Global Citizen ist eine Gemeinschaft, die aus engagierten Menschen wie dir besteht.

Menschen, die etwas über die größten Herausforderungen der Welt lernen und aktiv werden wollen. Leiste deinen Beitrag, um extreme Armut zu beenden.

People protest racism and hate crimes during a Black Lives Matter demonstration in Sao Goncalo, Brazil, Friday, June 5, 2020.
Silvia Izquierdo/AP
Global Citizen erklärtGerechtigkeit fordern

Wie können wir die Weichen für eine gerechte Welt für alle stellen?


Warum das wichtig ist
Ohne Gleichberechtigung und faire Systeme mangelt es den Menschen, die in Armut leben, an Schutz und Ressourcen für ein friedliches und sicheres Leben. Um extreme Armut zu beenden, fordert die Kampagne “Global Citizen: Recovery Plan for the World” einen weltweiten und auf Gerechtigkeit ausgerichteten Ansatz zur COVID-19-Hilfe. Die Kampagne schließt sich dem Global Goal 16 der Vereinten Nationen an, das auf friedliche und inklusive Gesellschaften zielt.  Werde hier mit uns zu diesem Thema aktiv. 

In einer Welt, in der Menschen aufgrund ihrer Identität oder ihrer sozioökonomischen Hintergründe nicht die gleichen Rechte oder die gleiche Behandlung durch das Rechtssystem gewährt bekommen, ist ein Ende extremer Armut nicht möglich. 

COVID-19 hat die Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten, mit denen Menschen weltweit konfrontiert werden, offengelegt. Um einen systematischen Wandel zu schaffen, muss die kollektive Reaktion auf die Pandemie fair und inklusiv für alle sein. Das bedeutet, dass die Gleichstellung der Geschlechter, die Vermeidung der Diskriminierung von Schwarzen, Indigenen und People of Color (BIPoC), die Rechte von LGBTQ+-Menschen und Menschen mit Behinderung sowie die wirtschaftliche Gerechtigkeit im Vordergrund stehen müssen. 

Die internationale Gemeinschaft verpflichtete sich im Jahr 2015 dazu, die Global Goals der Vereinten Nationen (UN) zu erreichen und so die extreme Armut bis 2030 zu beenden. Ohne dringende Maßnahmen wird die Sicherstellung von Gerechtigkeit sowie der Zugang zu Gesundheitsversorgung, Bildung und Wirtschaft für alle Menschen eine noch größere Herausforderung darstellen. 

Schon vor COVID-19 war die Welt weit davon entfernt, Menschen aller Geschlechter, Herkunft, sexueller Orientierungen und Identitäten sowie Fähigkeiten gleiche Chancen einzuräumen. In Krisenzeiten sind marginalisierte Gruppen am meisten gefährdet: Frauen, BIPoC, LGBTQ+-Menschen, Menschen mit Behinderung und Menschen, die in Armut leben. 

Noch ist es zu früh, um die Auswirkungen von COVID-19 auf die Gesellschaft zu beurteilen. Aber schon jetzt gibt es die Möglichkeit, für Gleichheit und Gerechtigkeit von allen Menschen einzutreten. 

Aus diesem Grund müssen Staats- und Regierungschef*innen, Unternehmen, Philanthrop*innen, Aktivist*innen und Global Citizens aktiv werden. 

3 Dinge, die du über Gleichheit und Gerechtigkeit wissen solltest: 

  • Menschen, die in extremer Armut leben, sind besonders von Kriminalität und Missbrauch bedroht. Sie sind ohne rechtlichen Schutz anfälliger für den Verlust von Eigentum und Besitz an Land, für Ausbeutung (die oftmals in Gewalt mündet) und für andere langfristige Nachteile. 
  • Marginalisierte Gruppen und gefährdete Gemeinschaften – einschließlich Frauen, LGBTQ+-Menschen, Schwarze und Menschen mit Behinderungen – sind unverhältnismäßig stark von Fragen der Gleichberechtigung und Gerechtigkeit betroffen, vor allem, wenn es um Armut, Diskriminierung, Vorurteile, mangelnde Bildung und Alphabetisierung geht. Dadurch werden sie daran gehindert, an der Gesellschaft teilzunehmen und sind dem Risiko weiterer Marginalisierung ausgesetzt. 
  • Vor der COVID-19-Pandemie hatten fünf Milliarden Menschen weltweit keinen Zugang zur Justiz, fast 1,5 Milliarden hatten ein ungelöstes rechtliches Problem. Um gerechte Ergebnisse für alle zu erzielen und zu verhindern, dass Fortschritte zunichte gemacht werden, muss die globale Antwort auf COVID-19 ein personenzentriertes Justizsystem sein.

