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WirkungUmweltschutz

China halbiert Fleischkonsum für den Klimaschutz

63 Kilogramm - das ist momentan der jährliche Fleischverbrauch in China pro Einwohner. Zu viel, sagt die chinesische Regierung und will dem Einhalt gebieten. Chinas Gesundheitsministerium will den Fleischkonsum im Land massiv runterfahren - und zwar um mehr als die Hälfte! Denn würde sich der Trend weiter fortsetzen, könnte der Fleischverbrauch pro Kopf bis zum Jahr 2030 auf ganze 93 Kilogramm ansteigen. 
Um die Bevölkerung zum Umdenken zu bewegen, hat das Gesundheitsministerium einige durchaus gute Argumente auf Lager. 

Chinas Gesundheitsministerium ist alarmiert und ruft zum Umdenken auf

Meat on a stick in ChinaFleischangebot auf einem Markt in China

1982 wurden in China gerade einmal 13 Kilogramm Fleisch pro Kopf in einem Jahr verzehrt. Fleisch war damals das Essen der Wohlhabenden, der Millionäre. Doch mit Chinas Aufstieg der Mittelschicht und neuem Reichtum hat sich auch der Fleischkonsum geändert. Fleisch ist zur Massenware geworden und hat sich in 34 Jahren mehr als vervierfacht.

Chinas Gesundheitsministerium hat deshalb jetzt seine Richtlinien für eine gesunde und ausgewogene Ernährung erneuert. Die Regierung ruft alle Menschen in China dazu auf, ihren Fleischkonsum drastisch zu kürzen und täglich nur noch auf 40-75 Gramm Fleisch zurückzugreifen. Das würde den jährlichen Verbrauch auf 14-27 kg senken.

Laut der britischen Zeitung Guardian verzehrt China im Moment 28% des weltweit zum Verzehr produzierten Fleischs. Damit steht China zwar noch immer hinter Ländern wie Australien und Amerika, doch die chinesische Regierung will unter keinen Umständen noch weiter aufholen oder sogar zum Spitzenreiter werden. Und dafür hat das Land mehr als nur einen guten Grund.

Weniger Fleisch bedeutet weniger Diabetes, weniger Fettleibigkeit und saubere Luft

shanghai sunset.jpgLuftverschmutzung in Shanghai
Image: Suicup / Wikimedia Commons

Die Aufzucht und die anschließende Produktion zum Verzehr von Tieren trägt ganze 14,5% zu allen klimaschädlichen Emissionen auf der Erde bei und liegt damit noch vor dem Transportsektor. Die Halbierung des Fleischkonsums pro Kopf würde China dabei helfen, die Emissionen weiter zu senken. Denn bis 2030 könnten mit der Initiative des Gesundheitsministeriums 1 Milliarde Tonnen Treibhausgase eingespart werden. Das wäre mehr als die Hälfte der bisher prognostizierten 1,8 Milliarden Tonnen, die China ohne Änderung des Fleischkonsums produzieren würde.

Und die Regierung hat noch ein Argument in der Tasche: eine Halbierung des jährlichen Fleischkonsums würde auch der Gesundheit der Menschen in China zu Gute kommen. Denn mehr als die Hälfte des verzehrten Fleischs in China ist Schweinefleisch. Und das wiederum ist sehr fettig und kann zu Fettleibigkeit und Diabetes führen. Eine Reduzierung des Fleischkonsums oder sogar ein völliger Fleischverzicht kann also zu eienr besseren Gesundheit beitragen.

„Less Meat, Less Heat”: Arnold Schwarzenegger und James Cameron werben für reduzierten Fleischkonsum

Auch Stars wie Arnold Schwarzenegger und Avatar-Regisseur James Cameron werben für einen reduzierten Fleischkonsum, um die Umwelt zu schützen und gesünder zu leben. Deshalb starteten sie gemeinsam eine Werbekampagne mit dem Slogan „Less Meat, Less Heat, More Life”.

James Cameron ist davon überzeugt, dass ein Rückgang des weltweiten Fleischkonsums einen großen Teil dazu beitragen kann, die globale Erderwärmung zu verlangsamen und so das Pariser Klimaabkommen von 2015 einzuhalten.

Und wie stehts mit dem Fleischkonsum in Deutschland?

In Deutschland schwankte der tägliche Fleischkonsum im Jahr 2013 zwischen 40 und über 105 Gramm pro Tag. Unterschiede gab es vor allem zwischen dem Verzehr von Fleisch bei Männern und Frauen sowie zwischen unterschiedlichen Essgewohnheiten im Westen und Osten des Landes.

Fleisch-_und_Wurstverzehr_nach_Bundesländern_und_Geschlecht.jpgHeinrich-Böll-Stiftung: Fleisch- und Wurstverzehr nach Bundesländern und Geschlecht 2013

Die gute Nachricht ist, dass der jährliche Fleischkonsum in Deutschland seit dem sinkt. Dem gegenüber allerdings werden immer mehr Tiere in Deutschland geschlachtet, um das Fleisch auf dem weltweiten Markt anbieten zu können - ja, auch in China. Würden also mehr Menschen in China - und weltweit - täglich weniger Fleisch essen, würde sich das auch auf unser Klima in Deutschland positiv auswirken, denn dann müssten weniger Tiere gehalten und geschlachtet werden.

Natürlich ist es mit der bloßen Reduzierung des Fleischkonsums oder gar dem kompletten Verzicht auf Fleisch in Sachen Klimaschutz nicht ganz getan. Aber es ist ein guter und gesunder Schritt, mit dem die weltweiten Klimaemissionen auf jeden Fall schon mal gesenkt werden könnten. Das sehen auch andere Staaten wie zum Beispiel Dänemark: Hier hat die Regierung vorgeschlagen, die Steuern für rotes Fleisch zu erhöhen. Ob Deutschland dem folgen wird?