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Umweltschutz

Großartiges Vorhaben: Costa Rica verkündet Verbot von fossilen Brennstoffen

Der neue Präsident von Costa Rica, Carlos Alvarado, verkündete letzte Woche Mittwoch, dass er fossile Brennstoffe im Land verbieten will. Diese Entscheidung macht das Land zu einem wichtigen Vorreiter im globalen Kampf gegen den Klimawandel.

Mehr als 2.000 Menschen drängten sich auf der Plaza de la Democracia in der Hauptstadt San Jose, um Zeugen der historischen Ankündigung zu werden. Alvarado, der am 8. Mai dieses Jahres offiziell sein Amt antrat, machte sein Engagement für die Umwelt deutlich, indem er in einem wasserstoffbetriebenen Bus vorfuhr. 

„Dekarbonisierung zählt zu den großen Aufgaben unserer Generation und Costa Rica muss eines der ersten Länder auf der Welt sein, das diese Aufgabe schafft - wenn nicht sogar das erste“, sagte Alvarado während der Veranstaltung.

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„Wir haben die gigantische [...] Aufgabe, die Nutzung fossiler Brennstoffe aus unserer Wirtschaft zu verbannen, um Platz für den Einsatz sauberer und erneuerbarer Energien zu schaffen“, fügte er hinzu.

Konkrete Details dieses Plans wurden zwar noch nicht veröffentlicht, doch Costa Rica hatte sich schon lange dazu verpflichtet, fossile Brennstoffe abzuschaffen, berichtet der Independent.

Das Land bezieht aktuell bereits mehr als 99 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Energien und konnte im vergangenen Jahr für die Stromerzeugung sogar 300 Tage ganz ohne fossile Brennstoffe auskommen. 

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Der enorme Erfolg in der Entwicklung erneuerbarer Energien in Costa Rica ist allerdings kein Zufall. Die geographisch günstige Lage des Landes macht es möglich, dass 78,26 Prozent der Energie aus Wasserkraft stammt. Die relativ kleine Bevölkerung des Landes verbraucht zudem nicht viel Energie und die Führung des Landes hat längst erkannt, wie wichtig der Kampf gegen den Klimawandel ist.

Lange bevor das Pariser Klimaabkommen Länder dazu verpflichtete, CO2-neutrale Ziele zu berücksichtigen, hat Costa Rica bereits im Jahr 2011 ein solches Ziel für 2021 festgelegt. 

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Die neue Ankündigung von Alvarado unterstreicht einmal mehr, in welche Richtung das Land gehen will. Auch wenn man hier genau unterscheiden sollte. Denn CO2-Neutralität und der komplette Verzicht auf fossile Brennstoffe erscheinen auf den ersten Blick als ähnliche Ziele, es handelt sich aber um zwei ganz unterschiedliche Dinge. 

CO2-neutral zu werden würde bedeuten, dass Costa Rica seine Nettoemissionen auf Null reduziert. Das heißt, das Land müsste in Maßnahmen investieren, die Kohlenstoff aktiv abbauen - also Bäume pflanzen, Feuchtgebiete ausbauen und Kohlenstoff absorbierende Technologien entwickeln.

Das Verbot fossiler Brennstoffe hingegen bedeutet, dass Costa Rica die CO2-Emissionen vollständig eliminieren will - ein Ziel, das viel schwieriger zu erreichen ist. 

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Um das zu schaffen, muss das Land zum Beispiel den Betrieb aller benzinbetriebenen Autos, Busse und Boote verbieten – eine Maßnahme, vor der sich bisher jedes andere Land gescheut hat.

Länder wie China, Indien, Frankreich, Großbritannien und Norwegen haben zwar Pläne angekündigt, den zukünftigenVerkauf von benzinbetriebenen Autos verbieten zu wollen, aber kein anderes Land hat bisher davon gesprochen, existierende CO2-emittierende Fahrzeuge komplett von der Straße zu nehmen.

Costa Ricas Vorhaben sind im Vergleich zu dem, was andere Länder im Kampf gegen den Klimawandel tun und planen, durchaus beachtlich. Sogar umfassender als das derzeitige Pariser Klimaabkommen, das vorsieht, die Begrenzung der menschengemachten globalen Erwärmung auf deutlich unter 2 °C gegenüber vorindustriellen Werten zu halten (zumindest aber haben alle Länder der Welt - mit Ausnahme der USA - dem Abkommen zugestimmt). 

Costa Ricas Ziele im Kampf gegen den Klimawandel und Alvarados wasserstoffbetriebenen Bus, kann man sich also durchaus zum Vorbild nehmen.   

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