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Frauenrechte

An Nigerias Präsident: Frauen gehören nicht in die Küche, sondern an die Macht

Der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari. Foto: Alifazal

„[Meine Frau] gehört in meine Küche, in mein Wohnzimmer und in die anderen Zimmer in meinem Haus.”

Oha. Was hat sich der nigerianische Präsident Muhammadu Buhari bei dieser Aussage nur gedacht?

Letzte Woche Freitag, am 14. Oktober, war der Präsident auf Staatsbesuch in Berlin. Nachdem er sich mit Angela Merkel getroffen hatte, fand im Anschluss eine Pressekonferenz statt, auf der genau dieser Satz viel. Ausschlaggebend war ein Interview, das die First Lady Nigerias ein paar Tage zuvor gegeben hatte und in dem sie sich negativ über die Regierungsart ihres Mannes äußerte.

Man kann nur hoffen, dass seine Aussage ironisch gemeint war. Denn wie sonst würde ein Präsident auf die Idee kommen, so etwas zu sagen, während eine der mächtigsten Frauen der Welt neben ihm steht?

Frauen gehören alles andere als an den Herd. Weder hier noch in Nigeria. Das beweisen zum Beispiel diese fünf absoluten Powerfrauen aus der Politik. Vor allem eine dürfte sehr überraschen.

Fadumo Dayib -

die hoffentlich zukünftige Präsidentin Somalias

Fadumo Dayib ist eine inspirierende Persönlichkeit und das in jeder Hinsicht. Geboren in Kenia und aufgewachsen in Somalia, konnte Fadumo bis zu ihrem 14. Lebensjahr weder Lesen noch Schreiben. Das hat sie allerdings nicht davon abgehalten, sich selbst hohe Ziele zu stecken.

Heute hat sie drei Masterabschlüsse (einen davon aus Harvard) in der Tasche und arbeitet gerade an ihrer Doktorarbeit zum Thema ‚Women’s governmental participation and empowerment in post-conflict regions'.

Fadumo weiß was sie will - und ihre Ambitionen hören hier (zum Glück) nicht auf. Ganz im Gegenteil - Fadumo bewirbt sich gerade um die Position als erste weibliche Präsidentin Somalias.

Mehr Lesen: Sie ist kurz davor, Somalias erste weibliche Präsidentin zu werden

Ngozi Okonjo-Iweala -

ehemalige Finanzministerin Nigerias

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Ngozi Okonjo-Iweala. Foto: Asksimonresources

Ngozi Okonjo-Iweala hat einen Bachelorabschluss aus Harvard in der Tasche, ihren Doktortitel an der renommierten MIT gemacht und hat inzwischen verschiedene Ämter ihres Landes bekleidet: von Juni bis August 2006 war sie Außenministerin ihres Landes und von Juli 2011 bis Mai 2015 Finanz- und Wirtschaftsministerin. Beide Male war sie die erste Frau, die für diese Ämter gewählt wurde.

Mittlerweile ist sie die Vorsitzende von Gavi, eine Impf-Allianz mit dem Ziel, den Zugang zu Impfungen in Entwicklungsländern zu verbessern. Mitglieder sind unter anderem die Weltgesundheitsorganisation, UNICEF sowie Regierungen aus Industrie- und Entwicklungsländern. Und Ngozi Okonjo-Iwealas Berufung zum Vorsitz von Gavi kommt keine Minute zu spät, denn in den letzten Monaten ist es in Nigeria zu 3 neuen Polioerkrankungen gekommen.

Ngozi Okonjo-Iweala hat zahlreiche Auszeichnungen erhalten und wurde in den vergangenen Jahren vom Wirtschaftsmagazin Forbes immer wieder unter die 100 einflussreichsten Frauen der Welt gezählt. Hut ab, Frau Okonjo-Iweala!

Nkosazana Dlamini Zuma -

Südafrikas neue Präsidentin?

Nkosazana Dlamini-Zuma ist eine südafrikanische Ärztin, Politikerin und Anti-Apartheid-Aktivistin. Unter der Präsidentschaft Nelson Mandelas war sie von 1994 bis 1999 Gesundheitsministerin des Landes. In den folgenden Jahren - bis 2009 - war Nkosazana Dlamini-Zuma dann Außenministerin, bevor sie das Innenministerium Südafrikas anführte.

