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Umweltschutz

20 Jugendliche verklagen US-Regierung wegen mangelnden Klimaschutzes

Youtube/Alliance for Climate Education

Wer glaubt, Kinder könnten sich kein Gehör verschaffen, wenn es um ihre Sorgen und Ängste geht, wird von diesen jungen Menschen hier eines Besseren belehrt. Eine Gruppe von 20 Kindern und Jugendlichen im Alter von 8 bis 19 Jahren hat nun von einer amerikanischen Bezirksrichterin grünes Licht für ihr Anliegen bekommen: Die Regierung in Sachen Klimaschutz wegen Untätigkeit verklagen. 

Und so lautete ihre Anklage: „Die Kläger argumentieren, dass die Tätigkeiten des Angeklagten das Recht auf Leben, Freiheit und Eigentum wesentlich verletzen. Ferner haben die Angeklagten gegen die bindende Verpflichtung verstoßen, die Bodenschätze des Landes für die jetzige sowie kommende Generation zu schützen.”

Hinter dieser außergewöhnlichen Aktion stecken die „Earth Guardians” - so nennen sich die 20 jungen Aktivisten. Und laut den jungen Klägern hat die amerikanische Regierung in den letzten Jahren massiv zur Beschleunigung des Klimawandels beigetragen. Zum Beispiel indem sie die Förderung fossiler Brennstoffe weiter ausgebaut hat, die Industrie durch Steuerbegünstigungen und Subventionen finanziell unterstützt hat und selbst viel zu häufig auf fossile Brennstoffe in vielen ihrer Behörden und Abteilungen zurückgegriffen hat. 

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Die Earth Guardians argumentieren, dass die Untätigkeit der amerikanischen Regierung eine Gefahr für ihr jetziges und zukünftiges Wohlergehen darstellt und fordern deshalb, dass die Regierung mehr für den Klimaschutz und den Schutz jedes Einzelnen tun muss.

Bereits 2015 hatte die Regierung versucht, die Anklage abzuweisen, allerdings erfolglos.

Der Klimawandel wird in den kommenden Jahren drastisch zunehmen. Denn der heutige Ausstoß von CO2 und anderen klimaschädlichen Gasen in die Atmosphäre wird seine Auswirkungen erst in den kommenden Jahrzehnten zeigen. Und da sich der Ausstoß in den letzten Jahren deutlich erhöht hat, kann der Klimawandel nur schlimmer werden.

Im amerikanischen Magazin New Yorker konnte man deshalb lesen: „Zwar leben wir im Klima der Vergangenheit, doch das Klima der Zukunft haben wir schon bestimmt.”

Um die katastrophalen Ausmaße des Klimawandels also noch ansatzweise mindern zu können, muss die Welt heute noch auf fossile Brennstoffe verzichten und auf erneuerbare Energie umsatteln.

Mit ihrer Anklage hoffen die 20 Kinder und Jugendliche genau diesen Wandel in Amerika einzuläuten und bereits existierende Pläne zum Klimaschutz besser schützen zu können. Außerdemerhoffen sie sich mehr Maßnahmen zur Begrenzung des Treibhausgasausstoßes.

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Dass der Anklage der „Earth Guardians” nun zugestimmt wurde, hätte zu keiner besseren Zeit geschehen können.

Denn der neu gewählte Bald-Präsident Donald Trump machte schon während seines Wahlkampfs auf sich aufmerksam, weil er den Klimawandel - trotz einschlägiger Fakten - als Täuschung abtat und geschworen hat, Präsident Obamas Anstrengungen zum Schutz der Umwelt aufheben zu wollen. Gleich nach der Wahl erkor Trump dann auch den Klimaskeptiker Myron Ebell zu seinem Verhandlungsführer, der sämtliche Gespräche mit der Umweltschutzbehörde führen soll. Ebell hat sich in der Vergangenheit für den Ausbau der Kohleindustrie statt für den Klimaschutz stark gemacht. Klimaschützern in den USA ist er deshalb auch bekannt als „Energy number 1” - angelehnt an den Ausdruck „Enemy number 1”, auf Deutsch: Staatsfeind Nummer 1.

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Doch trotz dieser Entwicklungen und den Aussagen Trumps aus der Zeit seines Wahlkampfs darf die Hoffnung nicht aufgegeben werden.

Denn in ihrem rechtskräftigen Urteil schrieb die Richterin folgendes: „Das Bundesgericht hat sich in Sachen Umweltrecht und Umweltschutz in der Vergangenheit zu vorsichtig gezeigt. Und die ganze Welt musste dafür leiden. Das Rechtsurteil will nicht beweisen, dass der Klimawandel existiert oder dass die Menschheit zum großen Teil dafür verantwortlich ist. Denn für die vorliegende Anklage ist diese Annahme unumstritten.”

Der Gerichtstermin soll schon bald stattfinden.