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Demonstrators kneel in a moment of silence outside the Long Beach Police Department on Sunday, May 31, 2020, in Long Beach during a protest over the death of George Floyd.
Ashley Landis/AP
Citizenship

6 Möglichkeiten, wie du jetzt sofort gegen Rassismus aktiv werden kannst

Warum das wichtig ist
Diskriminierung aufgrund von Rassismus ist ein Problem, das rund um die Welt existiert. Es gefährdet und bedroht die Gesundheit und das Leben von Menschen. Zielsetzung der Global Goals der Vereinten Nationen ist unter anderem, bis 2030 Ungleichheit zu reduzieren und Chancengleichheit erhöhen. Werde hier mit uns aktiv.

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Seit Tagen gehen hunderttausende Menschen in den USA und weltweit auf die Straße, um gegen Rassismus, Ungerechtigkeit und Polizeigewalt in den USA zu protestieren. 

Zeitgleich wachsen die Forderungen nach tiefgreifenden, strukturellen Veränderungen weiter – um Masseninhaftierungen zu beenden, das Polizeiwesen in den USA und anderswo zu reformieren, in Schwarze Gemeinden zu investieren und vieles mehr. 

Obwohl die Proteste durch die Morde an George Floyd, Tony McDade, Breonna Taylor, Ahmaud Arbery und zahllosen anderen ausgelöst wurden, werden sie durch jahrhundertelange Gewalt und systematische Diskriminierung angefacht.

Die Menschen, die auf der Straße demonstrieren und auf Social Media protestieren, rufen auf zu mehr Solidarität. Die Forderung: rassistische Ungleichheit ein für alle Mal beenden. 

Hier sind sechs Ideen, wie du jetzt aktiv werden kannst.

1. Gerechtigkeit jenseits von Herkunft und Hautfarbe unterstützen – und zwar jeden Tag. 

“Racial justice” ist die systematische faire Behandlung aller Menschen unabhängig von ihrer Rasse, Hautfarbe und Herkunft, um gleiche Chancen für alle zu schaffen.

"Jeder Tag bietet uns 1.000 verschiedene Möglichkeiten, uns für ‘Racial Justice’ zu entscheiden", sagte Key Jackson, Senior Director of Movement and Capacity Building bei der Organisation Race Forward, gegenüber Global Citizen. "Wenn man nicht in der Lage ist, auf der Straße zu sein, gibt es 1.000 verschiedene Möglichkeiten, wie man unterstützen kann."

Eine Möglichkeit sei es, institutionelle und strukturelle Veränderungen voranzutreiben, so Jackson. Man könne damit beginnen, eine Liste zu erstellen und Wahlmöglichkeiten rund um die Arbeit zu prüfen, über die man selbst die Entscheidungsgewalt hat. Man solle sein Verhalten beobachten: Wessen E-Mails beantworte ich am schnellsten, mit wem vereinbare ich Gespräche, an wen wende ich mich, wenn ich eine Frage habe. Diese Entscheidungen zu notieren kann dabei helfen, sicherzustellen, dass man die Stimmen von People of Color (PoC) hört und einbezieht. 

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Sich selbst regelmäßig einen Reminder zu stellen und eine Zeit zu blocken, kann helfen, das Vorgenommene durchzuhalten. Man kann beispielsweise jeden Tag eine Stunde dafür blocken, um Studien zu lesen oder sich anders mit dem Thema zu beschäftigen. 

Auch seine persönlichen Alltagsentscheidungen sollte man hinterfragen, wenn man für Gleichberechtigung einstehen möchte: Welche Organisationen unterstütze ich, wem spende ich Geld? Kaufe ich bei Läden ein, die Schwarzen gehören? 

Zwar ist die Schwarze Community in den USA deutlich größer, als in Deutschland – doch auch hier gibt es Diversität – afrikanische Supermärkte, Friseurläden und Unternehmen, die von People of Color betrieben werden. Im ersten Schritt, sollte man die Augen dafür öffnen, neue Geschäfte erspähen und mal einen Fuß in die Tür setzen. 

"Wenn wir das tun, leisten wir einen weiteren Beitrag, um die Schwarze Community in dieser Zeit zu unterstützen”, sagt Jackson. 

2. Informiere dich! 

Bildung spielt immer eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, Dinge zu verändern, sagt Shakti Butler, Vorsitzender und Gründer der Organisation World Trust, die für soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung kämpft. 

“Menschen müssen viele Dinge tun”, sagt Butler gegenüber Global Citizen. “Sie müssen sich selbst weiterbilden. Sie müssen gewillt sein, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein und die Wahrheit nicht leugnen.”

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“Basierend auf dieser Bildung müssen sie sich mit anderen Menschen zusammen tun, die das Gleiche machen und dann entscheiden: Wie machen wir die Welt zu einem besseren Ort? Wir müssen verstehen, was Veränderungen sind, wie sie erfolgen und uns zusammentun, um Veränderungen anzustoßen – auch wenn es nur kleine Veränderungen sind”, sagt Butler. 

