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New Zealand's Parliament buildings in Wellington.
Dan Nelson / Flickr
NewsGerechtigkeit fordern

Neuseeland verabschiedet Gesetz, das bezahlten Urlaub bei Fehl- und Totgeburten garantiert

Warum das wichtig ist
Angemessene Gesundheitsleistungen für Mütter und bezahlter Urlaub aus familiären Gründen fördern die Gleichberechtigung der Geschlechter am Arbeitsplatz. Das Global Goal 5 der Vereinten Nationen (UN) zielt darauf ab, alle Frauen und Mädchen politisch, wirtschaftlich und sozial zu stärken. Auch du kannst zum Wandel beitragen, indem du hieraktiv wirst.

Paare, die in Neuseeland eine Fehl- oder Totgeburt erleiden, werden in den kommenden Wochen per Gesetz Anspruch auf drei Tage bezahlten Urlaub haben, berichtet die New York Times.

Ein entsprechendes Gesetz wurde bereits über mehrere Jahren entwickelt. Vergangene Woche stimmte das neuseeländische Parlament nun für die Einführung des neuen Gesetzes.

"Die Trauer, die mit einer Fehlgeburt einhergeht, ist keine Krankheit; es ist ein Verlust, und dieser Verlust braucht Zeit – Zeit, um sich körperlich zu erholen und Zeit, um sich geistig zu erholen", sagte Ginny Andersen, Abgeordnete und Mitgleid der Labour Party, während der letzten Lesung des Gesetzes.

Neuseeland sei, soweit Andersen weiß, erst das zweite Land der Welt, das ein solches Gesetz erlassen hat, sagte die Abgeordnete. Sie dankt der Schriftstellerin Kathryn Van Beek, die selbst eine Fehlgeburt erlebt hatte und das Parlament zu dieser Gesetzgebung anregte.

Auch bei Leihmutterschaft oder Adoption greift das neue Gesetz

Bisher waren Arbeitgeber*innen in Neuseeland zwar bereits dazu verpflichtet, bezahlten Urlaub für Totgeburten zu gewähren, wenn ein Paar einen Fötus nach 20 Wochen oder mehr verliert – doch Paare, die Fehl- oder Totgeburten vor diesem Zeitfenster erlebten, mussten sich krankschreiben lassen.

Während einige Unternehmen bereits eine Richtlinie für Trauerurlaub für Fehl- und Totgeburten haben, erlaubt das neue Gesetz jeder davon Gebrauch zu machen, die einen Schwangerschaftsabbruch erlebt, ohne einen Beweis vorlegen zu müssen. Paare, die Fehl- oder Totgeburten durch Leihmutterschaft oder Adoption betrauern, sind ebenfalls in dem Gesetzentwurf berücksichtigt.

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Deutschland unterscheidet zwischen Fehl- und Totgeburt

In Deutschland ist die Situation anders: Hierzulande greift im Fall einer Totgeburt der gesetzliche Mutterschutz, nicht aber bei einer Fehlgeburt.

Eine Fehlgeburt gilt bei einem Abgang bis zur 24. Schwangerschaftswoche oder wenn das Gewicht des Fötus weniger als 500 Gramm beträgt. Ab der zwölften Woche dürfen Frauen zwar nicht einfach gekündigt werden, ihnen steht aber auch kein bezahlter Mutterschutz zu. Ein Geburtsgewicht von mehr als 500 Gramm oder die Entbindung nach der 24. Schwangerschaftswoche wird gesetzlich als Totgeburt definiert. In diesem Fall gelten die Regeln des bezahlten Mutterschutzes. Berücksichtigt werden hier zudem nur Gebärdende – Partner*innen haben keinen Anspruch auf gesetzliche Trauerzeit oder ähnliches.

Politikerin Andersen fordert Länder zum Nachahmen auf

Befürworter*innen der neuen Gesetzgebung hoffen, dass sie trauernden Paaren finanzielle Stabilität bietet und Raum für offenere Gespräche über Fehl- und Totgeburten schafft. Aktivist*innen sehen die Neuerung ebenfalls als einen wichtigen ersten Schritt, warnen aber, dass drei Tage nicht genug Zeit zum Trauern seien, so die New York Times.

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Indien war bislang das einzige Land, in dem Frauen bezahlter Urlaub nach einer Fehlgeburt gewährt wird. Doch die meisten Frauen in Indien arbeiten im informellen Sektor und können nicht von Arbeitsschutzgesetzen wie diesem profitieren. Politikerin Andersen fordert andere Länder auf, sich Neuseeland anzuschließen und ähnliche Gesetze zu verabschieden.

Wenn auch du dich für die Gleichstellung der Geschlechter einsetzen möchtest, dann werde hier mit uns aktiv.