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A midwife in training from The School of Midwifery in Masuba, Makeni examines a woman in Bombali District, Sierra Leone.
Abbie Trayler-Smith/H6 Partners
Frauenrechte

Dieses Geld rettet Schwangeren und Müttern weltweit das Leben

Warum das wichtig ist

In vielen Teilen der Welt mangelt es an elementaren Frauenrechten – dazu gehört auch das Recht auf individuelle Familienplanung und die Aufklärung über sexuelle Gesundheit. Die Global Goals der Vereinten Nationen (UN) wollen das bis 2030 ändern. Werde mit uns aktiv, um die Rechte von Frauen zu stärken.


Die Bekämpfung von Müttersterblichkeit kostet viel Geld und wird laut eines aktuellen Berichts der Vereinten Nationen (UN) noch teurer: Bis 2030 werden sich die jährlichen Kosten von 1,4 Milliarden voraussichtlich auf 7,8 Milliarden US-Dollar versechsfachen.

Das ist das Ergebnis einer Studie des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) und der Johns Hopkins University. In die Berechnungen flossen unter anderem die Gehälter der Angestellten im Gesundheitswesen und die Ausgaben für Medikamente und medizinische Instrumente ein, berichtet der Guardian.


Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA)  
Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UN) ist der weltweit größte Fonds zur Finanzierung von Bevölkerungsprogrammen. Mit diesem Fonds werden Projekte weltweit unterstützt, die sich für die sexuelle und reproduktive Gesundheit, Familienplanung, Bildung,
Gleichberechtigung der Geschlechter und dem Schutz vor Gewalt gegen Frauen und Kinder einsetzen. Mehr dazu hier.

Das “UNFPA Supplies” Programm ist das weltweit größte Versorgungsangebot im Bereich Familienplanung und rettete bereits zehntausenden (werdenden) Müttern das Leben. UNFPA ist vor allem in Ländern aktiv, in denen die Müttersterblichkeitsrate besonders hoch ist.

Müttersterblichkeit ist noch immer ein weltweites Problem. Obwohl in den vergangen Jahren bereits Fortschritte gemacht werden konnten, sind die Statistiken noch immer erschreckend: Täglich sterben 830 Frauen während der Schwangerschaft oder wenige Wochen nach der Schwangerschaft.

Während eine Erhöhung der Gelder notwendig wäre, fielen die finanziellen Zusagen für UNFPA zwischen 2013 und 2017 von 4,4 Milliarden auf 3,9 Milliarden US-Dollar. Deshalb hofft UNFPA, dass die neuen Studienergebnisse ein Warnsignal senden und Regierungen und Privatpersonen in Zukunft mehr Geld zur Verfügung stellen werden.

“Wir wollen den Verantwortlichen die aktuelle Situation vor Augen führen”, sagte Tharanga Godallage, Datenspezialist bei UNFPA, dem Guardian. “Dies ist eine Aufforderung zum Handeln … wir müssen schnell etwas tun, wir haben nur noch elf Jahre Zeit.”

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Der UNFPA warnt außerdem vor einer Verdopplung der Kosten für Schwangerschaftsverhütung: Bis 2030 werden diese von 2,3 Milliarden auf 4,5 Milliarden US-Dollar steigen.

Die USA waren bis 2016 der drittgrößte Geldgeber des UNFPA. Vor Kurzem wurde nun bekannt gegeben, dass die Vereinigten Staaten das dritte Jahr in Folge keine finanzielle Unterstützung anbieten werden. Diese Entscheidung steht im Zusammenhang mit einer generellen Kürzung von Finanzmitteln für die reproduktive Gesundheitsversorgung.

Fast 232 Millionen Frauen und Mädchen haben keinen Zugang zu sexuellen und reproduktiven Gesundheitsdiensten. Viele von ihnen haben geringe finanzielle Mittel und leben in sozioökonomisch schwachen Gebieten, wodurch sie besonders gefährdet sind.

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Auch in den Vereinigten Staaten kann dies beobachtet werden: Zum Beispiel leiden afroamerikanische Frauen im Vergleich zu weißen Amerikanerinnen 12 Mal öfter an Schwangerschaftskomplikationen oder sterben an den Folgen einer Schwangerschaft. Der Grund dafür sind geringe wirtschaftliche Mittel und eine schlechtere Versorgung durch das Gesundheitssystem.

Laut Natalia Kanem, Geschäftsführerin von UNFPA, muss die sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie die Rechte der Frauen in den Fokus gerückt werden, um die Ziele der nachhaltigen Entwicklung der Vereinten Nationen zu erreichen.

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“Wir müssen uns mit der Stärkung von Frauen und ihren Rechten auseinandersetzen”, sagt sie. “Die Ziele für nachhaltige Entwicklung sind anspruchsvoll, aber sie geben die notwendigen Schritte für eine Gesellschaft vor, die überleben und sich entwickeln möchte (…) Die vollständige Gleichstellung der Geschlechter ist natürlich für Frauen ein Gewinn, doch letztlich ist es ein Gewinn für alle Menschen.”