Weiße müssen sich ihrer Privilegien bewusst werden. Es gebe ein Dutzend verschiedene Wege wie man das Thema angehen könne, sagt Jackson. Podcasts hören, Artikel und Studien lesen – das alles würde helfen. 

3. Spende Geld

Hilfreich sind auch Geldspenden an Organisationen, die insbesondere von People of Color geleitet werden und zum Thema Antirassismus arbeiten. In Deutschland kann man beispielsweise an die Organisationen Initiative Schwarze Menschen (ISD Bund), Each One Teach One oder Kop Berlin spenden, die sich gegen Racial Profiling einsetzt. 

In den USA gibt es zudem das große Problem mit dem in vielen Bundesstaaten geltendem Kautionsrecht, auf Englisch: “Cash Bail”. Ein Straftäter, der angeklagt ist, kann unter bestimmten Auflagen die Untersuchungshaft vermeiden und sich bis zu seinem Prozess “freikaufen”, wenn er eine Kaution hinterlegt. Die Summe wird meist von dem Richter festgelegt. Das führt zu großer sozialer ungerecht und bevorzuge die Reichen. Kalifornien schaffte das System als erster US-Bundesstaat 2018 ab. Doch in vielen anderen Bundesstaaten ist es noch immer Gang und Gebe. 

Deshalb lohnt es sich, auch an sogenannte “Bail Funds” zu spenden, die diejenigen unterstützen sollen, die die Kaution nicht selbst bezahlen können. 

"Bail Funds sind Initiativen, mit denen versucht wird, sofort in die Kriminalisierung der Armut und in die Idee einzugreifen, dass Menschen nur dann frei sein können, wenn sie das Geld haben, um aus der Armut herauszukommen", sagt Jackson.

"Demonstranten sollten nicht festsitzen. Niemand sollte in einem Käfig sitzen, weil er es sich nicht leisten kann, aus dem Käfig herauszukommen", sagte Jackson.

Das Bail Project rief eine nationale Notfall-Hotline für Rettungsaktionen ins Leben, die jeder anrufen kann, um einen Freund oder ein Familienmitglied zu retten.

Du kannst auch direkt an Familien von Menschen spenden, die von der Polizei getötet wurden. Die Familien von George Floyd, Tony McDade, Ahmaud Arbery und zahllosen anderen Menschen, die von der Polizei ermordet wurden, brauchen finanzielle Unterstützung, um juristische und andere Rechnungen bezahlen zu können.

4. Führe schwierige Gespräche. 

Vielleicht einer der wichtigsten Tipps: Redet miteinander, führt komplexe Gespräche und Debatten. Die Organisation Amnesty International empfiehlt Menschen, Rassismus auch als diesen zu benennen, wenn sie ihn sehen - und ihn zu verurteilen.

"Dieser Moment bietet uns die Gelegenheit, Gespräche zu führen, die wir noch nie zuvor geführt haben, um tiefer zu gehen und bereit zu sein, uns selbst zu drängen, zu drängen und gedrängt zu werden”, sagt Jackson.

Also: Rede mit deinen Freundinnen, Bekannten und Nachbarn, mit deinen Kommiliton*innen und Professorinnen und lese und kommentiere auf Social Media!

5. Geh wählen und werde politisch aktiv! 

Ganz egal, ob bei Kommunalwahlen, Bundestagswahlen oder Europawahlen: Jede Stimme zählt! Wählen zu gehen ist so entscheidend für politische Teilhabe und Mitbestimmung. Mit Wahlen können wir dafür sorgen, Ungerechtigkeit zu adressieren und zu mindern. 

Aber auch über Wahlen hinaus gibt es viele Wege, politisch aktiv zu werden. Man kann in eine Partei eintreten oder auch Online aktiv werden, indem man Petitionen unterschreibt, E-Mails an Abgeordnete verschickt oder Tweets versendet, in denen man Politiker*innen zum Handeln auffordert. Genau das kannst du mit Global Citizen tun: Auf unserer Plattform findest du Aktionen zu Themen rund um die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, mit dem Ziel bis 2030 extreme Armut zu beenden und für eine gerechtere Welt zu sorgen. 

Die Organisation Color of Change empfiehlt außerdem, die Petition #JusticeForFloyd zu unterschreiben, um die Polizisten, die für den Tod von George Floyd (mit-)verantwortlich sind, zur Rechenschaft gezogen werden. 

6. Geh demonstrieren! 

Demonstrationen sind seit jeher ein kraftvolles Instrument, um für Menschenrechte zu kämpfen. Egal, ob gegen rechte Gewalt in Deutschland, gegen Polizeigewalt in den USA oder gegen Apartheid in Südafrika: In der Geschichte von Menschenrechtsbewegungen aber auch bis in die jüngste Vergangenheit spielen Demonstrationen eine wichtige Rolle. 

Während der derzeitigen Pandemie und den geltenden Versammlungsbeschränkungen ist es natürlich schwieriger als sonst. Achte also auf die geltenden Kontakt- und Versammlungsbestimmungen in deinem (Bundes-)Land sowie auf das Tragen einer Maske, wo dies erforderlich ist. 

Und zu guter Letzt: Setze ein Zeichen, zeige Solidarität – jetzt sofort!