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Frauenrechte

UN-Experten sagen: Lasst Frauen in Saudi-Arabien endlich hinters Steuer

In einem neuen Bericht, der von den Vereinten Nationen in Auftrag gegeben wurde, haben unabhängige Experten betont, wie wichtig es sei, dass Frauen in Saudi-Arabien das Autofahren endlich erlaubt werde. Denn offiziell gibt es kein Gesetz, das ihnen das Autofahren verbietet. Das Fahrverbot stützt sich einzig und allein auf traditionelle und religiöse Überzeugungen.

Philip Alston hat sich als Sonderberichterstatter für die UN 12 Tage lang mit Regierungsbeamten, Ministern und wissenschaftlichen Experten zusammengesetzt. Gleichzeitig traf er sich mit Menschen, die in extremer Armut leben. Ziel seiner 12-tägigen Reise war es, herauszufinden, wie die Lebensqualität der in Saudi-Arabien lebenden Menschen verbessert werden könne. Denn noch immer gibt es in Saudi-Arabien eine Vielzahl an Menschenrechtsverletzungen.

„Das Fahrverbot für Frauen sollte endlich aufgehoben werden. Gleichzeitig sollten Frauen in Saudi-Arabien nicht länger um Erlaubnis bitten müssen, wenn sie arbeiten oder verreisen wollen“, stellte Alston nach seiner Reise ganz klar fest.

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Alstons Befürwortung könnte tatsächlich Früchte tragen, denn der Sonderberichterstatter bekommt Rückendeckung von keinem Geringeren als Prinz Alwaleed Bin Talal. Außerdem, so Alston, besteht nur noch ein kleiner Anteil der Bevölkerung auf das Frauenfahrverbot.

Doch genau dieser Teil könnte laut Alston entscheidend sein: „Ich mache mir Sorgen, dass sich die Regierung genau auf diesen kleinen Anteil der konservativen Stimmen stützen wird, wenn sie über die Aufhebung des Verbots nachdenkt.“

Dabei würde eine Aufhebung des Verbots dem wirtschaftlichen Plan des Landes, welcher vorsieht, nicht mehr so stark vom Ölgeschäft und vom Tourismus abhängig zu sein, mehr als zugutekommen. Denn die Erlaubnis zum Autofahren würde Frauen in Saudi-Arabien einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt verschaffen.

Saudi-Arabiens Plan, die Wirtschaft in Zukunft vielfältiger auszubauen, ist unter dem Namen Vision 2030 bekannt. Der Plan wurde bereits im April 2016 veröffentlicht - 14 Jahre nachdem das Land, bzw. Kronprinz Abdullah ibn Abd al-Aziz Al Saʿud offen zugab, dass in Saudi-Arabien Armut existiert.

Seitdem haben laut Alston verschiedene Organisationen hart dafür gearbeitet, die Lebensqualität der armen Bevölkerung zu verbessern. Leider bisher mit geringem Erfolg. Doch mit Veröffentlichung des Vision 2030-Plans sieht es tatsächlich danach aus, als ob die saudisch-arabische Wirtschaft ihre Potentiale ausbauen will. Und ein sehr großes Potential verbirgt sich vor allem in den Frauen des Landes.

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Aus der Sicht des Sonderberichterstatters gibt es sogar gar keinen anderen Weg, die ambitionierten Ziele Saudi-Arabiens zu erreichen, wenn nicht endlich das Potential der Frauen in der Wirtschaft genutzt wird. „Die saudische Regierung hat sich während unserer Treffen mir gegenüber immer sehr selbstkritisch gezeigt. Sie scheint wirklich daran interessiert zu sein, das Land zu reformieren“, sagt Alston.

Bleibt abzuwarten, ob die Regierung Saudi-Arabiens der Empfehlung des UN-Sonderberichterstatters folgt und tatsächlich in Aktion tritt.