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Hunger & Ernährungssicherheit

7 unbequeme Wahrheiten über Lebensmittelverschwendung

Am 28. Mai war Welthungertag und das hat mich natürlich darauf gebracht, mal über Essen nachzudenken. Es ist schon mehr als zweifelhaft wenn man bedenkt, dass auf unserer Welt immer noch über 795 Millionen Menschen tagtäglich hungrig zu Bett gehen, während ich ebenfalls tagtäglich von einem Angebot an Lebensmitteln regelrecht überhäuft werde. Daher wollte ich das Thema Essen mal von einer anderen Seite betrachten und habe euch hier ein paar überraschende Fakten zum Thema Lebensmittelverschwendung zusammengestellt - die uns alle hoffentlich auch zum Nachdenken anregen werden: 

1. Das Problem ist größer als du denkst.

Ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel landet nicht auf dem Teller, sondern im Müll. Ein Drittel! Das muss man sich mal vorstellen! Jahr für Jahr landen allein in Deutschland 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Wert von circa 25 Milliarden Euro im Müll. Damit könnte man ein ganzes Fußballstadion über 4 mal von unten bis oben füllen. Ein Großteil dieser weggeworfenen Lebensmittel - nämlich 6,7 Millionen Tonnen - kommt dabei aus den privaten Haushalten: jeder Deutsche wirft im Durchschnitt jährlich 82kg an Lebensmitteln weg!  

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Stell dir dieses Stadion bis oben hin mit Essen gefüllt vor. Und das vier mal!

2. DAS Beispiel schlecht hin, um das wirtschaftliche Ungleichgewicht unserer Welt zu demonstrieren.

Jedes Jahr werfen Konsumenten in reichen Ländern so viel Essen in den Müll (222 Millionen Tonnen) wie in Schwarzafrika insgesamt produziert wird (230 Millionen Tonnen).
Muss man noch mehr dazu sagen?!

3. Weniger Lebensmittel verschwenden = unserem ganzen Planeten Gutes tun

In jedem einzelnen Lebensmittelprodukt steckt ein immenser Energieaufwand, der für die Produktion, den Transport, die Lagerung und die Vermarktung gebraucht wird. Egal, ob das Produkt letztendlich gegessen wird, oder nicht. Jedes Jahr werden also Milliarden Tonnen an Treibhausgasen in die Atmosphäre freigesetzt - für die Herstellung von Essen, das im Müll landet. Mal abgesehen von den Millionen Litern Wasser, die verschwendet werden.

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4. Auswirkungen auf den Geldbeutel.

Die unter Punkt Eins erwähnten 82 kg Lebensmittel, die jeder Deutsche pro Jahr wegwirft, entsprechen einem Betrag von etwa 235 Euro. Bei einer vierköpfigen Familie wären das 940 Euro! Studien zufolge liegt die größte Ursache der weltweiten Lebensmittelverschwendung darin begründet, dass wir Konsumenten in Supermärkten einfach viel zu viel kaufen.

5. Lebensmittelverschwendung nimmt ungeahnten Einfluss auf Menschen in extremer Armut.

Frisches Trinkwasser wird zunehmend zu einem knappen Gut für uns Menschen. Und der Anteil an Trinkwasser zur Lebensmittelherstellung ist enorm! Umso mehr Nahrung wir also verschwenden, umso mehr kostbares Wasser wird verschwendet. Und die Ärmsten der Armen in unserer Gesellschaft stehen vor der immensen Herausforderung, dass sie sich die steigenden Preise für sauberes Wasser nicht leisten können.  

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6. Umdenken findet statt!

In Großbritannien hat das „Waste & Resources Action Programme“ (WRAP) die Kampagne „Love Food, Hate Waste“ (etwa: „Wer essen liebt, hasst Verschwendung“) durchgeführt - mit dem Ergebnis, dass die Lebensmittelverschwendung in Großbritannien um 21% sank! Ganz abgesehen von dem ganzen Geld, das gespart werden konnte, ist das ein großartiger Anfang für alle…

7. Lebensmittelverschwendung ist etwas, das DU hier und jetzt ändern kannst!!

Sind wir doch ehrlich, es könnte so einfach sein. Wenn wir alle hier und jetzt sofort damit aufhören würden, Essen zu verschwenden und nur noch das kaufen und essen, was wir auch wirklich brauchen - stellt euch mal vor wie viele Ressourcen geschont werden könnten! Wie viele tausende von Menschen in extremer Armut wir vor den Folgen des Klimawandels bewahren könnten. Wie viel Wasser wir sparen würden (die Liste könnte hier jetzt endlos weiter gehen, aber ich denke es ist klar worauf ich hinaus wollte...).

Die Auswirkungen sind also vielfältig! Mach dich doch einfach mal schlau, wie du persönlich vermeiden kannst, nicht zu den Millionen von Tonnen verschwendeter Lebensmitteln beizutragen. Es gibt viele Organisationen, die sich dafür einsetzen, wie zum Beispiel „TASTE THE WASTE”. Auf deren Seite kannst du mehr darüber erfahren, wie du persönlich aktiv werden kannst.