Seit 2012 ist Nkosazana Dlamini-Zuma Kommissionsvorsitzende der African Union und damit die erste Frau, die jemals die Afrikanische Union - ähnlich wie die Europäische Union - anführt.

Mehr und mehr Stimmen fordern den momentanen Präsidenten Südafrikas zum Rücktritt auf, nachdem immer mehr Skandale aufgedeckt wurden. Der Präsident ist kein geringerer als Nkosazanas Ex-Mann Jacob Zuma. Am liebsten hätte es das Volk, wenn ihn seine Ex-Frau als erste Präsidentin des Landes ersetzen würde.

Joyce Banda -

die ehemalige Präsidentin von Malawi

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Die ehemalige Präsidentin Joyce Banda. Foto: Marisol Grandon/Department for International Development.

Joyce Banda hat in ihrem bisherigen Leben Beeindruckendes erreicht, vor allem für Frauen und ihre Bildungsmöglichkeiten in Malawi. In den 1970er Jahren verließ Joyce Banda ihren gewalttätigen Mann und setzte sich mehr und mehr für die Rechte von Frauen ein. So gründete sie zum Beispiel die 'National Association of Business Women', das 'Young Women Leaders Network' und die 'Joyce Banda Foundation for Better Education', um mehr Kindern den Zugang zu Bildung zu ermöglichen. Auch sie wird von Forbes immer wieder unter die einflussreichsten Frauen der Welt gewählt.

Von 2012 bis 2014 regierte Joyce Banda als erste Frau das afrikanische Land Malawi, nachdem der ehemalige Präsident plötzlich verstarb. Das ist aber noch nicht alles: Als eine der wenigen politischen Personen Afrikas, setzt sie sich für die Rechte von Homosexuellen ein. Während ihrer Präsidentschaft hat sie neue Rechte verabschiedet, die es homosexuellen Paaren erlaubt zu heiraten.

Und ein Fun Fact zum Schluss: Joyce Banda dürfte auch zu den wenigen Menschen zählen, die Madonna (ja, die Sängerin) eine Abfuhr erteilt hat! Madonna schrieb damals einen wohl fragwürdigen Brief an die Präsidentin und bat um ein Treffen. Diese lehnte aber die Sonderbehandlungen, die Madonna erfragte, vehement ab und lehnte das Treffen ab. 

Aisha Buhari -

keine geringere als die Frau von Präsident Buhari persönlich

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Aisha Muhammadu Buhari. Foto: Brendafash.

Richtig gehört. Hier geht es um niemand geringeren als die Ehefrau des nigerianischen Präsidenten höchstpersönlich! 

Aisha Buhari hat mehrere Studienabschlüsse und arbeitete unter anderem als erfolgreiche Geschäftsfrau in Nigeria. Heute setzt sie sich für die Rechte von Frauen und Kindern ein und hat sich bereits mehrfach gegen Kinderehen ausgesprochen. Aisha Buhari betont immer wieder, wie wichtig es gerade für junge Mädchen sei, zur Schule gehen zu können. Unter keinen Umständen sollte ein Mädchen vor ihrem Schulabschluss heiraten. Generell sollte kein Mädchen vor ihrem 17. Geburtstag heiraten. 2015, während des Global Summit of Women, betonte Buhari immer wieder, dass Nigeria mehr Rechte einführen muss, die Mädchen und Frauen vor Zwangsehen schützen.

Im April dieses Jahres spendete Aisha Buhari Geld aus den Erlösen eines selbst geschriebenen Buches für die Familien, deren Töchter von Boko Haram entführt wurden.

In einem kürzlich geführten Interview mit BBC hatte sich die First Lady negativ über die Politik ihres Ehemanns geäußert und erklärt, dass sie ihren Mann bei der nächsten Wahl im Jahr 2019 womöglich nicht unterstützen wird, weil dieser eine Reihe von politischen Fehlern begangen hätte, die sie nicht gutheißt. 


Viele weitere großartige Frauen hätten hier stehen können, um dem nigerianischen Präsidenten zu beweisen, dass Frauen alles andere als hinter den Herd gehören. Denn wer weiß, wie die Welt ohne den Einsatz von Frauen wie Fadumo Dayib, Ngozi Okonjo-Iweala, Nkosazana Dlamini Zuma, Joyce Banda, Aisha Buhari und vielen anderen heute aussehen würde. Dankeschön liebe Frauen!