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Brussels at Le Centre Communautaire Maritime
Frauenrechte

Ausstellung zeigt, was Frauen wirklich trugen, als sie vergewaltigt wurden

Warum das wichtig ist
Noch immer gibt es den Trugschluss, dass Opfer von Vergewaltigungen eine Mitschuld daran tragen, dass es zu diesem Übergriff kam – etwa durch aufreziende Kleidung. Diesen Mythos wollte die Ausstellung "What were you wearing?" (Was hattest du an?) aus der Welt schaffen. Global Citizen setzt sich für die Erreichung der  ein, darunter auch Ziel 5: Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen weltweit. Unterstütze dieses Ziel, indem du mit uns aktiv wirst.

Manchmal muss man Dinge mit den eigenen Augen sehen, bevor man sie glaubt. 

Eine Ausstellung, die 2018 in Brüssel im "Le Centre Communautaire Maritime" im Stadtviertel Molenbeek, zeigt, was Frauen trugen, als sie vergewaltigt wurden. 

Das Ziel? Mit dem wohl hartnäckigsten und schädlichsten Mythos in Bezug auf Vergewaltigung aufzuräumen. "Was hattest du an?" - diese Frage hängt neben den einzelnen Installationen der Ausstellung: nachgestellte Kleidungsstücke und Outifts, die die Opfer zu dem Zeitpunkt trugen, als sie vergewaltigt wurden. 

Das Ergebnis ist eine eindrucksvoll visuelle Ablehnung der Vorstellung, dass die Kleidung des Opfer, und somit das Opfer selbst, auf eine Art und Weise mitverantwortlich für den Übergriff war.     

"Die Installation will eine greifbare Antwort auf den wohl am weitesten verbreiteten Mythos geben, wenn es um Vergewaltigung geht“, sagte Delphine Goossens vom Le Centre Communautaire Maritime gegenüber Global Citizen. "Die Annahme, dass die Kleidung, die ein Opfer getragen hat, zu dem Übergriff geführt hat, ist enorm schädlich für die Opfer.“ 

Molenbeek-Exhibit-What-They-Wore_002.jpgImage: Brussels at Le Centre Communautaire Maritime

Jetzt aktiv werden: Sign the petition urging governments to comprehensively look at their laws relating to rape, sexual violence and abuse.

Die Ausstellung zeigte insgesamt 18 Installationen, neben jedes Outfit wurde die zugehörige Geschichte gehängt. Unter den Kleidungsstücken befinden sich Kleider, Polo Shirts und Jogginghosen, Schlafanzüge und ein T-Shirt, das ganz offensichtlich einem Kind gehört.    

Schnell wird klar, dass der Gedanke, bestimmte Kleidung führe zu Vergewaltigung, nichts anderes als ein Trugschluss sein kann. 

Laut Goossen schaffen die unterschiedlichen Outfits noch etwas: Sie stellen eine Verbindung zwischen dem Betrachter und der Installation her. Denn fast jeder kann sich mit mindestens einem Outfit identifizieren, weil man selbst schon mal etwas ähnliches getragen hat. Goossens sagt, dass gerade diese Verbindung zwischen Betrachter und Objekt die Ausstellung zu einer persönlichen Erfahrung macht: "Ich glaube, diese Ausstellung hat mehr Wirkungskraft als eine lange Rede (zum gleichen Thema). (…) Denn sie zeigt ohne ein einziges gesprochenes Wort, wie absurd die Vorstellung ist, dass ein Outfit für aggressives Verhalten verantwortlich gemacht werden kann."

Molenbeek-Exhibit-What-They-Wore_003.jpgImage: Brussels at Le Centre Communautaire Maritime

Goossens sagt weiter, dass die Ausstellung nicht nur mit dem Mythos der Kleiderwahl aufräumen, sondern auch zum intensiven Diskutieren anregen will. Sie wünscht sich, dass die Galerie zu einem Ort wird, an dem offen über das Thema Vergewaltigung gesprochen wird und was getan werden kann, damit Opfer solcher Übergriffe nicht länger die Mitschuld an solchen Verbrechen gegeben wird. 

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Sexuelle Gewalt und Übergriffe gegenüber Frauen bleibt auch 2018 ein globales Problem. Laut Schätzungen der Vereinten Nationen erfahren 35 Prozent aller Frauen weltweit mindestens einmal in ihrem Leben sexuelle und / oder physische Gewalt - in einigen Ländern steigt diese Zahl sogar auf über 70 Prozent.   

Ausstellung wie die "What were you wearing" in Brüssel helfen dabei, mit falschen Mutmaßungen und Mythen, in denen Frauen für das, was ihnen angetan wurde, zum Teil mitverantwortlichen gemacht werden, aufzuräumen. 

"Wir sagen unseren Töchtern und jungen Mädchen immer noch, dass sie darauf achten sollen, was sie tragen, aber wir sagen den Jungen nicht, dass sie niemanden missbrauchen sollen. Wir wollen, dass die Menschen verstehen, dass eine Frau tragen kann, was sie will. Kleidung ist niemals ein Grund, um attackiert zu werden. Das ist, was die Ausstellung vermitteln will: Kein Outfit provoziert oder verhindert Vergewaltigung."

Molenbeek-Exhibit-What-They-Wore_004.jpgImage: Brussels at Le Centre Communautaire Maritime