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Gesundheit

Tuberkulose wird die Welt bis 2030 eine Billion Dollar kosten – es sei denn, die Welt handelt endlich

Am 24. März ist Welt-Tuberkulose-Tag. Zeit, sich vor Augen zu führen, dass diese Krankheit noch immer existiert, ja, sich sogar ausbreitet und viel zu oft tödlich verläuft – und das, obwohl es vermeidbar wäre.

Gesundheitsexperten weltweit warnen davor, dass Millionen Menschen in den nächsten zwölf Jahren an der hoch ansteckenden Atemwegserkrankung Tuberkulose sterben könnten. Und das würde die Weltwirtschaft rund eine Billion US-Dollar kosten, wenn Länder weltweit nicht endlich aktiv werden und die Krankheit ausrotten.

Die Zahl geht aus einem Pandemie-Bericht hervor, der von „Global Tuberculosis Caucus” zusammengestellt wurde – einem Zusammenschluss aus Pandemie-Experten aus 130 Staaten. Der Bericht wurde kürzlich auf der ersten Tuberkulose-Konferenz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Moskau veröffentlicht.

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Tuberkulose (TB) ist eine weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit. Übertragen wird sie in der Regel durch eine Tröpfcheninfektion von erkrankten Menschen und befällt typischerweise das Atemsystem. Jeden Tag tötet die Krankheit laut WHO 5.000 Menschen.

Tuberkulose verursacht einen verlängerten, manchmal blutigen Husten zusätzlich zu Brustschmerzen und Schwäche.

In Deutschland erkrankten lange rund 4400 pro Jahr; 2015 und 2016 nahm die Zahl aber deutlich zu: rund 5800 bzw. knapp 6000 Fälle gab es deutschlandweit.

„Es gibt viele unlösbare Probleme in der Welt, aber Tuberkulose sollte keines sein – wir können die Krankheit behandeln und heilen", sagte Nick Herbert, Global Tuberculosis Caucus-Vorsitzender, in einer Erklärung. „Regierungen auf der ganzen Welt wollen das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Investitionen in die TB-Versorgung und -Vorsorge nicht nur die Gesundheit der Bevölkerung dramatisch verbessern, sondern auch einen großen wirtschaftlichen Vorteil bringen."

TB belastet die Weltwirtschaft erheblich. Die Gesamtkosten für die G20-Länder werden 675 Milliarden Dollar erreichen – weniger entwickelte Länder, insbesondere in Subsahara-Afrika wie Lesotho und Mosambik, werden durch TB etwa ein Prozent ihres BIP verlieren.

Der Bericht fordert die Länder nachdrücklich auf, die Mittel für die Behandlung und Prävention von Tuberkulose zu erhöhen, die Teil der Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung sind.

Auch Global Citizen setzt sich dafür ein, die Verbreitung von Infektionskrankheiten auf der ganzen Welt zu reduzieren. Hier könnt ihr aktiv werden.

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TB ist mit speziellen Antibiotika innerhalb von sechs bis acht Monaten heilbar. Doch während es zwar Fortschritte bei der Diagnose von Tuberkulose gab, sind die heute noch immer gängigen Medikamente gegen die Infektionskrankheit über 40 Jahre alt.

Im Jahr 2016 hat TB mehr als 1,7 Millionen Menschen getötet. Im Jahr 2014 hatte mehr als ein Viertel der Menschen, die an Tuberkulose starben, auch HIV / AIDS, was das Immunsystem der Menschen kompromittiert und sie anfälliger für Tuberkulose und andere Infektionskrankheiten macht.