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Hunger & Ernährungssicherheit

10 Mythen über den Hunger

Hunger ist eines der größten Probleme unserer Weltgemeinschaft, aber es gibt viel zu viele falsche Vorstellungen über das Problem und wie es zu lösen wäre. Wir zeigen dir was wirklich an den 10 weit verbreitetsten Mythen über Hunger dran ist.

Mythos 1: In meinem eigenen Land gibt es zu viele hungrige Menschen, um mir über den Hunger anderswo Sorgen zu machen.

Wirklichkeit: Auf der Welt leidet einer von sieben Menschen an Hunger und das bedeutet, dass einer von sieben Menschen nicht arbeiten, lernen oder sein volles Potenzial ausschöpfen kann. Das betrifft uns alle. Hunger verlangsamt den Fortschritt in wichtigen Bereichen die Nationen verbinden, einschließlich Sicherheit.

Mythos 2: Es gibt andere, drängendere globale Probleme als Hunger.

Wirklichkeit: Wenn Bevölkerungen hungern, leiden Wirtschaftssysteme, kämpfen Menschen, und Bauern können nicht effektiv genug Nahrungsmittel anbauen. Wir müssen den Hunger in den Griff bekommen um in der Lage zu sein, Umwelt-, Wirtschafts- und Sicherheitsprobleme zu lösen.

Mythos 3: Es gibt nicht genug Nahrungsmittel für alle Menschen.

Wirklichkeit: Es gibt genug Nahrungsmittel für alle Menschen weltweit, aber aufgrund schlechter Regierungsführung und einer fehlenden effektiven Verteilung leiden Millionen Menschen Hunger. Um dies zu ändern müssen wir Kleinbauer unterstützen und sicherstellen, dass  das Thema 'Ernährungssicherheit'  auf der globalen Agenda Priorität genießt.

Mythos 4: Das Hungerproblem ist gelöst, wenn alle Menschen genug zu essen haben.

Wirklichkeit: Bei Hunger geht es nicht nur um die Quantität der Nahrungsmittel, sondern um die Qualität. Wenn jemand dreimal täglich eine Schale Reis erhält, ist diese Person dann hungrig in dem Sinne, wie wir das Wort verstehen? Wahrscheinlich nicht. Aber ist diese Person auch gut ernährt? Erhält sie die richtigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralien um gesund zu wachsen, klar zu denken und sich entwickeln zu können? Auf keinen Fall. Eine gesunde Ernährung bedeutet die richtige Kombination an Nährstoffen und Kalorien, die für eine gesunde Entwicklung erforderlich sind. Das ist besonders wichtig für Säuglinge, Schwangere und Kleinkinder um eine normale, gesunde Entwicklung zu gewährleisten.

Mythos 5: Dürren und andere Naturkatastrophen sind für den Hunger verantwortlich.

Wirklichkeit: Die Natur ist nur einer der Faktoren, der sich auf den globalen Hunger auswirkt. Es stimmt zwar, dass das Wetter und die Tierwelt verheerende Schäden an Nutzpflanzen anrichten können, doch ebenso können Gemeinschaften, die in der Lage sind, Bewässerungssysteme, Lagerstätten und Verbindungstraßen zu Märkten zu bauen, ihre Ernten steigern. Das bedeutet, dass Menschen sogar Dürreperioden überleben können. Der Anteil an Ernährungskrisen, die auf menschliche Ursachen zurückzuführen sind, hat sich seit 1992 mehr als verdoppelt. Häufige Ursache für die schlimmsten Ernährungskrisen sind heutzutage meist Konflikte.

Mythos 6: Hunger bricht aus, wenn in Geschäften und auf Märkten keine Nahrungsmittel mehr erhältlich sind.

Wirklichkeit: Menschen können Hunger leiden, selbst wenn es um sie herum viele Nahrungsmittel gibt. Häufig ist es eine Frage des Zugangs – Menschen können sich keine Nahrungsmittel leisten oder gelangen nicht zu lokalen Märkten. Eine Möglichkeit der Hilfe sind Barüberweisungen und elektronische Gutscheine, so dass Menschen nahrhafte Lebensmittel auf lokalen Märkten kaufen können.

Mythos 7: Alle Hunger leidenden Menschen der Welt leben in Afrika.

Wirklichkeit: Von den fast einer Milliarde Menschen die an Hunger leiden, lebt über die Hälfte in Asien und in der Pazifik Region. Hunger ist ebenfalls ein ernstes Problem in den USA, wo 50 Millionen Menschen von Nahrungsmittelunsicherheit betroffen sind.

Mythos 8: Hunger und Hungersnöte sind schwer vorhersehbar und man kann sich nicht darauf vorbereiten.

Wirklichkeit: Es gibt Mittel zur Überwachung und Vorhersage von Trends bei der Nahrungsmittelproduktion sowie bei den Nahrungsmittelpreisen. Beispielsweise analysiert das Hunger-Frühwarnsystem „Famine Early Warning System Network” (FEWS NET) meteorologische und wirtschaftliche Faktoren, um die Welt vor der Entstehung einer möglichen Hungersnot zu warnen.

Mythos 9: Hunger ist ein Problem das nur den Gesundheitssektor betrifft.

Wirklichkeit: Hunger wirkt sich auch auf die Bildung und Wirtschaft aus. Hungrige Kinder haben Probleme sich zu konzentrieren, zu lernen oder zur Schule zu kommen. Ohne Bildung haben sie eine sehr schwere Zukunft und können nicht zum Wachstum ihrer Volkswirtschaft beitragen. Eine Studie in Guatemala zeigte, dass Jungen, die vor ihrem dritten Lebensjahr angereicherte Nahrungsmittel bekamen, im Vergleich zu einer anderen Kontrollgruppe später ein um 46 Prozent höheres Gehalt erhielten.

Mythos 10: Menschen sind nur in Notsituationen oder während Katastrophen hungrig.

Wirklichkeit: Notsituationen sind nur für acht Prozent der Hungrigen dieser Welt verantwortlich. Es gibt auf der Welt ungefähr eine Milliarde hungernder Menschen, die nicht in den Schlagzeilen erscheinen und doch jeden Abend hungrig schlafen gehen. Deshalb sind langfristige Anstrengungen wie Schulessenprogramme so wichtig.