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Syrische Kinder halten Pokémons, damit die Welt endlich hinguckt

REVOLUTIONARY FORCES OF SYRIA MEDIA OFFICE

Während Menschen auf der ganzen Welt gebannt auf ihre Smartphones starren und nach Pokemon-Figuren in ihrer Umgebung suchen, nutzen syrische Kinder das neue Spiel, um auf ihre Notlage hinzuweisen und um Hilfe zu bitten.

Auf dem Schild eines Jungen etwa steht: „Ich lebe in Kafr Nabl in der Nähe von Aleppo. Komm und fang mich.”

Auf einem anderen Schild steht: „Ich bin ein Pokemon in Idlib in Syrien. Kommst du her und rettest mich?”

Die Verbindung zwischen dem weltweiten Spiele-Trend und tagtäglichem Terror ist herzzerreißend.
Seit im Jahr 2011 der Bürgerkrieg in Syrien ausgebrochen ist, starben nahezu 400.000 Menschen, 5 Millionen Menschen haben das Land verlassen und 6,6 Millionen Menschen mussten in andere Teile des Landes flüchten.


Zahlreiche Länder haben syrischen Flüchtlinge aufgenommen, doch noch immer gibt es zu viele Menschen, die ohne Hoffnung auf eine bessere Zukunft in überfüllten Flüchtlingslagern leben oder die ihr Zuhause nicht verlassen wollten oder konnten.

Das obengenannte Projekt stammt von der Nachrichtenplattform 'The Revolutionary Forces of Syria Media Office' (zu deutsch: Büro der Revolutionären Kräfte der Syrischen Medien).

Natürlich sind echte Menschen wichtiger als ausgedachte Figuren. Das steht auch nicht zu Debatte. Vielmehr verdeutlicht die Kampagne eine traurige Wahrheit: obwohl es weltweit so viele Flüchtlinge wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gibt, scheint die weltweite Aufmerksamkeit hierfür zu schwinden.

Die Macher der Kampagne stellen uns allen die Frage: können und müssen wir nicht mehr tun, um syrischen Kindern zu helfen?

Auch der syrische Grafik-Designer Saif Aldeen Tahhan nutzt die Sensation um Pokemon Go, um mehr Aufmerksamkeit für das Thema Flüchtlinge zu schaffen. In seinen Werken hat er eine Welt geschaffen, in der man anstatt Pokemon-Figuren Verbandskästen oder Rettungsringe finden kann.


„Ich hab diese Bilder geschaffen, damit mehr Menschen über den Krieg in Syrien Bescheid wissen und etwas gegen das Leid tun, anstatt Pokemon Go zu spielen”, sagte Tahhan der arabischen Nachrichtenagentur Al Arabiya.

„Die Welt ist ganz verrückt nach diesem Spiel. Deswegen habe ich mir gedacht, warum es nicht einfach als Mittel zum Zweck benutzen, um auf unser Leid hinzuweisen.”