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Umweltschutz

Dieses verfluchte Palmöl: Die wahren Gründe, warum man es meiden sollte

  • Die Hauptanbauländer von Ölpalmen sind Indonesien und Malaysia. Mehr als 85 Prozent werden dort angebaut.

  • Seit mehr als 100 Jahren werden Ölpalmen systematisch gezüchtet. Heute ist die Ölpalme die ertragreichste Ölpflanze der Erde.

  • Palmöl ist günstig und vielseitig einsetzbar: Vom Treibstoff über Lebensmittel bis zu Kosmetika und Seife.

Es ist nichts Neues: Palmölkonsum zerstört unsere Erde. Regenwälder werden abgeholzt und brandgerodet. Orang-Utans, Nashörner und Elefanten verlieren so ihren natürlichen Lebensraum.

In den vergangenen Jahren war nichts anderes so sehr für die Zerstörung der indonesischen Wälder verantwortlich wie Palmöl, sagt der dortige Greenpeace-Aktivist Bustar Maitar.

Statt natürlichen Wäldern entstehen Monokulturen – Ölpalmen wachsen in Reih und Glied. Vor allem in Indonesien und Malaysia: Mehr als 85 Prozent der weltweiten Palmöl-Produktion kommen von dort. Die größten Abnehmer sind Indien, gefolgt von der EU, China und Pakistan.

Palmöl steckt in fast jedem zweiten Supermarktprodukt.

Laut WWF verbraucht Deutschland pro Jahr rund 1,8 Millionen Tonnen Palmöl. Rund 40 Prozent geht in Biodiesel, weitere 40 Prozent stecken in Nahrungs- und Futtermitteln. 

Das Pflanzenöl findet sich in Margarine und Pizza, in Schokoriegeln und Lippenstift, in Waschmittel, Seife und Eiscreme. Doch das erstaunliche Fazit von der Umweltstiftung WWF ist: „Ein Boykott von Palmöl wird das Problem nicht lösen“, so die Sprecherin Ilka Petersen. Und auch alternative Öle seien nicht besser.

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Würde sich zum Beispiel Kokosöl durchsetzen, müssten Dutzende zusätzliche Plantagen in den Philippinen und Indonesien geschaffen werden. Gleiches gilt für Soja in Lateinamerika.

Außerdem brauchen andere ölbringende Pflanzen deutlich mehr Platz: Während sich auf einer Fläche von einem Hektar 3,3 Tonnen Palmöl gewinnen lassen, liegt der Ertrag von Raps-, Kokos- und Sonnenblumenöl bei nur 0,7 Tonnen. Bei Sojapflanzen liegt der Ertrag bei nur 0,4 Tonnen Öl pro Hektar. Somit würde viel mehr Fläche gebraucht werden, um die gleiche Menge Öl zu produzieren. 

Und auch das Gütesiegel bringt weniger, als man denkt.

Leider. Denn das vom WWF ins Leben gerufene RSPO-Siegel ist kein Öko-Label, wie der WWF selbst betont.

RSPO steht für „The Roundtable of Sustainable Palm Oil", also ein „Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl". Um das RSPO-Siegel zu erhalten, gibt es Mindestanforderungen, die etwa Wälder, Tiere und Eigentumsrechte schützen sollen. Mittlerweile sind etwa ein Fünftel der Palmölprodukte RSPO-zertifiziert. 

Was also könnte jeder von uns tun?

Statt aus zertifiziertes Palmöl zurückzugreifen oder es durch ein anderes Öl zu ersetzen, empfiehlt der WWF, den Konsum von Pflanzenöl insgesamt zu reduzieren. Und das geht so: Weniger Fertiggerichte wie Pizza und Lasagne. Weniger Schokolade, Süßigkeiten und Knabberzeug.  

Ja, das klingt hart. Aber es ist nicht unmöglich! Ein umsichtiger Umgang mit Pflanzenöl fördert nicht nur die eigene gesunde Ernährung, sondern ist auch verdammt gut für die Umwelt.