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13 Errungenschaften, die die Welt in 2016 ein Stückchen besser gemacht haben

Ein weiteres Jahr neigt sich dem Ende zu. Ein Jahr, das viele Höhen und (vielleicht sogar noch mehr...) Tiefen gesehen hat: der für viele unerwartete  Ausgang der US-Wahlen , die britische Abstimmung über den Brexit , der nahezu unausprechliche  Horror in Aleppo  bis hin zum ersten offiziellen Aussterben eines Säugetiers aufgrund des Klimawandels .

Okay. All diese negativen Nachrichten dürfen allerdings nicht in Vergessenheit geraten lassen, dass das Jahr 2016 auch einige gute Neuigkeiten hervorgebracht hat. Im August zum Beispiel, als Indien ein Milliarden-Bauprojekt gestoppt hat , um ein Stück Regenwald und die darin beheimateten Tiger zu schützen. Oder als sich die Starbucks-Kette in Amerika dazu entschloss, 100% seiner ungenutzten Lebensmittel an Hilfsorganisationen zu spenden. 

Diese und weitere positive Schlagzeilen haben die Welt im Jahr 2016 definitiv ein Stückchen besser gemacht! 


1. In Simbabwe sind Ehen mit Minderjährigen verboten worden

Simbabwe hat im Januar dieses Jahres ein Gesetz für ungültig erklärt, das Mädchen erlaubte, mit der Zustimmung der Eltern ab 16 Jahren heiraten zu dürfen. Grund für die Gesetzesänderung war die Klage zweier Frauen, die als Jugendliche zwangsverheiratet wurden und ohne Chance auf Schul- und Ausbildung ein Leben in extremer Armut und Abhängigkeit von ihren Ehemännern führen mussten.

Die neue Regelung hat das offizielle Alter für eine Heirat landesweit auf 18 Jahre angehoben. Hoffentlich wird die Gesetzesänderung im neuen Jahr Vorbild für viele weitere Staaten sein, in denen die Zahl der Zwangsehen mit Minderjährigen noch immer zu hoch ist.

Mehr Lesen: Simbabwe verbietet ab sofort Hochzeiten von Minderjährigen

2. Frankreich hat Magermodel vom Laufsteg verbannt

2016 wurden die Laufstege der Modemetropolen in Paris, Mailand, London und New York endlich um einiges vielfältiger. Dazu beigetragen haben nicht zuletzt Gesetze wie in Frankreich - dort wird seit diesem Jahr vorschreiben, dass der Body-Mass-Index eines Laufstegmodels im Normalbereich liegen oder aber ein Attest eines Arztes vorliegen muss. Wenn sich die Modelagenturen nicht daran halten, erwartet sie eine Freiheitsstrafe oder aber ein Bußgeld in Höhe von 75.000 Euro.

Dieses Jahr lief auch Reshma zum ersten Mal als Model auf der New Yorker Fashion Week. Reshma überlebte vor zwei Jahren einen schlimmen Säureangriff - doch sie kämpfte sich zurück ins Leben und konnte sich dieses Jahr ihren persönlichen Traum, auf einer internationalen Modeshow mitzulaufen, verwirklichen.

3. In Frankreich ist es Supermärkten jetzt verboten, noch essbare Lebensmittel einfach wegzuschmeißen 

Dieses Gesetz ist ein großer Gewinn, wenn es um Lebensmittelverschwendung geht. Denn Frankreich hat dieses Jahr ein neues Gesetz verabschiedet, das es Supermärkten verbietet, Lebensmittel einfach so in die Tonne zu werfen. Durch das neue Gesetz müssen alle Supermärkte in Frankreich nun ihre unverkauften Lebensmittel an Tafeln und andere Hilfsorganisationen spenden. In Zahlen heißt das: 10 Millionen Gerichte mehr für die, die in Frankreich hungern müssen.

4. Keine umweltschädlichen Alu-Kaffeekapseln mehr für die Stadt Hamburg

Coffee podsImage: Flickr: Joe Shlabotnik

Großartige Nachrichten kamen auch aus dem Norden des Landes: Die Stadt Hamburg hat seinen Mitarbeitern dieses Jahr verboten, auf Staatskosten Alu-Kaffeekapseln zu kaufen. Hinzu kommen auch noch weitere Verbote wie zum Beispiel der Verzicht auf Mineralwasser aus Einwegflaschen. Damit dürfte dem deutschen Alu- und Plastikmüllberg, der sich jährlich auf stolze 4.000 Tonnen auftürmt, zumindest schon einmal die Gipfelspitze fehlen.

