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Dank Internet konnten auch Menschen mit Behinderung am Women’s March teilnehmen

Wow, das war vielleicht ein Samstag. Schätzungen zufolge sollen vergangenen Samstag - dem 21. Januar 2017 - mindestens 3,3 Millionen Menschen an den Women’s Marches in Amerika teilgenommen haben. Sollten sich die Zahlen bestätigen, wäre der Protestmarsch die größte Demonstration in der Geschichte des Landes.

Zur gleichen Zeit fanden rund um den Globus zahlreiche ‚Sister Marches’ statt. Sie alle hatten eins gemeinsam: sie alle wollten nach dem Amtsantritt von Präsident Trump noch einmal auf die Rechte von Frauen und Minderheiten aufmerksam machen.

Es konnten allerdings nicht alle Menschen, die ebenfalls ihre Stimmen erheben wollten, persönlich an den Protesten teilnehmen. Menschen, die zum Beispiel körperlich beeinträchtigt sind oder mit einer chronischen Krankheit leben.

Für alle, die nicht persönlich vor Ort sein konnten, gab es daher eine innovative Plattform, die die Möglichkeit bot, an einem virtuellen ‚Disability March teilzunehmen.

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„Ich habe die Plattform als kleines Projekt für mich persönlich aufgesetzt. Das habe ich zumindest gedacht! Ich leide an rheumatoider Arthritis und konnte nicht persönlich an dem Protestmarsch in Washington teilnehmen“, sagt Sonya Huber, Professorin für Kreatives Schreiben und Gründerin der Webseite ‚Disability March’, in einem Interview mit Dazed. „Ich bin niemals davon ausgegangen, dass meine Seite so viel Interesse wecken könnte. Aber es gibt wohl doch mehr Leute, die der Zukunft und der Entwicklung unseres Gesundheits- und Sozialsystems ängstlich entgegen blicken“

Erst vor wenigen Wochen konnte man den neuen US-Präsidenten Trump bei einer seiner Rede dabei beobachten, wie er sich öffentlich über einen Reporter mit Behinderung lustig machte. Und das ist nicht der einzige Grund, warum Menschen mit Behinderungen sich vor dem, was kommen könnte, Sorgen machen. Sie befürchten vor allem die Auswirkungen, die eine Aufhebung der ‚Obamacare‘ - des Zugangs zu einer Krankenversicherung für alle Amerikaner - verursachen wird.

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Trumps Richtungswechsel in der Politik könnte für viele Bürger der Vereinigten Staaten lebensbedrohliche Folgen habenUmso wichtiger wurde daher der ‚Disability March’ für all diejenigen, die sich Gehör verschaffen und gegen dagegen vorgehen wollen.

Die Organisatoren luden alle, die nicht persönlich an den Protestmärschen teilnehmen konnten, dazu ein, Fotos von sich sowie ihren Namen und ein kurzes Statement zu veröffentlichen. Mit dem Statement stand ihnen frei, auszudrücken, warum sie an dem Marsch teilnehmen. Am Tag des Marsches wurden die Aktivisten dann auch auf Facebook und Twitter aktiv und teilten ihre Forderungen mit der Welt:

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Auch Sonya Huber teilte auf ihrer Webseite ein bewegendes Statement. Sie wollte ihre persönliche Geschichte zum Ausdruck bringen und davon berichten, wie sie trotz ihrer körperlichen Einschränkung eine inklusivere Form von Aktivismus entdeckte:

„Wenn ich ehrlich bin, habe ich mich während meiner ersten Demonstrationen in meinem Leben und in den Jahrzehnten darauf nie besonders für die Rechte von Menschen mit Behinderungen eingesetzt. Bis ich selbst zu ihnen dazugehört habe“, schreibt sie. „Für eine lange Zeit viel es mir schwer, mich zu dieser ‚Kategorie' zu zählen, weil gesellschaftliche Stigmata dazu führten, dass diese ‚Kategorie von Mensch‘ getrennt vom Rest betrachtet wird. Willkommen im Land der Behindertendiskriminierung.”

„Wir müssen unsere Anstrengungen auf die Bedürfnisse derjenigen ausrichten, die am verwundbarsten sind...Menschen, die behindert sind, gibt es überall und wir können ihr Leben auf viele verschiedene Arten verbessern, zum Beispiel, in dem wir ihnen den Zugang zum Internet ermöglichen. Schreiben sie uns nicht einfach so ab. Auch wir sind Teil der Bewegung.”

Ein Statement wie das von Sonya Huber macht noch einmal deutlich, wie wichtig es ist, dass Protestmärsche, Demonstrationen und andere Bewegungen inklusiver werden, weil jeder Bürger das Recht und die Macht hat, etwas zu verändern.