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People walk in the street during a hot day in Tokyo's district of Ueno on Aug. 7, 2019.
Charly Triballeau/AFP/Getty
Umweltschutz

Tödliche Hitzewelle in Japan fordert 57 Menschenleben, 18.000 Menschen mussten ins Krankenhaus

Warum das wichtig ist
Durch den Klimawandel werden gefährliche Hitzewellen verstärkt und treten immer häufiger auf. Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (UN) fordern Länder weltweit dazu auf, Treibhausgasemissionen drastisch zu reduzieren, bevor die Erderwärmung vollständig außer Kontrolle gerät. Werde aktiv und setz dich mit uns für den Umwelt- und Klimaschutz ein.

Japan wurde erneut von einem außergewöhnlich heißen Sommer getroffen. 57 Menschen fielen den hohen Temperaturen von bis zu 41 Grad bereits zum Opfer.

Nach Schätzungen des Nachrichtenmagazin Japan Times wurden weitere 18.347 Menschen in Krankenhäuser eingeliefert. Vor allem für ältere Menschen werden die heißen Sommer zur Gefahr – der Großteil der aufgenommenen Patient*innen war über 65 Jahre alt.

Nachdem in einem Vergnügungspark ein Mitarbeiter in einem über 15 Kilo schweren Kostüm aufgrund der Hitze zu Tode kam, verkürzten Themenparks und weitere öffentliche Veranstaltungsorte ihre Öffnungszeiten oder wurden vorerst geschlossen, so die BBC.

Die gefährliche Hitzewelle ist bereits die zweite, von der Japan allein in diesem Jahr heimgesucht wurde. Der erste Hitzeschub ereignete sich im Mai – und damit ungewöhnlich früh. Japans Behörden sahen sich sogar gezwungen, eine vorübergehende Reisewarnung an Tourist*innen auszusprechen.

2019 ist damit das Jahr der “Temperaturrekorde”: Sowohl der Juni als auch der Juli waren die Monate mit den jeweils höchsten Temperaturen, die jemals in der Geschichte der Wetteraufzeichnungen gemessen wurden.

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Das heiße Klima führt schon jetzt zu einer merkbaren Verschiebung der weltweiten Klimazonen, wodurch sich Europa und weite Teile der Welt, darunter auch die Arktis, stetig aufheizen.

Die Konsequenzen sind nicht nur messbar – sie sind vor allem spürbar. Im Juli beispielsweise kletterten die Temperaturen in Frankreich auf bis zu 45,1 Grad, in Deutschland auf bis zu 42,6 Grad.

Gleichzeitig wurden die 18 der insgesamt 19 heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in den Jahren nach 2000 registriert – was bedeutet, das bisher jedes Jahr im 21. Jahrhundert einen Hitzerekord verzeichnete.

Während die Hitzewelle in Japan noch nicht endgültig dem Klimawandel zugeschrieben wird, ist es wahrscheinlich, dass das sich ändernde Klima dazu beigetragen hat. Denn die sich in der Erdatmosphäre ansammelnden Treibhausgase formen eine Art Hitzeglocke, wodurch immer weniger Wärme nach außen abgegeben werden kann. Die Folge: Steigende Temperaturen auf der Erde, die sich zu katastrophalen Naturereignissen für Mensch und Umwelt entwickeln können.

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Bereits im vergangenen Jahr ereignete sich eine ähnlich gefährliche Hitzewelle in Japan, die insgesamt über 1000 Menschen das Leben kostete. In einer im vergangenen Mai veröffentlichen Studie erklärten Forscher*innen, dass “es ohne die menschenverschuldete globale Erderwärmung nicht soweit hätte kommen“ können.

Wissenschaftler*innen sagen voraus, dass Hitzewellen dieser Art in den kommenden Jahren keine Seltenheit mehr darstellen und wahrscheinlich noch drastischer ausfallen könnten. Die Länder, die schon heute unter Wasserknappheit und Dürre leiden, werden davon am meisten betroffen sein.

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