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Hunger & Ernährungssicherheit

'Robin Hood' Restaurant in Spanien nimmt von Reichen und gibt es den Armen

Atlantic Group, Inglés con Expertos

Pünktlich zur Frühstückszeit öffnet das „Robin Hood“-Restaurant in Madrid jeden Morgen seine Türen. Hier einen Platz ohne Reservierung zu ergattern ist allerdings so gut wie unmöglich. Das kleine Restaurant ist mittlerweile den ganzen Tag über ausgebucht. Bis Sonnenuntergang. Danach verläuft die Sitzplatzvergabe etwas anders. 

Denn Abends öffnet das Restaurant seine Türen für obdachlose Menschen und serviert ihnen kostenloses Essen.

Von den Einnahmen, die das Restaurant über den Tag verteilt eingenommen hat, werden abends Lebensmittel für Obdachlose gekauft. Getreu dem ‚Robin Hood‘-Konzept: man nimmt von den Reichen - denen, die für ihre Gerichte bezahlen können - und gibt es den Armen.

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Das Projekt wird von Ángel García Rodriguez geleitet, einem 80-jährigen Priester, der in der Gemeinde auch liebevoll „Vater Ángel“ genannt wird. García Rodriguez ist Gründer der gemeinnützigen Organisation „Messengers of Peace“. Die Organisation beschäftigt in ganz Spanien über 3.900 Menschen, die sich im sozialen Bereich engagieren und sich zum Beispiel um Senioren, Waisenkinder oder drogenabhängige Menschen kümmern. Weitere 5.000 freiwillige Helfer leiten Projekte in über 50 Entwicklungsländern.

Jeden Abend suchen rund 100 Menschen das 'Robin Hood' Restaurant für eine warme Mahlzeit auf. Und selbst wenn die Küche irgendwann schließt, ist 'Robin Hood‘ fast durchgängig für Obdachlose geöffnet und bietet ihnen auch mitten in der Nacht noch kostenlosen Kaffee und einen Platz zum Schlafen an.

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Spanien hat seit der Finanzkrise enorm zu kämpfen. Jeder fünfte ist arbeitslos und viele Menschen können sich kein Dach mehr über dem Kopf leisten. 

„Die Menschen, die abends hier ins Restaurant kommen, sollen genauso würdevoll essen dürfen wie die zahlenden Gäste”, erklärt Vater Ángel dem amerikanischen Radiosender NPR. „Sie sollen auch mit derselben Qualität essen dürfen, von den gleichen Tellern essen und die gleichen Kristallgläser benutzen und nicht aus Plastikbechern trinken müssen.”

Und auch wenn der Name 'Robin Hood' Aufmerksamkeit verspricht, so unterscheidet sich das Prinzip doch von seinem englischen Namensgeber: das Restaurant 'beraubt' seine zahlende Kundschaft nicht. Die Gäste zahlen freiwillig.

Ein Gericht kostet ca. 11 Euro - was für eine Hauptstadt nicht das teuerste ist. Ein Teil der Summe fließt in die 'Abendküche'.

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Mittlerweile leitet Vater Ángel vier 'Robin Hood' Restaurants in Madrid - drei davon wurden erst letzten Monat eröffnet. Und der 80-Jährige hofft, dass es noch mehr werden. Sogar außerhalb Spaniens. Derzeit stehen Überlegungen an, eins seiner Restaurants in Miami, Florida, zu eröffnen.

Wer also seinen nächsten Trip nach Madrid plant und Vater Ángels Restaurant tagsüber besuchen möchte, sollte gut planen: das Restaurant ist derzeit bis Ende März ausgebucht!