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Entwicklungsfinanzierung & Innovation

Diese Fakten räumen mit den 6 größten Mythen über Entwicklungspolitik auf

Warum das wichtig ist
Ob im Kampf gegen Armut weltweit oder dem verbesserten Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung: Die Erfolge internationaler Entwicklungszusammenarbeit zeigen, was die Weltgemeinschaft mit vereinten Kräften erreichen kann. Um die nachhaltige Entwicklung weltweit voranzubringen, müssen Projekte in den Bereichen der Entwicklungszusammenarbeit und der humanitären Hilfe stärker gefördert werden und Geberländer wie Deutschland einen gerechten Beitrag leisten. Du kannst hier mit deiner Stimme Zukunft schaffen.

Kommt das Geld wirklich bei den Menschen an, die es brauchen? Ist Entwicklungszusammenarbeit nicht einfach nur Gießkannenprinzip? Wir alle kennen sie: Die Fragen, die sich viele Menschen zu Entwicklungszusammenarbeit und ihrer Wirksamkeit stellen – und das völlig zu Recht. Was die wenigsten allerdings wissen, ist, dass unsere Welt tatsächlich besser wird – das belegen Fakten und Zahlen. Zu den positiven Entwicklungen weltweit hat die internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe einen wichtigen Beitrag geleistet.

Doch die COVID-19-Pandemie und die Klimakrise drohen diese Erfolge zunichte zu machen, denn sie treffen die Ärmsten der Welt am härtesten. Deshalb ist es nun wichtiger denn je, dass wir uns gemeinsam für eine Welt ohne Armutund für die Erreichung der Global Goals bis 2030 einsetzen.

Mit unserer Kampagne #ZukunftSchaffen rufen wir die Bundesregierung und den Bundestag dazu auf, mehr Geld für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe bereitzustellen, um eine Welt ohne extreme Armut zu ermöglichen. Dafür brauchen wir deine Stimme.

Um auch noch die letzten Zweifel an der Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe aufzulösen, räumen wir mit den sechs größten Mythen auf.

Mythos 1: “Entwicklungszusammenarbeit wirkt nicht.“

Ein Gefühl, das sich oft hartnäckig hält, ist, dass Entwicklungszusammenarbeit nicht wirkt – etwa weil die Erfolge von Entwicklungsprojekten nicht greifbar oder nicht transparent genug erscheinen. Diese verbreitete Wahrnehmung spiegelt sich beispielsweise an den Ergebnissen einer Studie des Deutschen Evaluierungsinstituts der Entwicklungszusammenarbeit (DEval) aus 2018 wieder: Hier gingen 65 Prozent der Befragten davon aus, dass die globale Armut in den letzten 20 Jahren zugenommen habe.

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Tatsächlich ist aber das Gegenteil der Fall. Denn in den vergangenen 20 Jahren hat sich die Anzahl der Menschen weltweit, die in Armut leben, vielmehr fast halbiert. Dazu haben auch internationale Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe beigetragen.

Ganz konkret bedeutet das, dass heute Millionen mehr Menschen ein gesundes und selbstbestimmtes Leben führen können. Damit Entwicklungszusammenarbeit weiterhin effizient wirkt und Armut weltweit ein für alle Mal überwunden werden kann, müssen Geberländer ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stellen – und auch bei “sich selbst” ansetzen. Denn es hängt nicht nur von der Wirksamkeit von Entwicklungsprojekten ab, ob Fortschritte im Kampf gegen Armut erreicht werden können, sondern auch ganz entscheidend von einer nachhaltigen und menschenwürdigen Wirtschafts- und Außenpolitik von Industrienationen.

Mythos 2: “Entwicklungsgelder kommen nicht da an, wo sie gebraucht werden.“

Würden Entwicklungsgelder nicht bei den Menschen ankommen, die sie brauchen, sähe unsere Welt heute anders aus. So haben heute Millionen von Kindern unter 5 Jahren weitaus bessere Überlebenschancen als noch im Jahr 2000. In dieser Altersgruppe konnte die Sterblichkeitsrate zwischen 2000 und 2017 um 49 Prozent reduziert werden. Vergleichbare Erfolge gibt es auch bei den weltweiten Einschulungsraten: 2010 gingen weltweit 85 von 100 Kindern zur Schule – in den 1960er Jahren waren es nur 50 von 100. Zudem haben sich in den vergangenen Jahrzehnten die grundlegenden Lese- und Schreibfähigkeiten verbessert und das Geschlechtergefälle beim Zugang zu Bildung stetig verringert.