Wie wirken sich Ungleichheit und Ungerechtigkeit auf Menschen weltweit aus? 

Wir können keine nachhaltige Gesellschaft schaffen, solange der Zugang zur Justiz von der Identität oder der finanziellen Situation eines Menschen abhängt.

Marginalisierte Gruppen benötigen mehr Schutz und Unterstützung: 

So ergeht es auch vielen Frauen, da sie häufiger in Armut leben als Männer. In vielen Ländern werden Gesetze zu geschlechtsspezifischer Gewalt nicht durchgesetzt. Zudem melden Frauen viele Taten nicht, da sie die anhaltende Stigmatisierung und die Art und Weise, wie derartige Taten oftmals behandelt werden, davon abhalten. Die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie erschweren es Frauen, sich den Schutz oder die juristische Hilfe, die sie benötigen, zu besorgen. 

Viele Frauen werden aus dem Berufsleben gedrängt, weil sie mehr Betreuungsaufgaben übernehmen und das Virus Branchen, wie etwa die Gesundheitsversorgung in denen mehr Frauen arbeiten, unverhältnismäßig stark getroffen hat. Zudem sind Frauen vermehrt von häuslicher Gewalt, der sogenannten “Schattenpandemie” betroffen. Da immer mehr Frauen zu Hause mit ihren Tätern in Quarantäne bleiben, geht man von einem weltweiten Anstieg von häuslicher Gewalt aus. In Mexiko beispielsweise gibt es eine steigende Zahl an Femiziden. Außerdem stieg dort im Jahr 2020 die Zahl der Anrufe, bei denen von Fällen häuslicher Gewalt berichtet wurde, um mehr als 30 Prozent. Der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) erwartet, dass die Zahl der Kinderehen und der weiblichen Genitalverstümmelungen steigen wird. Durch die Pandemie sind alleine 500.000 Mädchen zusätzlich von Kinderehen bedroht – denn ihre Familien brauchen das Geld. 

Auch LQBTQ+-Menschen sind einer zunehmenden Kriminalisierung und Misshandlung durch die Strafverfolgungsbehörden ausgesetzt. Durch die Pandemie verlieren sie häufig die Unterstützung durch Organisationen und Initiativen, die ihnen beim Überleben helfen. COVID-19 hat die Arbeit und damit auch den Zugang zu Gesundheits- und Sozialdiensten von LGBTQ+-Menschen in einem noch höheren Maß als ohnehin schon bedroht. Dadurch sind ihr Wohlbefinden und ihre Sicherheit noch stärker gefährdet als vor der Pandemie. So führte beispielsweise die ungarische Regierung im Mai 2020 ein Gesetz ein, das Transgender-Menschen rechtlich nicht mehr anerkennt. Gleich in mehreren Ländern nehmen Polizeibeamt*innen insbesondere LGBTQ+-Menschen unter dem Vorwand der Verletzung von Social-Distancing und Quarantäne-Regelungen fest. In Südkorea wurden LGBTQ+-Menschen beschuldigt, COVID-19 zu verbreiten. 

Menschen mit Behinderung werden schon lange an ihren Arbeitsplätzen, durch die Gesundheitssysteme und im täglichen Leben diskriminiert. Doch nun wird die ungleiche Behandlung und Versorgung weiter verstärkt. Weltweit gibt es rund eine Milliarde Menschen mit Behinderung – 80 Prozent davon leben in Ländern mit niedrigem Einkommen und sind besonders stark von Gewalt, Vernachlässigung und Misshandlung betroffen. Einige Länder diskriminieren Menschen mit Behinderungen bei der COVID-19-Behandlung, wie der UN berichtete.

Diskriminierung und Ungleichbehandlung aufgrund von Religion und Herkunft kommen in vielen Ländern unverhältnismäßig häufig vor.BIPoC haben global gesehen einen schlechteren Zugang zu medizinischer Versorgung und leben häufiger in Armut als weiße Menschen. Dadurch sind sie auch stärker von COVID-19 betroffen und brauchen länger, um sich wirtschaftlich von den Folgen der Pandemie zu erholen. 