5. In Barcelona wurden 60% des Stadtbezirks zur Autofreien Zone erklärt

Barcelona SuperblockImage: Illustration: BCNecologia

Barcelona war dieses Jahr in Sachen Klimaschutz ganz vorne dabei. Denn die spanische Stadt war es leid, dass die Bewohner so sehr unter der hohen Luftverschmutzung leiden mussten. Jährlich starben 3.500 Menschen an den Folgen der hohen Feinstaubbelastung. Deshalb entschied sie sich dazu, bestimmte Zonen der Stadt komplett für Autos zu sperren. Diese Zonen heißen 'Superblocks', umfassen neun Häuserblocks und werden seit diesem September in Gärten, Markt- und Spielplätze umgewandelt. „Damit gewinnen wir die Straßen für die Menschen von Barcelona zurück”, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin Janet Saiz Cid gegenüber der New York Times.

Und auch weitere Städte rund um den Erdball haben tolle Ideen, wie sie mit der hohen Feinstaubbelastung fertig werden können.

Mehr Lesen: Mehr Platz für Menschen statt für Autos. Diese Städte zeigen wie's geht

6. In Frankreich sind E-Mails nach Feierabend verboten worden

Sind wir mal ehrlich: heutzutage wir starren wir immer häufiger stundenland auf Computerbildschirme, um zu arbeiten, die Nachrichten zu lesen, zu chatten oder einfach nur zu spielen. Junge Menschen haben laut einer Umfrage in den USA dieses Jahr allein ganze 6,3 Stunden damit verbracht, ihre E-Mails zu checken. 

Frankreich will seinen Bürgern jetzt wieder ein bisschen mehr Zeit schenken - ein neues Gesetz verbietet nun, dass E-Mails, die die Arbeit betreffen, nach Feierabend verschickt werden dürfen. Bleibt zu hoffen, dass die Menschen ihre Aufmerksamkeit wieder auf etwas anderes lenken statt dem Bildschirms (und die Praktik vielleicht auch bei uns die Runde macht).

7. Londons neuer Bürgermeister hat sexistische Werbung in der U-Bahn verboten

„Schon die perfekte Strandfigur erreicht?” hieß es dieses Jahr auf einem auffallend gelben Plakat in der Londoner U-Bahn. Daneben: eine schlanke, blonde Frau im Bikini, die Werbung für Pillen zur Gewichtsabnahme machte. ‘Das ist nicht in Ordnung’, dachte sich der neue Bürgermeister Sadiq Khan, der Anfang Mai das Regiment in der englischen Hauptstadt übernahm. Kurz nach Amtsantritt mussten deshalb alle Plakate mit sexistischer Werbung wieder abmontiert werden.

London hat keinen Platz für Werbung, die „Menschen - vor allem Frauen - erniedrigt”. Da hast du vollkommen recht, Sadiq Khan!

8. In Marokko sind Plastiktüten verboten worden

2016 war auch das Jahr, in dem sich Marokko offiziell von der Plastiktüte verabschiedete. Damit zog Marokko mit anderen Ländern wie Uganda, Somalia, Ruanda, Botswana, Südafrika und Äthiopien gleichauf, denn in allen Ländern heißt es: Bye Bye Plastic Bags!

Mehr Lesen: Voller Körpereinsatz: So überzeugten diese zwei Mädchen die Regierung, Plastiktüten zu verbieten

9. Großbritannien beschloss, den Einsatz von Mikrokügelchen ab 2017 zu verbieten​

Ein großer Gewinn für die Meere und Ozeane dieser Welt: Großbritannien hat im September ein neues Gesetz verabschiedet, das den Gebrauch von Mikroperlen oder Mikrokügelchen in Kosmetik und Körperpflegeprodukten ab 2017 verbietet. Hurra!

