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Gesundheit

Geburt von Serena Williams Tochter stößt Rassismus-Debatte in den USA an

Als Profisportlerin geriet Serena Williams schon in so manchen Situationen unter Druck: Bei den Australien Open in vergangenen Jahrzeigte sie im Halbfinale, wie zäh und willensstark sie sein kann. Es war ein spektakuläres Match, bei dem der Tennisstar zu dem Zeitpunkt schon seit mehreren Wochen schwanger war.

Auch abseits vom Tennisplatz wurde ihr nun ihre Stärke abverlangt: Bei der Geburt ihres Kindes Alexis Olympia stand ihr Leben auf dem Spiel. In einem Interview mit der amerikanischen Vogue, berichtete Williams ausführlich von ihrer den Komplikationen der Geburt.

Sie musste ihr Baby per Kaiserschnitt zur Welt bringen. „Danach wurde alles ganz schlimm", sagte Williams. Am Tag nach der Geburt, sei sie in Atemnot geraten. Williams hatte in der Vergangenheit bereits Erfahrungen mit Blutgerinnseln gemacht und reagierte promt: Sie sagte dem Krankenhauspersonal, dass sie sofort untersucht werden müsse.

Bei einer Computertomografie (CT) seien Blutklumpen in ihrer Lunge entdeckt worden. Sie musste Gerinnungshemmer einnehmen. Doch das war laut Williams erst der Beginn eines Dramas: Heftiger Husten, der durch die Lungenembolie verursacht worden war, ließ demnach ihre Kaiserschnittwunde aufplatzen. Aufgrund der Komplikationen musste Williams mehrere Eingriffe über sich ergehen lassen müssen.

Die ersten beiden Monate als Mutter hätten sie wirklich auf die Probe gestellt, berichtet Williams. „Manchmal dachte ich: Man, ich schaffe das nicht."

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Nach der Veröffentlichung der Vogue-Geschichte griff ProPublica, eine gemeinnützige Organisation für investigativen Journalismus, das Thema auf. Während Williams die Prozeduren überlebte, hätten zahlreiche andere dunkelhäutige Mütter weitaus weniger Glück, so ProPublica. Denn bei schwarzen Frauen sei die Muttersterblichkeit deutlich höher als bei weißen Frauen.

Die Organisation hat die Müttersterblichkeitsstatistiken in den Vereinigten Staaten katalogisiert und einen Twitter-Thread über die Gefahren veröffentlicht, die Mütter - und besonders schwarze Mütter - während der Geburt haben.

In den USA ist das Risiko, bei der Geburt Komplikationen zu erfahren, für schwarze Frauen 243 Prozent höher als für weiße, so ein Report von ProPublica und NPR.

Der Grund dafür?

Eine große Rolle spielt definitiv, dass die Qualität der Krankenhäuser, in denen überwiegend schwarzen Mütter ihre Kinder zur Welt bringen, häufig schlechter ist.

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Auch unterbewusste Voreingenommenheit und damit eine ungleiche Behandlung der Patientinnen, könne dazu beitragen: „Ein Teil der Disparität lässt sich auf Faktoren wie Armut und unzureichenden Zugang zur Gesundheitsversorgung zurückführen. Es gibt jedoch zunehmend auch Hinweise auf die schlechtere Qualität der Versorgung in Krankenhäusern, in denen unverhältnismäßig viele schwarze Patientinnen sind, die oft in der Nachbarschaft leben, die durch Segregation benachteiligt sind", so der Bericht.

Zum Beispiel sei in solchen Krankenhäusern der Anteil an Müttern, die an Blutungen litten und dadurch starben, viel höher als in Krankenhäusern die primär von weißen Frauen aufgesucht werden. In einigen Fällen erhielten schwarze Frauen keine blutverdünnenden Medikamente, die zur Vermeidung von Blutgerinnseln beitragen, während andere Krankenhäuser dies zwingend vorschreiben.

„Es wird angenommen, dass sich bis zu 60 Prozent der Müttersterbefälle verhindern ließen“, schreibt ProPublica bei Twitter in Hinblick auf die USA.

Als Müttersterbefall gilt der Tod einer Frau, die während der Schwangerschaft oder innerhalb der ersten 42 Tagen nach der Schwangerschaft aufgrund von Ursachen, die mit der Schwangerschaft zutun haben, sterben.

Im Jahr 2015 starben in Deutschland 24 Frauen nach den oben genannten Kriterien im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt, das sind rund drei von 100.000 Frauen, die in Zusammenhang mit einer Geburt ums Leben kommen.

Der Unterschied zwischen Industrie- und Entwicklungsländern ist zudem gravierend: 99 Prozent der weltweiten Todesfälle bei Geburten gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Entwicklungsländern.

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