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Haus von Mädchen, das vom Horror aus Aleppo twittert, komplett zerbombt

AlabedBana/Twitter

Es war wohl nur eine Frage der Zeit, bis das Haus, in dem die 7-jährige Bana Alabed lebte und von wo aus sie aus Aleppo twitterte und die Welt um Hilfe bat, von einer Bombe getroffen wurde.

Vergangenes Wochenende wurde ein großer Teil der Stadt vom syrischen Militär erobert, Banas Haus wurde von den Truppen Assads zerstört. Menschen um sie herum starben. Sie und ihre Familie konnten sich retten und fliehen nun um ihr Leben. 

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Am Sonntag twitterte Banas Mutter Fatemah: „Letzte Nachricht - stehen unter massivem Beschuss. Wenn wir sterben, kämpft weiter für die 200.000 Menschen, die noch hier sind. BYE. - Fatemah”

Kurz danach twitterte auch Bana: „Heute Nacht haben wir kein Haus mehr. Es wurde zerbombt. Ich lag unter den Trümmern. Ich sah Tote und wäre selbst fast gestorben. - Bana”. Die Nachricht enthielt ein verschwommenes Bild von ihr. 

Nichts und niemand ist mehr sicher in Aleppo: Krankenhäuser, Kirchen, Schulen, Kinder, Erwachsene. Alles wird derzeit zur Zielscheibe. Es scheint daher wie ein Wunder, dass Bana und ihre Familie die Bombardierung überlebt haben. Denn das syrische Regime ist dafür bekannt, dass es Ziele mehr als einmal bombardiert.

Über das Jahr hinweg hat Bana immer mehr Follower auf Twitter hinzugewonnen - inzwischen sind es über 191.000. Aus dem Inferno in Aleppo heraus, beschrieb sie der Welt die Situation, die sie um sich herum wahrnahm: wie mit jeder Bombe mehr Gewalt und Chaos ausbrachen und ein 'normales Leben' zum Stillstand kam.

Unzähligen Kinder ergeht es wie Bana. Ein neuer Bericht von UNICEF sagt aus, dass mehr als eine halbe Million Kinder in Kriegsgebieten leben und sie dort den Gewalttaten des Krieges völlig schutzlos ausgeliefert sind. 

„Kinder werden verletzt, können nicht mehr zur Schule gehen oder draußen spielen. Sie müssen mit einem Minimum an Essen und Medizin überleben”, schreibt UNICEF-Direktor Anthony Lake im Bericht. „Das ist keine Art zu leben - und keine Art zu sterben.”

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Immer wieder tauchen schreckliche Bilder von Kindern auf, die dem Krieg zum Opfer gefallen sind - Bilder wie die vom 3-jährigen Alan Kurdi, dessen Leichnam an den Strand gespült wurde, oder von Omran Daqneesh, der blutüberströmt und voller Staub in einem Krankenwagen sitzt.

Der Krieg in Syrien wird nun bereits seit über fünf Jahren ausgetragen und hat mehr als 500.000 Todesopfer gefordert und mehr als 4,8 Millionen Menschen zur Flucht gezwungen. Weitere 6,6 Millionen Menschen sind von ihren Heimatorten vertrieben worden und leben nun im Land zerstreut, ohne festen Wohnsitz. 

Die Stadt Aleppo war bereits seit Ausbruch des Krieges ein Krisenherd. Jetzt aber ist es zum Epizentrum geworden, weil Rebellen den Osten der Stadt als letzte Festung noch immer besetzt halten. Das Assad-Regime bombardiert den Stadtteil methodisch genau, um die Rebellen zu vertreiben. Doch gleichzeitig setzt es auch das Leben der Menschen dort aufs Spiel und schneidet sie von der Außenwelt ab. Wer es also schafft, dort zu überleben, wird früher oder später keine Nahrungsmittel mehr finden, weil Helfer den Osten der Stadt nicht erreichen.

Trotz allem - entgegen allen Erwartungen - twittert Bana Alabed weiter, berichtet weiter vom Leben aus Aleppo und hofft weiterhin auf internationale Hilfe und darauf, dass ihr Leben endlich eine Kehrtwende nimmt. Denn bisher kennt sie nur den Ausnahmezustand: den Krieg in Aleppo.