Denn vielen Menschen ist überhaupt nicht bewusst, wie schädlich Mikroperlen für die Umwelt sind. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Regierungen Initiative ergreifen und sich für ein Verbot stark machen. Andrea Leadsom, Ministerin für Umwelt, Ernährung und Landwirtschaft sagte dazu: „Viele Menschen wären schockiert, wenn sie wüssten, wie sehr die Gesichtscreme oder die Zahnpasta, die in ihrem Badezimmer steht, der Umwelt schadet. Jedes Produkt, das Mikrokügelchen beinhaltet trägt dazu bei, dass noch mehr Plastikteilchen unsere Ozeane verschmutzen.”

Mehr Lesen: Spitze! Großbritannien verbietet ab 2017 Mikrokügelchen in allen Pflegeprodukten

10. San Francisco verbannt Styropor

StyrofoamImage: Flickr: David Gilford

Die kalifornische Stadt San Francisco hat schon häufiger bewiesen, dass sie in Sachen Klimaschutz die Nase vorn hat. Dieses Jahr hat die Regierung nun dem Styropor den Kampf angesagt. Denn Styropor ist ein besonders klimaschädlicher Kunststoff - es ist schwierig zu recyclen, braucht sehr lange Zeit, bis es sich komplett zersetzt hat und landet häufig im Ozean, weil es so leicht ist und schnell in kleine Teile zerbröselt. Als wäre das nicht schon schlimm genug, verwechseln viele Meeresbewohner und Vögel das herumschwimmende Styropor mit Futter, fressen das Zeug und 'verhungern' dann elendig, da sie sich zwar satt fühlen, aber kein echtes, nahrhaftes Futter in ihren Bäuchen haben.   

Ab 2017 wird Styropor deshaln aus dem Stadtbild San Franciscos verschwinden. Großartig!

11. Frankreich verbietet Plastikgeschirr ab 2020

Und wieder Frankreich! Das französische Umweltministerium war in diesem Jahr offenbar besonders fleißig und hat alles daran gesetzt, das Land noch umweltbewusster und lebenswerter zu machen.

Im August hat die Regierung festgelegt, dass Plastikgeschirr ab 2020 nicht mehr erlaubt sein wird. Jep. Richtig gehört. Ab 2020 muss man seinen Grillabend in Frankreich anders planen.

Das neue Gesetz kommt nicht von ungefähr: jedes Jahr werden in Frankreich 4,73 Milliarden Plastikbecher weggeschmissen. Nur ca. 1% davon wird allerdings recycelt. So häuft sich schnell ein ziemlich großer Plastikberg an. Zeit also, dass dieses Gesetz in Kraft tritt.

Mehr Lesen: Vorbildlich! Frankreich verbietet Plastikgeschirr ab 2020

12. Italien hat offiziell festgelegt: unverkaufte Lebensmittel müssen gespendet werden

Italiens Idee, Lebensmittelverschwendung den Kampf anzusagen, unterscheidet sich von Frankreichs Vorgehensweise. Statt die Supermärkte mit Geldbußen zu bestrafen, will Italien den Lebensmittelhändlern, die ihre Lebensmittel an Hilfsorganisationen und Tafeln spenden, Steuervorteile einräumen.

Beide Modelle lassen aber hoffen, dass sowohl in Italien als auch in Frankreich, weniger Lebensmittel verschwendet werden.

13. Pakistan belegt ‘Ehrenmorde’ endlich mit Gefängnisstrafe​

Qandeel Baloch2.jpgImage: Facebook / Qandeel Baloch

Im Oktober hat die Regierung Pakistans beschlossen, seine Gesetze in Bezug auf Ehrenmorde zu verschärfen und Gesetzeslücken zu schließen, so dass Täter nicht mehr so leicht von ihrer Schuld freigesprochen werden können.

Die #LevelTheLaw-Kampagne von Global Citizen und CHIME FOR CHANGE zusammen mit 'Equality Now' hatte sich für das neue Gesetz in Pakistan eingesetzt. Diesen Sommer konnte die Kampagne noch mehr Global Citizens mobilisieren, so dass mehr als 22.000 Unterschriften für die #levelthelaw-Petition zusammen kamen und insgesamt 31.000 Global Citizens aktiv wurden.

Mehr Lesen: 'Ehrenmorde' in Pakistan werden endlich mit Gefängnisstrafe belegt


Das war also das Jahr 2016. Die Welt konnte vieles erreichen, aber natürlich lässt das neue Jahr auch noch reichlich Platz noch oben offen, um noch erfolgreicher zu sein. Packen wir's an. :)