier Schluss. Dieses Ziel will sicherstellen, dass wirklich alle, also Entwicklungs- sowie Industrieländer, aber ebenso Nichtsregierungsorganisationen und Regierungen bis hin zu Unternehmen Hand in Hand zusammenarbeiten. Denn alle Ziele sind miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig, sodass kein Ziel alleine stehen sollte. Eine schöne Zusammenfassung von Bundestagsabgeordneten Uwe Kekeritz. 


17 Ziele, zu denen weitere 169 Unterziele zählen. Diese Unterziele definieren genau, wie das jeweilige Oberziel ausgestaltet werden soll. Wer sich noch genauer informieren möchte, kann das hier tun und hier mit uns aktiv werden, damit diese Ziele Wirklichkeit werden.