Für BIPoC stellen überfüllte Wohnungen, Umweltrisiken, Arbeitsplätze, an denen sie dem Virus stärker ausgesetzt sind und die Diskriminierung in den Gesundheitssystemen ein höheres Risiko in der Pandemie dar als für weiße Menschen. So ist die Wahrscheinlichkeit, in den USA an COVID-19 zu sterben, für schwarze Amerikaner*innen doppelt so hoch wie für andere Menschen. Das liegt an den sozialen Bedingungen im Land und strukturellem Rassismus. Beides hat dazu geführt, dass die Menschen einen schlechten Zugang zu einer Gesundheitsversorgung und häufig Vorerkrankungen haben. Doch diese Art von Diskriminierung ist auch in anderen Ländern zu beobachten. So haben in der brasilianischen Stadt São Paulo BIPoC ein um 62 Prozent höheres Risiko als andere Menschen an dem Virus zu sterben. In Großbritannien versterben Menschen pakistanischer und bangladescher Herkunft doppelt so oft wie weiße Menschen.

Wenige Monate nach Beginn der Pandemie im Jahr 2020 geriet das Rassismusproblem im Zuge der Black Lives Matter-Bewegung einmal mehr in den Fokus der Öffentlichkeit. Dem vorausgegangen war der gewaltvolle Tod des Schwarzen George Floyd durch einen weißen Polizeibeamten. Auf der ganzen Welt gingen Menschen auf die Straße, um Institutionen, Regierungen und Gemeinden für die unfairen und brutalen Angriffe auf BIPoC, insbesondere auf Schwarze, in die Verantwortung zu ziehen. Für die Proteste in den USA und die Forderung nach dem Ende des strukturellen Rassismus gab es weltweit Unterstützung. Auch die #EndSARS-Bewegung, die sich in Nigeria für das Ende von Polizeigewalt einsetzt, ist weltweit gewachsen. 

Nachdem die Menschen Druck ausgeübt haben, wartet die Welt darauf, dass die Staats- und Regierungschef*innen handeln. 

Was können wir tun, um eine Welt zu schaffen, die auf Gleichheit und Gerechtigkeit basiert? 

Der Schlüssel zur Beendigung der Pandemie und dem Ende von extremer Armut ist ein COVID-19-Aktionsplan, der Gleichheit und Gerechtigkeit in den Vordergrund stellt. 

Das Global Goal Nummer 16 für Frieden, Gerechtigkeit und Gleichheit will diese Ziele für alle erreichen, indem jegliche Formen von Gewalt und damit verbundene Todesfälle reduziert, Missbrauch, Ausbeutung und Handel mit Kindern beendet, die Rechtsstaatlichkeit gefördert, organisiertes Verbrechen bekämpft und Korruption verringert wird. Es müssen transparente Institutionen geschaffen und eine inklusive Entscheidungsfindung sichergestellt werden sowie die Beteiligung der Länder mit niedrigem Einkommen an den Institutionen der weltweiten Regierungen gestärkt werden. 

Dafür muss sich jede*r einsetzen – egal ob es sich um Regierungen, Unternehmen, Philanthrop*innen, Aktivist*innen oder Global Citizens handelt. 

Mit der Kampagne “Recovery Plan for the World” will Global Citizen 250 Millionen US-Dollar (rund 206 Millionen Euro) sammeln, um Organisationen zu unterstützen, die sich für globale Gerechtigkeit einsetzen und Menschenrechte fördern. 

Das Equity Response Network setzt sich aus Partnerorganisationen zusammen. Diese helfen dabei, das Ziel zu erreichen. Das Netzwerk selbst setzt sich aktiv für die Gleichberechtigung von Geschlechtern, für ein Ende der Diskriminierung von BIPoC, LQBTQ+-Menschen und Menschen mit Behinderung und die Reform der Strafjustizen ein. 

Die Business Leaders for Justice Coalition ist eine Zusammenarbeit mit den Pathfinders for Peaceful, Just, and Inclusive Societies, der National Legal Aid and Defender Association und der Responsible Business Initiative for Justice, um so auch den privaten Sektor für den Einsatz für Gerechtigkeit zu gewinnen. 


Über die Kampagne:

“Global Citizen: Recovery Plan for the World – Ein Aktionsplan für eine gerechte Welt nach der Pandemie” ist unsere Kampagne für das Jahr 2021, mit der wir dazu aufrufen, die COVID-19-Krise gemeinsam zu bewältigen und die Weichen für eine gerechte Welt zu stellen. Mit einer Serie von (digitalen) Events wollen wir Global Citizens, politische Entscheidungsträger*innen, Künstler*innen, Philanthrop*innen, und CEOs mit Pop und Politik zusammenbringen. Denn nur gemeinsam können wir die Pandemie besiegen, die Hungerkrise ein für allemal beenden und allen Kindern überall Zugang zu Bildung ermöglichen, für Gerechtigkeit sorgen und die Klimakrise aufhalten. Schließe dich unserer Kampagne an und werde hier aktiv.