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Kyle Nieber/Unsplash
Hunger & Ernährungssicherheit

Mehr als 1.500 Mütter auf den Philippinen stillten gemeinsam als Symbol gegen das Kindersterben

Warum das wichtig ist
Das Stillen ist für die Gesundheit von Mutter und Kind entscheiden. Deshalb ist es ein wesentlicher Bestandteil, um die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen, etwa Ziel Nummer 2, “Kein Hunger”, über Ziel Nummer 3 “Gesundheit für alle” bis hin zu Ziel Nummer 5, “Geschlechtergleichheit”, zu erreichen. Hier könnt ihr mit uns aktiv werden.

Mehr als 1.500 Mütter sind im Rahmen einer Kampagne zur Sensibilisierung für die gesundheitlichen Vorteile des Stillens auf den Philippinen zusammengekommen, um gemeinsam zu stillen.

Die Frauen versammelten sich in der Hauptstadt Manila - doch das war nur eines von 62 “Massen-Still-Veranstaltungen“, die am vergangenen Wochenende auf den Philippinen stattfanden.

„Es ist ein ermutigender Moment", sagte die Mutter Joyce Balido der Nachrichtenagentur AFP. „Es war anfangs sehr schwierig, regelmäßig zu stillen. Ich hab wenig geschlafen, aber mich trotzdem fest dazu entschlossen, meine Tochter ausschließlich zu stillen.”  

„Stillen ist Liebe“, sagt Abegirl Limjap, die ihre beiden Söhne auf der Veranstaltung stillte. „Es ist schwierig, aber wir tuen es aus Liebe.“

Die Kampagne ist ein Projekt der Regierung, um die Stillquoten im Land zu erhöhen, nachdem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) die Regierung im vergangenen Jahr gemeinsam aufgefordert hatten, Maßnahmen zu ergreifen.

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Während manche Frauen aus gesundheitlichen Gründen nicht stillen können, wissen oder glauben viele Mütter weltweit nicht an die gesundheitlichen Vorteile von Muttermilch – für diese Mütter wurde die Kampagne der philippinischen Regierung ins Leben gerufen.

Die Veranstaltung findet bereit im zweiten Jahr infolge statt und ist seitdem deutlich gewachsen.

Die WHO und UNICEF raten, schon innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt mit Muttermilch zu stillen und in den ersten sechs Monaten ausschließlich Muttermilch zu geben.

Doch weltweit werden drei von fünf Babys innerhalb der ersten Stunde nach ihrer Geburt nicht gestillt, wie aus einem Bericht hervorgeht, der Ende Juli von WHO und UNICEF veröffentlicht wurde. Dadurch sind sie einem höheren Sterberisiko ausgesetzt und anfälliger für Krankheiten.

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„Wenn es ums Stillen geht, ist Timing alles“, sagte Henrietta H. Fore, Direktorin von UNICEF. „In vielen Ländern kann es sogar eine Frage von Leben und Tod sein. Aber jedes Jahr nutzen Millionen die Vorteile des frühen Stillens nicht, und die Gründe sind - allzu oft - Dinge, die wir ändern können.“

„Mütter erhalten in den entscheidenden Minuten nach der Geburt nicht genug Unterstützung für das Stillen, selbst von medizinischem Personal nicht“, fügte sie hinzu.

Tatsächlich verschlechtern die Verzögerungen beim Stillen die Gesundheit von 78 Millionen Neugeborenen auf der ganzen Welt, so die britische Tageszeitung Guardian. Allein auf den Philippinen sterben jedes Jahr rund 7.500 Kinder unter zwei Jahren an Unterernährung, weil sie nicht ausreichend gestillt wurden.

Im Jahr 2017 riefen UNICEF und WHO die philippinische Regierung dazu auf, nationale Investitionen zur Steigerung der Stillrate zu erhöhen, nachdem festgestellt wurde, dass nur 34 Prozent der philippinischen Kinder unter sechs Monaten ausschließlich gestillt werden.

„Das Recht der Kinder auf Leben, gesundes Wachstum und Entwicklung ist nicht verhandelbar“, sagte Lotta Sylwander, UNICEF-Vertreterin auf den Philippinen.„Deshalb brauchen wir Unterstützung von der höchsten Regierungsebene, um politische Umstände zu verbessern und mit Investitionen die Gesundheit und Ernährung unserer Kinder und Mütter zu unterstützen – von Beginn der Schwangerschaft bis zum zweiten Geburtstag des Kindes“, sagte sie.

WHO und UNICEF berichten, dass nur 40 Prozent der Kinder unter sechs Monaten in den 194 untersuchten Ländern ausschließlich gestillt werden.