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Frauenrechte

Luisa Neubauer, Maria Furtwängler, Sara Nuru & viele mehr zeigen der Bundesregierung, was Frauen wollen

Warum das wichtig ist
Bis heute hat kein Land der Welt die Geschlechtergerechtigkeit erreicht. Deshalb kämpfen Frauen (und Männer) weltweit bis heute für Frauenrechte. Die Vereinten Nationen (UN) fordern Länder weltweit dazu auf, Gleichberechtigung und Chancengleichheit für alle Menschen umzusetzen. Nutze hier deine Stimme, damit jeder Mensch ein selbstbestimmtes Leben führen kann.

Sie sind weiß, männlich und heißen vornehmlich Thomas oder Michael: In den Chefetagen deutscher Unternehmen geht es noch immer wenig divers und weiblich zu. Das wollen die Initiator*innen der Kampagne #ICHWILL ändern. In einem Instagram-Video appellieren sie an die Bundesregierung, eine verbindliche Quote für Frauen in Führungspositionen und Vorständen einzuführen. Unter dem Motto #ICHWILL zeigen sie, dass Frauen sehr wohl leitende Positionen übernehmen wollen, doch allzu oft von einem männlich dominierten System ausgebremst werden.

Bekannte Persönlichkeiten wie die Autorinnen Louisa Dellert und Laura Gehlhaar, die Schauspielerinnen Natalia Wörner, Thelma Buabeng und Maria Furtwängler, sowie Klimaaktivistin Luisa Neubauer, Model und Unternehmerin Sara Nuru und die Bloggerin Nike van Dinther haben sich dem Aufruf angeschlossen. Die Forderung der Initiator*innen: “Die Bundesregierung muss Unternehmensvorstände gesetzlich dazu verpflichten, bei einer Neueinstellung mindestens eine Frau zu berücksichtigen.” Innerhalb von sechs Tagen wurde das Video über 330.000 Mal angeguckt und unter anderem von Franziska Giffey, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, geteilt.

#ICHWILL fordert Chancengleichheit für alle Menschen

#ICHWILL fordert nicht ausschließlich die Gleichberechtigung für Frauen, sondern für alle Menschen, die aufgrund ihrer Religion, Herkunft, Hautfarbe, ihres Alters, Geschlechts oder einer Behinderung Diskriminierung im Beruf erlebt haben. “Teile deinen #ICHWILL Moment, in welchem du nicht die Chance bekommen hast, die dir zusteht. (...) Damit endlich Standard wird, was Standard sein sollte”, heißt es in dem Video.

Der reale Standard sieht derzeit so aus: In deutschen Unternehmensvorständen beträgt die Frauenquote gerade einmal 10 Prozent. Vor fünf Jahren verabschiedete die Bundesregierung ein Gesetz, das voll mitbestimmungspflichtige und börsennotierte Unternehmen dazu verpflichtete, einen Frauenanteil von 30 Prozent in ihren Aufsichtsräten umzusetzen. Davon ausgeschlossen wurden allerdings Unternehmen, die entweder mitbestimmungspflichtig oder börsennotiert sind. Für diese bleibt die Setzung von Zielvorgaben freiwillig, um den Frauenanteil in ihren Vorständen und Chefetagen zu erhöhen. Dies führe dazu, dass “Großunternehmen bei der freiwilligen Selbstverpflichtung, Frauen einzustellen, Zielvorgabe 0 angeben”, betont Sara Nuru in dem Video zu #ICHWILL.

Frauenquote für Aufsichtsräte zeigt Wirkung

Dass die Einführung der Frauenquote für Aufsichtsräte in den jeweiligen Unternehmen wirkt, zeigen die Auswertungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. So lag der
Anteil der Frauen 2019 in den Aufsichtsräten der 200 umsatzstärksten deutschen Unternehmen bei 28,2 Prozent – 2015, also vor der Quote, bei 19,7 Prozent. Damit hat sich die Frauenquote als geeignetes Instrument erwiesen, um mehr Gleichberechtigung in Führungspositionen durchzusetzen – sofern sie denn auch auf alle Unternehmen und mit entsprechenden Sanktionen ausgeweitet wird.

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Fortschritte für die Gleichberechtigung muss es auch bei der Lohngerechtigkeit geben. Ein Bericht der EU Kommission gab zuletzt bekannt, dass Frauen in Deutschland erst im Jahr 2121 genauso viel wie Männer verdienen werden – vorausgesetzt, es würden keinen Gegenmaßnahmen getroffen.

Unter dem Hashtag #ICHWILL teilen nun immer mehr Frauen Momente ihrer beruflichen Laufbahn, in denen sie ungerecht behandelt wurden. Damit zeigen sie Politiker*innen, was  Frauen wirklich wollen: Die Gleichberechtigung und Chancengleichheit aller Menschen, und zwar nicht erst in 101 Jahren, sondern jetzt.