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Frauenrechte

'Ehrenmorde' in Pakistan werden endlich mit Gefängnisstrafe belegt

Facebook / Qandeel Baloch

Erfolgreicher Durchbruch! Pakistans Regierung hat beschlossen, seine Gesetze in Bezug auf Ehrenmorde zu verschärfen und Gesetzeslücken zu schließen, so dass Täter nicht mehr so leicht von ihrer Schuld freigesprochen werden können.

Dies ist ein lang ersehnter Sieg, der vor allem von denen gefeiert wird, die jahrelang gegen die grausamen Morde an Frauen zur angeblichen Wiederherstellung der Familienehre gekämpft haben.

Laut des pakistanischen Nachrichtensenders Saama TV wird ab sofort jeder, der einen Ehrenmord begeht, mindestens zu einer Gefängnisstrafe von 25 Jahren verurteilt. Der Mörder kann zusätzlich auch zum Tode verurteilt werden. Die Familie des Opfers kann den Täter zwar immer noch 'begnadigen' und so vor dem Tod schützen, einen Einfluss auf die garantierte Gefängnisstrafe von 25 Jahren wird dies aber nicht mehr haben - anders als in den vergangenen Jahren, in denen ein Täter auf freiem Fuß war, sobald die Familie des Opfers ihm offiziell für seine Tat vergeben hatte.

Laut einer pakistanischen Aktivistengruppe werden in Pakistan jeden Tag drei Ehrenmorde an Frauen verübt.


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Die #LevelTheLaw-Kampagne von Global Citizen und CHIME FOR CHANGE zusammen mit 'Equality Now' hatte sich ebenfalls für das neue Gesetz in Pakistan eingesetzt. Diesen Sommer konnte die Kampagne noch mehr Global Citizens mobilisieren, so dass mehr als 22.000 Unterschriften für die #levelthelaw-Petition zusammen kamen und insgesamt 31.000 Global Citizens aktiv wurden.

Leider wurden die weltweiten Aktivitäten von dem Tod des Social Media Stars Qandeel Baloch überschattet. Qandeel wurde von ihrem eigenen Bruder getötet, weil dieser nicht mit dem offenen Lebenstil seiner Schwester einverstanden war, den er als 'Verletzung der Familienehre' empfand.

Die Nachricht über den Tod von Qandeel war ein Schock für Pakistan und die ganze Welt und führte zu internationalen Diskussionen über Ehrenmorde.

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Nach Qandeels Tod versprach der pakistanische Premierminister Nawaz Sharif, Gesetzeslücken wie der Begnadigung des Täters durch die Familie der Opfer zu schließen.

Die Oscar-nominierte Produzentin Sharmeen Obaid-Chinoy, Beiratsmitglied von Global Citizens Partner CHIME FOR CHANGE, produzierte einen kurzen Film über die Eltern Qandeels, die vor der Kamera darum baten, das Gesetz endlich zu ändern. Qandeels Vater will auch seinen eigenen Sohn für den Tod seiner Tochter zur Rechenschaft ziehen.


Sharmeen Obaid-Chinoys Film wurde vergangenen Monat auch auf dem Global Citizen Festival in New York gezeigt. CHIME FOR CHANGEs Mitbegründerin Salma Hayek-Pinault sagt vor der Filmaufführung auf der Bühne: „Es ist heutzutage schon sehr erschreckend, dass das Gesetz es zulässt, dass Familienangehörige mit einem Mord davonkommen, entweder, weil er als Ehrenmord angesehen wird, oder, weil die Familie des Opfers ihn begnadigt”.

„Hier bei CHIME FOR CHANGE arbeiten wir mit mutigen und brillanten Frauen zusammen, die zum Teil ihr Leben aufs Spiel setzen, um die Welt über Probleme und Ungerechtigkeiten wie Ehrenmorde aufzuklären”, sagt Salma Hayek Pinault über Sharmeen.

Für uns hier bei Global Citizen ist es erleichternd und motivierend zu sehen, dass weltweite Anstrengungen zu solchen Ergebnissen und zu lange überfälliger Gerechtigkeit führen. Danke, Global Citizens auf der ganzen Welt!