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Wessel Blokzijl Follow/ Flickr
Umweltschutz

Das größte Kreuzfahrtunternehmen der Welt musste 20 Mio. US-Dollar für Meeresverschmutzung zahlen

Warum das wichtig ist:
Die illegale Müllentsorgung ist eine der größten Verursacher der weltweiten Meeresverschmutzung. Jedes Jahr landen Tonnen von Plastik und gefährliche Chemikalien in Gewässern, die das Leben im Wasser und an Land bedrohen. Werde hier mit uns aktiv, um die Meere von Plastik zu befreien.

Das weltweit größte Kreuzfahrtunternehmen Carnival Corporation wurde im Juni 2019 zu einer Strafe in Höhe von 20 Millionen US-Dollar verurteilt, nachdem die Tochterfirma Princess Cruises wegen illegaler Abfallentsorgung für schuldig befunden wurde, berichtete die Nachrichtenseite Business Insider.

Aus den Dokumenten der Gerichtsversammlung ging hervor, dass die Firma mit Sitz in Miami enorme Mengen an Essens- und Plastikabfällen im Meer entsorgt hatte. Damit hat sie nicht nur gegen das internationale Abfallrecht verstoßen, sondern auch gegen bereits verhängte Auflagen, zu denen sich das Unternehmen durch vorherige Verstöße verpflichten musste. Zudem gelang es Princess Cruises nicht, genaue Nachweise über die Abfallentsorgung zu erbringen. Auch Versäumnisse bei der Müllentsorgung räumten sie erst im Vorfeld externer Überprüfungen ein, zeigen die Gerichtsunterlagen.

Für diese Umweltverstöße wurde die Carnival Corporation endlich zur Kasse gebeten, und zwar schnell: Binnen sieben Tagen musste das Bußgeld von 20 Millionen US-Dollar gezahlt werden.

Das Unternehmen soll zudem seinen Verbrauch an Einweg-Plastikprodukten an Bord reduzieren, eine firmeninterne Arbeitsgruppe für verbessertes Müllmanagement aufbauen und mehr Ressourcen für die Einhaltung der vereinbarten Umweltziele bereitstellen. Die Umsetzung dieser Auflagen soll regelmäßig überprüft werden.

Zudem wurde eine zusätzliche Strafe zwischen einer und zehn Millionen US-Dollar für jeden weiteren Tag fällig, den das Kreuzfahrtunternehmen bei der Einhaltung der Frist und Vereinbarungen versäumen würde.

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Kendra Ulrich, Kampagnenleiterin für Schifffahrt bei der Umweltorganisation Stand.earth, gingen diese Maßnahmen nicht weit genug. “Der Rechtsspruch ist ein Verrat am öffentlichen Vertrauen und eine Fortsetzung des milden Vorgehens, das es Carnival Corporation schon zuvor erlaubte, Profit aus dem Geschäft mit der Umwelt zu ziehen und durch die eigenen Schiffe gleichzeitig zur Zerstörung der fragilen Ökosysteme beizutragen, die es anreist“, sagte sie in einer Erklärung.

Princess Cruises wurde bereits im Jahr 2016 zu einer Strafe von 40 Millionen US-Dollar verurteilt – der bis dato höchste Betrag, den ein Seefahrzeug für die vorsätzliche Wasserverschmutzung zahlen musste. Damals hatte die Tochterfirma illegal enorme Mengen Öl im Meer entsorgt und im Anschluss die eigenen Berichte gefälscht, um einen zulässigen Ausstoß vorzutäuschen. Laut des Justizministeriums der Vereinigten Staaten waren es 16.000 Liter Öl.

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Daraufhin wurde eine Bewährungsstrafe gegen die Carnival Corporation verhängt. Die beauftragten Umweltprüfer*innen gaben an, dass das Unternehmen im Zeitraum von April 2017 und April 2018 über 800 Umweltverstöße beging.

Etwa 70 Prozent der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Doch durch den Menschen wird der größte Lebensraum der Erde zunehmend zu einem lebensfeindlichen Ort. An Land erzeugtes Plastik, Öl und Industrieabfälle landen über Flüsse oder auf direktem Wege im Meer.

Nicht biologisch abbaubares Einweg-Plastik kann in den Meeren über 1.000 Jahre lang bestehen bleiben. Dabei gefährdet es das Überleben von Meereslebewesen und schadet Tieren, die das Plastik in Form von Mikropartikeln aufnehmen. Und als wäre das nicht belastend genug, zerstören Kreuzfahrtschiffe wie von Carnival Corporation diesen Lebensraum zusätzlich.

Doch auf die Beliebtheit von Kreuzfahrten hat das bisher keinen Einfluss: In Deutschland steigt die Zahl an Kreuzfahrtreisen stetig, ergeben Auswertungen des internationalen Kreuzfahrtverband Cruise Lines International Association (CLIA) und dem Deutschen Reiseverband (DRV). Allein in 2018 belief sich der Umsatz in Deutschland auf über 36 Milliarden Euro – 7 Prozent mehr als im Vorjahr.

“Kreuzfahrten werden nach wie vor nachgefragt und sind einer der Wachstumstreiber im Markt. Insgesamt verstärkt sich der Trend, dass deutsche Urlauber auf die Sicherheit der organisierten Reise setzen. 2018 war ein absolutes Pauschalreisejahr – eine Entwicklung, die auch von der wachsenden Kreuzfahrt getragen ist“, heißt es in dem im März 2019 veröffentlichten Bericht.

Laut dem Nachrichtensender NRP zeigte sich die Amtsrichterin Judge Patricia Seitz während des jüngsten Gerichtsverfahrens zunehmend frustriert über die fortwährenden Umweltverstöße des Kreuzfahrtunternehmens.

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“Sie sind nicht nur für ihre Arbeitnehmer*innen und Aktieninhaber*innen verantwortlich. Sie haben auch eine Verpflichtung gegenüber Ihrer Umwelt“, sagte sie Arnold Donald, Geschäftsführer von Carnival Corporation, während der Anhörung. “Die Umwelt muss im Zentrum stehen, und ich hoffe und bete dafür, dass dies Ihr oberstes Gebot wird.”