Global Citizen ist eine Gemeinschaft, die aus engagierten Menschen wie dir besteht.

Menschen, die etwas über die größten Herausforderungen der Welt lernen und aktiv werden wollen. Leiste deinen Beitrag, um extreme Armut zu beenden.

Umweltschutz

Für die Umwelt: In Deutschland soll 2017 der erste Öko-Zug der Welt anrollen

Alstom

Schon im kommenden Jahr soll in Deutschland der weltweit erste emissionsfreie Wasserstoff-Zug der Welt auf der Strecke Buxtehude-Bremervörde-Bremerhaven-Cuxhaven in Niedersachsen über die Schienen rollen. Der französische Eisenbahnhersteller Alstom hofft, so nach und nach die 4.000 Dieselloks, die im Moment noch immer für die Abgase auf dem deutschen Schienennetz verantwortlich sind, ersetzen zu können.

Laut der britischen Tageszeitung The Guardian ist die globale Transportindustrie für ein Viertel des weltweiten energiebezogenen CO2-Ausstoßes verantwortlich. Die Umstellung auf saubere Energie - bei Zügen, aber auch bei Autos und weiteren Transportmitteln - ist daher ein enorm wichtiger Schritt in eine nachhaltige Zukunft. 

Der neue Wasserstoff-Zug mit dem passenden Namen „Hydrail” der Firma Alstom arbeitet mit Wasserstoff-Brennstoffzellen, die statt umweltschädlicher Stickoxide, wie sie von Dieselloks ausgespuckt werden, lediglich Dampf in die Atmosphäre abgibt.

Mehr Lesen: 20 Jugendliche verklagen US-Regierung wegen mangelnden Klimaschutzes

Die Züge wurden bereits auf der Berliner Bahnindustrie-Messe Innotrans vorgestellt. Neben Deutschland zeigten auch die Niederlande, Dänemark und Norwegen Interesse.

Das Bundesland Niedersachsen hat nun 14 Züge Coradia iLint Züge bestellt und will sie ab Ende 2017 einsetzen.

Und die Züge haben sogar einen weiteren Vorteil: sie sind nicht nur emissionsfrei, sondern gleichzeitig auch so gut wie geräuschlos, da keine schwere Diesellok mehr betrieben werden muss.

Die iLint-Züge werden auf dem Dach mit einem Wasserstofftank und einer Brennstoffzelle ausgestattet sein. Die Zelle wandelt den Wasserstoff dann in elektrische Energie um. Den benötigten Wasserstoff will Alstom aus Chemieanlagen beziehen, in denen das Element als Abfallprodukt anfällt und nicht mehr gebraucht wird. Das heißt, das selbst für die Herstellung des Wasserstoffs keine zusätzlichen Abgase in die Luft geblasen werden müssen.

alstom zero emission train inside.jpg(Alstom)

Mehr Lesen: Vive la France: Frankreich plant Bau von Solarstraßen im großen Stil

Der Vorstandsvorsitzende von Alstrom, Henri Poupart-Lafarge, sagt, dass die Firma „sehr stolz darauf sei, mit einer solch bahnbrechenden Erfindung wertvolles im Bereich sauberes Transportwesen beitragen zu können”. Die wasserstoffbetriebenen Züge seien nach Poupart-Lafarge ein wichtiger Schritt, um sich endlich von der Dieselabhängigkeit zu lösen - denn in Europa hinkt man bisher noch hinterher, was den Schienenverkehr angeht.

Doch in Deutschland scheint sich ein Umdenken zu vollziehen. Erst vor ein paar Monaten hat der Bundesrat ebenfalls Pläne vorgestellt, die vorsehen, dass ab 2030 nur noch emissionsfreie Autos auf deutschen Straßen fahren sollen. Zugegeben, bisher sind es nur Pläne. Ob es wirklich zur Umsetzung kommt ist noch unklar. Dennoch würde der Bundesrat gerne sehen, dass die Europäische Kommission ein solches Gesetz europaweit einführen würde.

Generell kann man sagen: die Bahn zu nutzen ist derzeit eine der umweltfreundlichsten Reisemöglichkeiten. Weltweit werden durch den Bahnverkehr gerade einmal 2% aller Abgase ausgestoßen - durch Autos sind es ganze 72%, 12% fallen durch den Flugverkehr an und weiter 14% durch die Schifffahrt.
Und diese 2%-Abgase, die durch den Schienenverkehr anfallen, jetzt noch einmal zu verbessern und mit den neuen Wasserstoff-Zügen sogar völlig emissionsfrei unterwegs zu sein, hilft der Umwelt und damit jedem Einzelnen von uns.