Sunday träumt davon, Anwältin zu werden

Autor:
Franziska Lange

Sunday Harriet in Uganda

Warum das wichtig ist
Erstmals seit 22 Jahren steigt die Zahl der in extremer Armut lebenden Menschen wieder an. Sie müssen von weniger als 1,70 Euro am Tag leben. Die Folgen der Klimakrise und der COVID-19-Pandemie treffen die Ärmsten der Welt am härtesten. Die vergangenen Monate hätten nicht deutlicher zeigen können, dass es jetzt eine entscheidende Kurskorrektur braucht, um die Welt nach der Pandemie für alle Menschen gerecht und nachhaltig zu gestalten. Werde mit uns aktiv, um Politiker*innen an ihre Verantwortung zu erinnern. Denn deine Stimme kann Zukunft schaffen!

Sunday Harriet ist 11 Jahre alt und lebt in einem Flüchtlingslager im Norden Ugandas, Ostafrika. Als Kind erlitt Sunday eine schwere Ohreninfektion, wodurch sie schwerhörig wurde. Mit dieser Behinderung war es für die 11-Jährige nach der Flucht schwierig, in der Schule Schritt zu halten. Denn auch wenn es im Flüchtlingscamp eine Schule gab, brachte diese Sunday nicht weiter – denn sie konnte schlichtweg nicht hören, was ihre neuen Lehrer*innen erklärten.

"Ich konnte nicht hören, was die Lehrer*innen während des Unterrichts sagten. Früher [in meiner alten Schule] wurde ich von den Lehrer*innen extra nach vorne gesetzt, weil ich nicht gut gehört habe.“

Education Cannot Wait (ECW) ist ein weltweiter Fonds unter der Leitung von UNICEF, der sich unter anderem um Kinder wie Sunday kümmert. Mit speziellen Partnern vor Ort sorgt ECW dafür, dass alle Kinder – unabhängig ihrer Herkunft, Religion, ihres Geschlechts oder einer Behinderung – ihr Recht auf Bildung wahrnehmen können. In Sundays Fall war es die Unterstützung der AVSI-Stiftung, die auf Bildung, Gesundheit und Geschlechtergerechtigkeit fokussiert ist und die es dem Mädchen ermöglichte, Spezialist*innen aufzusuchen, um den Grad ihrer Behinderung festzustellen und eine geeignete Lösung zu finden. Die Empfehlung eines Hals-Nasen-Ohren-Spezialisten in der Stadt Gulu im Norden Ugandas sorgte dann dafür, dass Sunday endlich ein passendes Hörgerät bekam und seitdem wieder richtig am Unterricht teilnehmen kann.

In der Schule trifft Sunday ihre Freund*innen. Die Lieblingsfächer der Viertklässlerin sind Englisch und Mathematik. Und auch ihr Berufswunsch steht schon fest: Sie möchte Anwältin werden, um anderen zu helfen.


"Jetzt höre ich sehr gut und verstehe die Erklärungen der Lehrer*innen. Meine Lieblingsfächer sind Englisch und Mathematik. Ich möchte Anwältin werden, damit ich Menschen helfen kann."

Kinder in Krisen und Konflikten haben ein Recht auf Bildung

Weltweit konnten schon vor der Corona-Pandemie 75 Millionen Kinder aufgrund von Krisen und Konflikten nicht zur Schule gehen. Aus diesem Grund hat es sich ECW seit seiner Gründung 2016 zum Ziel gesetzt, alle Kinder – vor allem solche in Krisen und Konfliktregionen – mit hochwertiger Bildung zu erreichen. Für Kinder in Ausnahmesituationen bietet eine Schule einen sicheren Zufluchtsort, an dem sie nicht nur lernen können, sondern darüber hinaus warme Mahlzeiten, Zugang zu sauberem Wasser und Gesundheitsversorgung bekommen. Ein Alltag ermöglicht es ihnen, Freund*innen zu treffen und einfach Kind sein zu können.

Die COVID-19-Pandemie verschärft die Problematik

Die Schulschließungen zur Eindämmung des Coronavirus haben weltweit über eine Milliarde Schüler*innen betroffen. Für Kinder in armen Ländern und diejenigen, die schon vor der Pandemie einen erschwerten Zugang zu Bildung hatten, sind die Auswirkungen jedoch bedrohlich. Expert*innen befürchten, dass viele Millionen Kinder dem Unterricht für immer fernbleiben. Viele Mädchen wurden im Zuge der Krise zwangsverheiratet, andere Kinder müssen durch Kinderarbeit zum Lebensunterhalt der Familien beitragen. Eine traurige Realität gegen die wir unbedingt aktiv werden müssen!

Deine Stimme kann #ZukunftSchaffen!

Indem du dich dafür einsetzt, dass Deutschland mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe bereitstellt, kannst du dafür sorgen, dass die wichtige Arbeit von Education Cannot Wait ausgeweitet werden kann. Denn Bildung ist ein Menschenrecht und für viele Millionen Kinder weltweit geht es hier und jetzt um ihre Zukunft.