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Zu diesen bemerkenswerten Erfolgen hat die internationale Entwicklungszusammenarbeit einen wichtigen Beitrag geleistet. Um dafür zu sorgen, dass Entwicklungsgelder die Menschen erreichen, für die sie bestimmt sind, greift die Entwicklungszusammenarbeit auf ein internationales Netzwerk zwischen Ländern und erfahrenen Partnerorganisationen zurück, die lokale Projekte und Kampagnen umsetzen und mit Regierungen zusammenarbeiten. Zudem unterliegt die Wirksamkeit von Entwicklungsprojekten einer systematischen Überprüfung und Qualitätssicherung.

Mythos 3: “Deutschland gibt bereits genug Geld für Entwicklungszusammenarbeit aus.“

Wir wünschten, dieser Mythos wäre wahr – aber leider bleibt Deutschland hinter seinem jährlichen Beitrag, zu dem es sich vor rund 50 Jahren verpflichtet hat, regelmäßig zurück. 1972 sagte die Bundesregierung zu, 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) für offizielle Ausgaben der Entwicklungszusammenarbeit bereitzustellen. Dieses Ziel hat Deutschland erst ein einziges Mal – nämlich 2016 – erreicht. Damit wir die Global Goals bis 2030 erreichen, müssen Geberländer wie Deutschland ihr Versprechen aber langfristig einhalten. Der Beitrag für internationale Entwicklungszusammenarbeit ist ein Gradmesser dafür, inwiefern wohlhabende Industrienationen wie Deutschland ihrer Verantwortung in der Welt nachkommen. Um Menschenrechte weltweit zu stärken, braucht es daher nicht weniger, sondern mehr Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe.

Mythos 4: “Entwicklungszusammenarbeit verstärkt Korruption anstatt zu helfen.“

Der Vorwurf, Entwicklungsgelder förderten die Bereicherung von Einzelnen, wiegt schwer. Dabei steht außer Frage, dass korrupte Regime die Effizienz von gezielter Entwicklungszusammenarbeit hemmen. Dass sich Entwicklungszusammenarbeit und die Bekämpfung von Korruption allerdings nicht widersprechen, zeigen mehrere Studien: So kann Entwicklungszusammenarbeit Korruption sogar verringern, da sie die Qualität der Regierungsführung, die politische Stabilität und die Rechenschaftspflicht verbessert.

Neben der Eindämmung von Korruption ist es ebenso wichtig, für Steuergerechtigkeit zu sorgen. Denn durch illegale Praktiken wie Steuerhinterziehung gehen fast allen Staaten der Welt große Summen an Geld verloren. Jene fehlenden Steuereinnahmen wiederum bieten ein großes Potenzial für wichtige Investitionen in die Gesundheit, Bildung und Stabilität von Gesellschaften – und demnach für die Bereiche, in denen Entwicklungszusammenarbeit aktiv ist.

Mythos 5: “Entwicklungszusammenarbeit ist während der COVID-19-Pandemie nicht so wichtig.”

Die COVID-19-Pandemie hat nicht nur gezeigt, dass Gesundheit unser höchstes Gut ist und damit die Grundlage für eine florierende Wirtschaft und für gesellschaftlichen Aufschwung. COVID-19 hat uns auch vor Augen geführt, dass unser globales Gesundheitssystem nur so stark wie sein schwächstes Glied ist – und dass viele Fortschritte in der Welt fragil sind. So drohen nun laut einem UN-Bericht rund 176 Millionen Menschen, in Armut abrutschen. Viele Kinder müssen die Schule abbrechen, um ihre Familie während der Pandemie finanziell zu unterstützen. Dadurch kommt es zu einem Anstieg von Kinderarbeit. Ob und wann jene Kinder wieder ihre Ausbildung aufnehmen können, ist derzeit ungewiss.

Vor dem Hintergrund der COVID-19-Pandemie und ihrer Auswirkungen auf Armut, Hunger und Bildung, wird Entwicklungszusammenarbeit sogar noch wichtiger. Denn Entwicklungsprojekte stärken Gesundheitssysteme und machen diese langfristig widerstandsfähig. Um die am stärksten von der Pandemie betroffenen Gemeinden und Länder beim Wiederaufbau zu unterstützen, leisten Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe daher einen unverzichtbaren Beitrag.

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Mythos 6: “Entwicklungszusammenarbeit bekämpft ausschließlich Armut.”

Entwicklungszusammenarbeit wirkt vielseitig und ganzheitlich. Denn zur Bekämpfung extremer Armut gehört auch die Förderung von Gesundheit, Bildung, Umwelt- und Klimaschutz, Ernährungssicherheit, Gleichberechtigung und der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Deshalb geht Entwicklungszusammenarbeit mit der Erreichung der Global Goals der Vereinten Nationen Hand in Hand. Ihre gemeinsame Vision: Eine Welt ohne Armut, in der jeder Mensch ein gerechtes und gesundes Leben führen kann – und jedes Kind eine Zukunft hat.