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Mädchen twittert vom Horror direkt aus Aleppo: „Ich habe große Angst zu sterben.”

Bilder der zerstörten Stadt Aleppo füllen im Moment jede Nachrichtensendung auf der Welt. Wer kennt sie nicht. Jeden Tag sieht die Welt die zerbombten Schulen, Moscheen und Krankenhäuser der einst wunderschönen Stadt im Norden Syriens. Und immer noch harren Menschen in Aleppo aus und kämpfen ums Überleben.

Wie zum Beispiel die 7-jährige Bana Alabed. Sie teilt der Welt nun über Twitter mit, wie ihr Leben im dezeitigen kriegszerrütteten Aleppo aussieht.

Sie twittert über die Bomben, die vor ihrem Fenster einschlagen und das Haus zum Beben bringen. Über die Nachbarn, die bereits getötet wurden. Über die Bücher, die sie liest, um für ein paar Minuten zu vergessen, was sich draußen gerade abspielt. Und über ihre Freunde und Bekannte, die noch immer unter dem eingestürzten Haus begraben sind.

Bana hofft auf ein wenig Aufmerksamkeit von der restlichen Welt, damit der Krieg endlich aufhört: „Liebe Welt, wir haben bald kein Essen und keine Krankenhäuser mehr. Liebe Welt, warum siehst du nur zu und handelst nicht?”

Aufgrund des Krieges können Bana und ihre Familie nicht aus Aleppo fliehen. Krankenhäuser werden bewusst bombardiert und schwangere Frauen von Scharfschützen auf offener Straße erschossen. In den meisten Häusern in Aleppo gibt es kein fließendes Wasser und keinen Strom mehr. Hilfskonvois versuchen immer wieder zu den Familien vorzudringen, doch auch sie stehen unter Beschuss. Über 250.000 Menschen sitzen fest und können nicht fliehen, weil alle Straßen und Wege, die aus der Stadt rausführen mittlerweile blockiert wurden.

In Aleppo kommt es bereits seit Wochen zu Ausschreitungen zwischen Assads Truppen und den Rebellen. Dabei wird ein Blutbad angerichtet, das jeden sprachlos zurücklässt. Und aus diesen Szenen twittert Bana in der Hoffnung, dass ihr die Welt mit Mitgefühl entgegentritt und endlich Entrüstung zeigt.

In den letzten Monaten hat Bana (mit Hilfe ihrer Mutter Fatemah) immer mehr Twitter Follower dazugewonnen. Doch alle paar Tage fragt sich Bana, ob die heutige Nacht wohl ihre letzte Nacht sein wird; ob auch sie dem Krieg zum Opfer fallen wird. Diese Frage sollte sich keine 7-jährige stellen müssen.

Zwar ist es gut zu wissen, dass es dort draußen in der Welt Tausende gibt, die Banas Tweets lesen. Doch für Banas Familie bedeutet dies nichts, wenn daraus keine Hilfe von anderen Ländern erwächst.

Bis Hilfe kommt twittert Bana und ihre Familie weiter und deckt gnadenlos jedes Kriegsverbrechen in Aleppo auf, wer auch immer für sie verantwortlich ist.

Mit diesen öffentlichen Tweets begibt sich die Familie in große Gefahr. Ständig wird der Account verbal attackiert: dahinter muss doch eine Terroristengruppe stecken. Doch dahinter steckt nur eine Familie in Angst, die endlich Frieden will.

„Wir sind keine Terroristen, wir sind keine Anhänger des IS und auch nicht Nusra”, sagt Fatemah gegenüber NBC, „Wir sind Kinder, Mütter, Väter, Babys.”

Bana, die gerne Lehrerin werden möchte, kann aufgrund des Kriegs nicht mehr zur Schule gehen. Während der letzten Waffenruhe hat Banas Familie so viele Lebensmittel wie möglich zu Hause gelagert: Reis, Nudeln und andere trockene Lebensmittel. Dank einer kleine Solaranlage auf dem Dach kann die Familie ihr Smartphone aufladen und so weiterhin aus Aleppo twittern.

„Meine Kinder haben ihre Kindheit verloren”, sagt Fatemah. „Sie wissen nicht mehr wie es ist, draußen im Park zu spielen und herumzulaufen. Für sie es wie ein Traum.”

Doch trotz allem versuchen Bana und ihre Mutter optimistisch zu bleiben.

Aber dieser Optimismus ist keine Garantie - das wissen auch Bana und ihre Familie.