Global Citizen ist eine Gemeinschaft, die aus engagierten Menschen wie dir besteht.

Menschen, die etwas über die größten Herausforderungen der Welt lernen und aktiv werden wollen. Leiste deinen Beitrag, um extreme Armut zu beenden.

People demonstrate on the street to protest against police brutality in Lagos, Nigeria Oct. 18, 2020.
Sunday Alamba/AP
AdvocacyCitizenship

#EndSARS: Momente der Hoffnung bei den Protesten gegen Polizeigewalt in Nigeria – und was du tun kannst

Warum das wichtig ist
Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen sind Voraussetzung, damit wir die Global Goals erreichen können: Seit mehreren Wochen kommt es in Nigeria zu heftigen Protesten gegen Polizeigewalt. Dutzende Zivilist*innen und Sicherheitskräfte sind gestorben. Aber es gibt auch berührende Momente der Solidarität – und Dinge, die du jetzt tun kannst um die Menschen in Nigeria zu unterstützen. 

Seit Jahren wird der Unmut in der Bevölkerung über die Gewalt durch die Special-Anti-Robbery-Squad (kurz SARS) lauter. SARS ist eine Einheit der nigerianischen Polizei, die in den frühen 90er Jahren gegründet worden, da Nigeria ein großes Sicherheitsproblem hatte. Doch heute, so das Argument vieler Menschen aus Nigeria, gibt es dieses Sicherheitsproblem nicht mehr. 

Stattdessen geht Gefahr von der SARS aus: Die Truppe wurde im Laufe der Jahre immer wieder dabei gefilmt, wie sie Menschen schlägt oder auf sie schießt

Menschenrechtsorganisationen beklagen die Brutalität und Korruption der Elite-Einheit SARS seit langem. In den vergangenen dreieinhalb Jahren seien mindestens 82 junge Nigerianer von SARS-Beamten getötet worden, so berichtet Amnesty International. Doch die SARS-Offizieren wurden bisher nicht zur Verantwortung gezogen.

Zum ersten Mal tauchte der Hashtag #ENDSARS 2017 auf. Mehrere Menschen berichteten in sozialen Netzwerken davon, wie sie von "Sicherheitskräften" der SARS erpresst, belästigt oder entführt wurden. 

In Nigeria wird unabhängige Berichterstattung oft unterdrückt. Hoffnung gibt es trotzdem:

Die Proteste in Nigeria sind in den vergangenen Wochen zunehmend in den europäischen Medien aufgegriffen worden – und auch in den sozialen Medien gibt es weltweit (prominente) Unterstützung. Twitter-CEO Jack Dorsey und Prominente wie  Wale, Quavo, John Boyega und Elsa Majimbo globale Medien und Tausende von Nigerianer*innen in der Diaspora nutzten den Hashtag und zeigten sich solidarisch. Der Hashtag #ENDSARS ging viral. 

Und nicht nur das: Die sozialen Medien haben auch zu herzerwärmenden Aktionen des Zusammenhalts beigetragen: Nachdem der Arzt Chinonso Egemba (alias "Aproko Doctor") am 17. Oktober auf Twitter das Bild von Jane Obiene, einer jungen, einbeinigen Demonstrantin veröffentlichte, die auf Krücken unterwegs war und seine Community fragte: Können wir diese Demonstrantin finden und ihr eine Beinprothese besorgen?

Das Ergebnis: In von weniger als 48 Stunden kamen mehr als N7.5 Millionen (Mehr als 17.000 Euro) zusammen – und damit mehr als 500 Mal so viel, wie er eigentlich angepeilt hatte. 

So bekam nicht nur Jane Obiene eine Prothese, sondern auch Charles Nnaman, der sagte, dass Beamte der nigerianischen Polizei seine Prothesen zerbrochen hätten.

Ähnliche Geschichten 13. Oktober 2020 #ENDSARS: Deswegen organisieren junge Nigerianer*innen via Social Media Proteste gegen Polizeigewalt

Ein anderer Demonstrant wurde durch ein Video auf Twitter bekannt, in dem er bitterlich weinte, als er erklärte, wie er grundlos angegriffen und sein Auto kaputt gemacht wurde, als er auf dem Weg zu seiner schwangeren Frau war. 

Doch auch diese Geschichte hatte ein Happy End: Innerhalb weniger Stunden fanden ihn junge Nigerianer auf Twitter und starteten eine Spendenkampagne, um Yemis beschädigtes Auto zu reparieren und seine Frau und sein Kind zu unterstützen.

Und auch du kannst helfen. Hier sind drei Möglichkeiten: 

1. Informiere dich!

Wie bei vielen Bewegungen gibt es auch rund um #EndSARS eine Menge Fehlinformationen und falsche Berichterstattung. Deshalb ist es wichtig, genau informiert zu sein und Quellen kritisch zu hinterfragen. Da die #EndSARS-Bewegung online begann, sind die Hashtags ein guter Ausgangspunkt. 

Es gibt auch Erklärvideos über die #EndSARS-Bewegung. Außerdem wurde eine Website eingerichtet, um die Berichte über die brutalen Erfahrungen der nigerianischen Jugend durch die Polizei zu dokumentieren. Hier findest du einen Hintergrundartikel von Global Citizen und hier einen weiteren zu den aktuellsten Geschehnissen (Englisch). 

2. Nutze deine Stimme!

Als der Hashtag 2017 erstmals viral ging, wurde der #EndSARS-Protest durch organische Aktionen von Tausenden junger Nigerianer*innen in sozialen Medien unterstützt. Es war ein Mittel, mit dem sie die Aufmerksamkeit der Welt auf die Polizeibrutalität in Afrikas bevölkerungsreichster Nation lenkten.

Dasselbe gilt für die heutigen Proteste. Der Hashtag hat sich zu einem Trend entwickelt: Bis Freitag, den 16. Oktober, gab es fast 3,3 Millionen Tweets mit 744.000 Retweets von Beiträgen, die den #EndSARS-Hashtag enthielten. Auch du kannst deine Stimme nutzen und in den sozialen Medien - oder in privaten Gesprächen – Freund*innen und Familie über dieses Thema informieren, Quellen und lesenswerte Artikel teilen oder Posts teilen. 

3. Werde mit Global Citizen aktiv! 

Auch als und mit Global Citizen kannst du deine Stimme nutzen. Nimm an unserer Twitter-Aktion teil, um die #ENDSARS-Bewegung zu unterstützen und die Polizeigewalt in Nigeria und die jüngsten Angriffe auf friedliche Demonstrant*innen kritisieren. 

Denn Polizeigewalt ist immer ein Problem: Sie verletzt nicht nur Menschen, sondern verhindert auch, dass wir die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (UN) bis 2030 erreichen können – insbesondere Ziel Nummer 16: Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen.