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Gesundheit

Stillen in der Öffentlichkeit ist nun in allen 50 US-Staaten legal

Warum das wichtig ist
Auf natürliche Weise zu stillen, ist für Mütter und Babys das gesündeste. Doch jahrelang durften Frauen in den US-Bundesstaaten Idaho und Utah nicht in der Öffentlichkeit stillen, sondern mussten stattdessen etwa auf die Toilette verschwinden. Global Citizen setzt sich weltweit für die Gesundheit von Babys und Kindern ein. Hier kannst du aktiv werden.

Stillen in der Öffentlichkeit ist nun offiziell in allen 50 US-Bundesstaaten legal.

Lange war es in den westlichen US-Staaten Idaho und Utah verboten, in der Öffentlichkeit zu stillen. Nach neuen Gesetzen in diesen Bundesstaaten ist das Stillen nun überall gesetzlich erlaubt, berichtet USA Today.

„Ich finde, wir sollten niemals eine Mutter auf eine Toilette verbannen, um ihr Kind zu stillen“, sagte der Abgeordnete Justin Fawson gegenüber dem Radiosender KUER 90.1 vor der Abstimmung in Utah. „Deswegen bin ich für den neuen Gesetzentwurf. Ich will, dass das Stillen weiter normalisiert und es Müttern ermöglicht wird, ihre Babys nach Bedarf zu füttern.“

Der Republikaner Paul Amador aus Idaho schlug ähnliche Töne an: Idaho sei „zu rückschrittlich, als es um die Einführung progressiver Gesetzen zum Thema Stillen ging“, berichtete die lokale Tageszeitung Idaho Statesman.

„Ich persönlich finde es enttäuschend, dass wir im Jahr 2018 immer noch kein solches Gesetz in Idaho verabschiedet haben“, sagte Amador noch kurz vor der Abstimmung.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in Studien festgestellt, dass das Stillen jedes Jahr 823.000 Todesfälle bei Säuglingen und 20.000 Todesfälle bei Müttern verhindern könnte, berichtet das Hörfunk- und Fernseh-Netzwerk CBS.

Ein im Mai veröffentlichter UNICEF-Bericht zeigt, dass in Ländern mit hohem Einkommen jedes fünfte Baby nicht gestillt wurde, im Gegensatz zu Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen, in denen lediglich jedes 25. Baby nicht gestillt wird. Unter den Ländern mit hohem Einkommen wird in Irland, Frankreich und den USA am seltensten gestillt.

In Deutschland ist das Stillen in der Öffentlichkeit erlaubt. Dennoch würden besonders junge Mütter es zunehmend vermeiden, im öffentlichen Raum vor anderen Menschen zu stillen, so der Deutsche Hebammenverband. In Großbritannien wurde deshalb im Jahr 2010 ein Gesetz verabschiedet, das es verbietet, stillende Mütter zu diskriminieren. Ob mit oder ohne Gesetz: Ein respektvoller und toleranter Umgang mit stillenden Müttern wäre überall auf der Welt wünschenswert.