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Gesundheit

Warum wir eine flächendeckende Ausbreitung des Coronavirus in den Entwicklungsländern um jeden Preis verhindern müssen

Warum das wichtig ist:
Menschen, die hungern oder in Armut leben, sind dem Coronavirus besonders schutzlos ausgeliefert. Sie haben oft keine andere Wahl, als ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen, denn sie kämpfen ohnehin jeden Tag um ihr Überleben. Um Millionen von Todesopfern in Entwicklungsländern weltweit zu verhindern, muss die Weltgemeinschaft ihre finanzielle und humanitäre Hilfe jetzt aufstocken. Werde jetzt mit uns aktiv, um die Ärmsten weltweit zu schützen.

Hilfen in Milliardenhöhe, Aufstockung von Intensivbetten und Sofortzahlungen: Die Bundesregierung tut in diesen Tagen alles, um das landesweite Gesundheitssystem und die Wirtschaft vor einem Zusammenbruch zu schützen. Im Gegenzug müssen Bürger*innen vor allem eines tun: zu Hause bleiben, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.

Während eines der reichsten Länder der Welt schnell auf die Coronakrise reagieren kann, sind ihr die meisten Entwicklungsländer schutzlos ausgeliefert. Obwohl sich das Coronavirus von Italien aus über ganz Europa ausgebreitet hat, blieben Entwicklungsländer bisher vergleichsweise verschont. Doch das kann sich schnell ändern – mit katastrophalen Folgen für die Bevölkerung, die jene in Europa bei weitem übersteigen werden.

Wenn zu Hause bleiben keine Option ist

Besonders gefährdet sind Menschen, die in Armut leben – wie etwa in den Slums und Townships Südafrikas und Kenias, in den Favelas Brasiliens oder aber auch in den Flüchtlingslagern weltweit. Diese Menschen können schlichtweg nicht zu Hause bleiben, denn oftmals haben sie nicht einmal ein festes Dach über dem Kopf. Um ihre Familien zu ernähren, arbeiten viele von ihnen als Straßenhändler*innen. Sie haben keine Ersparnisse, kein fließendes Wasser, keinen Strom. Ausgangssperren wie in großen Teilen Europas würden daher für Millionen Menschen kaum umsetzbar sein – und wenn doch, würden sie die Menschen binnen kürzester Zeit an den Rand ihrer Existenz bringen. So könnten ein Lockdown in vielen Entwicklungsländern daher sogar mehr Todesopfer fordern, als das Virus selbst, warnen Expert*innen.

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Bisher wurden rund 4.000 Infizierte und bis zu 100 Todesopfer in 43 der insgesamt 54 afrikanischen Länder registriert (Stand: 29.03.). In den Favelas Rio de Janeiros, in denen 1,7 Millionen Menschen auf engstem Raum leben, wurden ebenfalls bereits erste Infektionen gemeldet.Trotz dieser relativ geringen offiziellen Fallzahlen muss bei einem flächendeckenden Ausbruch laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit Hunderttausenden, wenn nicht Millionen Opfern gerechnet werden. “In den kommenden zwei Wochen wird sich das Schicksal Afrikas in Sachen Covid-19 entscheiden“, warnt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus.

Vier Beatmungsgeräte für über 18 Millionen Menschen

Neben Armut ist eine der größten Schutzlücken bei der Eindämmung des Virus die teilweise desaströse Gesundheitsversorgung der Menschen in Entwicklungsländern. So gebe es etwa im westafrikanischen Mali für die über 18,4 Millionen Einwohner*innen landesweit nur vier Beatmungsgeräte, wie Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im Tagesspiegel berichtet. Zudem verfüge ganz Afrika nur über 40 Labore, die Covid-19 diagnostizieren können. Zum Vergleich: Allein in Deutschland gibt es 50 solcher Labore. Bei einer solchen medizinischen Grundausstattung braucht es nur wenige Infektionen, um das Gesundheitssystem an seine Grenzen zu bringen.

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Daher sei es laut Müller jetzt entscheidend, in belastbare Frühwarnsysteme weltweit zu investieren und Entwicklungsländer mit Labormaterialien und Schutzausrüstung zu versorgen. Denn um Menschenleben sofort und langfristig zu schützen und Corona global zu bezwingen, “müssen wir heute so entschlossen vorgehen, als wäre Covid-19 in den Entwicklungsländern und in Afrika bereits so verbreitet wie bei uns”, so Müller weiter.

Wenn der Hunger dem Virus zuvorkommt

Doch nicht nur die maroden Gesundheitssysteme sind ein Problem. Oft mangelt es an fließendem Wasser und der Möglichkeit, sich (regelmäßig) die Hände zu waschen. Ebenso ist Unter- und Mangelernährung ein großes Problem in vielen Entwicklungsländern, welche das Immunsystem der betroffenen Menschen schwächt und sie so stärker gefährdet.

Der Chefökonom des UN-Welternährungsprogramms (WFP) Arif Husain bringt die Gefahr auf den Punkt: “(...) wer Hunger leidet und sich mit dem Virus infiziert, stirbt. Egal, ob alt oder jung. Es sei denn, er [oder sie] bekommt Hilfe.” Diese Hilfe muss die Weltgemeinschaft daher jetzt bereitstellen, um das Schlimmste zu verhindern.


Wir können die Ausbreitung des Coronavirus nur gemeinsam eindämmen. Das geht momentan am besten von zu Hause aus. Nutze deine Stimme und werde hier mit uns im Kampf gegen COVID-19 aktiv.

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