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Keira Knightley arrives at the 21st annual Screen Actors Guild Awards at the Shrine Auditorium on Sunday, Jan. 25, 2015, in Los Angeles.
Jordan Strauss/Invision/AP
Frauenrechte

Darum kritisiert Keira Knightley Herzogin Kates Auftritt mit Baby Charlotte


Warum das wichtig ist 
Viele Frauen erleben Diskriminierung am Arbeitsplatz, viele von ihnen sogar besonders dann, wenn sie Mütter sind. Auch die Schauspielerin und Mutter einer Tochter, Keira Knightley, weist auf die immer noch weit verbreitete Geschlechterungleichheit hin. Schließ dich uns an und werde hier aktiv, um deinen Teil zu einer gerechteren Welt beizutragen.  

Keira Knightley hat die Nase voll von Geschlechterungleichheit.

Die Oscar-nominierte Schauspielerin verfasste kürzlich ein Essay mit dem Titel “The Weaker Sex” – das schwächere Geschlecht. In diesem schreibt sie sehr bildhaft über die Realität der Geburt und teilt ihre persönlichen Erfahrungen in puncto Geschlechterungleichheit am Arbeitsplatz.  

Knightleys Beitrag ist Teil einer vor kurzem veröffentlichten Essay-Reihe genannt "Feminists Don´t Wear Pink (And Other Lies)" von Scarlett Curtis, der Autorin und Mitgründerin von Pink Protest, einer Gemeinschaft von Aktivisten und Gründer der #FreePeriods Kampagne.

Auch Schauspielerinnen Emma Watson und Saoirse Ronan sind mit Beiträgen in der Kollektion vertreten. 

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Das Online-Magazin Refinery29 veröffentlichte nun einige Auszüge des aussagekräftigen Essays, das Knightley ihrer Tochter widmete.

“Ich bin pünktlich, beherrsche den Text, komme mit vielen Ideen und einer Meinung. Ich bin die ganze Nacht bei dir [ihrer Tochter], wenn du mich brauchst. Manchmal weine ich, weil ich so müde bin. Ich wache die ganze Nacht über dich und arbeite den ganzen Tag... Meine männlichen Kollegen kommen zu spät, sie kommen unvorbereitet. Sie sind laut, sie schreien und sie werfen mit Dingen um sich. Sie erscheinen betrunken oder manchmal auch gar nicht. Sie sehen ihre Kinder nicht. Sie arbeiten. Sie müssen sich konzentrieren”, schreibt sie über die unterschiedlichen geschlechterspezifischen Erwartungen an Eltern, wenn diese nach der Geburt eines Kinder in den Beruf zurückkehren.

Was das Thema Elternzeit angeht, trifft Knightley den Zahn der Zeit. Eine aktuelle Studie (2018) fand heraus, dass sich vor allem bei der Elternzeit zeigt, welche geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede zwischen Eltern herrschen. Mütter unterliegen dabei noch immer hohen und unfairen Maßstäben, die dazu führen, dass sie nach der Geburt ihres Kindes einen weitaus höheren Lohnverlust hinnehmen müssen als frisch gebackene Väter. 

Knightley erwähnt in ihrem Essay auch die Herzogin von Cambridge, Kate Middleton, die sich bereits kurz nach der Entbindung ihrer Tochter nahezu makellos der Öffentlichkeit präsentierte. “Verstecke. Verstecke den Schmerz, unsere aufgebrochenen Körper, unsere tropfenden Brüste, unsere tobenden Hormone. Sieh schön aus, sieh elegant aus, zeige nicht dein Schlachtfeld, Kate. Sieben Stunden nach deinem Kampf mit Leben und Tod, sieben Stunden, nachdem dein Körper aufgebrochen ist und blutiges und schreiendes Leben herausgekommen ist. Zeig es nicht. Sag es nicht. Stell dich einfach hin mit deinem Mädchen und lass dich von einem Rudel männlicher Fotografen fotografieren.”

Mit ihrer Aussage wollte Knightley jedoch nicht die Herzogin persönlich angreifen, sondern sie habe die Tatsache kritisiert, dass der damalige Auftritt genau das unrealistische Bild einer Geburt bediene, welches die Gesellschaft von jungen Müttern heutzutage erwarte. "Ich habe niemanden in irgendeiner Weise beschämt, ganz im Gegenteil", sagte die Schauspielerin am Rande der Premierenfeier ihres neuen Films Colette in London. "Meine Aussagen beziehen sich ganz auf unsere Kultur, die die Wahrheiten der Frauen zum Schweigen bringt und uns alle zwingt, uns zu verstecken", so die 33-Jährige weiter.

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Knightley, die in der Vergangenheit schon mehrfach kritisiert hat, wie Frauen auf dem Bildschirm dargestellt werden, beschreibt in ihrem Essay auch das Gefühl, von Männern am Set runtergemacht zu werden. “Sie sind mir gegenüber herablassend, sie versuchen erst gar nicht, mir zuzuhören, sie sprechen nicht mit mir, sie wollen weder meine Stimme, noch meine Erlebnisse, noch meine Meinung hören.”