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Menschen, die etwas über die größten Herausforderungen der Welt lernen und aktiv werden wollen. Leiste deinen Beitrag, um extreme Armut zu beenden.

Classroom in Madagascar.
GPE/ Carine Durand / Flickr
Bildung

Bildung für alle bis 2030 ist das Ziel – doch wie kommen wir da hin?

Warum das wichtig ist:
Bildung öffnet Türen. Durch Bildung verbessern sich unsere Chancen auf ein gesundes Leben, ein sicheres Einkommen und eine vielfältige Teilhabe in der Gesellschaft. Wenn die Weltgemeinschaft bis 2030 extreme Armut beenden will, müssen wir in Bildung investieren. Wir alle können dazu einen Beitrag leisten – hier kannst du mit uns aktiv werden.

Der Mangel an Bildung ist einer der Hauptgründe für den Teufelskreis der Armut, der von Generation zu Generation weitergegeben wird. Im Umkehrschluss bietet Bildung aber auch eine der größten Chancen, um Armut zu durchbrechen.

In anderen Worten: Bildung und Armut sind direkt miteinander verknüpft.

Denn Bildung kann nicht nur für mehr Wohlstand, sondern auch für mehr Gerechtigkeit und Frieden in Gesellschaften sorgen. Sie kann die Gesundheit verbessern und sogar dabei helfen, unseren Planeten zu schützen (wirklich wahr!). Also echtes ein “Wundermittel“!

Deshalb ist qualitativ hochwertige, inklusive Bildung für alle eines der Ziele, die sich alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen (UN) bis 2030 gesetzt haben. Insgesamt 17 sogenannte Global Goals will die Weltgemeinschaft erreichen. Das erste und oberste Ziel lautet: Extreme Armut beenden. An vierter Stelle steht – ihr habt es geahnt– Bildung für alle. Doch wie können wir das erreichen und wo stehen wir heute? Antworten gibt es hier.

Wo stehen wir?

Die gute Nachricht: Heute gehen mehr Kinder zur Schule als je zuvor. In Entwicklungsländern besuchten 2015 erstmals 91 Prozent der Kinder eine Schule. Der Haken: Noch immer können 258 Millionen Kinder und Jugendliche nicht zur Schule gehen, so die Zahlen der UNESCO aus 2018. Die Gründe dafür sind vielfältig – aber viel zu oft ist es Armut, die sie davon abhält.

Wo ist die Situation besonders schwierig?

In Subsahara-Afrika, einer der ärmsten Regionen der Welt, gehen besonders wenig Kinder in die Schule. 1990 machten nur 23 Prozent der Kinder einen Abschluss an einer weiterführenden Schule, 2014 waren es immerhin 42 Prozent – doch damit bleibt die Zahl noch immer hinter dem weltweiten Durchschnitt von 75 Prozent zurück.

Rund die Hälfte der Kinder, die nicht zur Schule gehen, leben in Kriegs- und Krisenregionen. Dort werden Schulen geschlossen oder sogar bombardiert. Privatschulen sind häufig die einzige Chance auf Bildung – doch für die wenigsten ist diese Option bezahlbar.

Warum können die Kinder nicht in die Schule gehen?

Familien, die in Armut leben, stehen oft vor der Wahl, ihre Kinder in die Schule zu schicken oder ihr Geld zu nutzen, um die Familie am Leben zu halten. Selbst wenn die Schulbildung kostenlos ist, müssen Schulkleidung, Bücher, Hefte und Stifte gekauft werden.

Zudem sind Eltern in Entwicklungsländern häufig auf die Hilfe ihrer Kinder angewiesen – etwa im Haushalt, beim Ernten von Kakao oder dem Treiben von Vieh.

Warum sind Mädchen stärker betroffen?

EducationAroundTheWorld_Afghanistan_006.jpgA girl writes at the blackboard at Ayno Meena Number Two school in the city of Kandahar, Afghanistan.
Image: Jawad Jalali/GPE

Angenommen du hast zwei Kinder und kannst nur eins in die Schule schicken: Für welches würdest du dich entscheiden? Für dich ist es nur ein Gedankenexperiment, doch viele Eltern müssen diese Frage beantworten, weil sie den Schulbesuch nur für eines ihrer Kinder finanzieren kann. Meist entscheiden sie sich für die Jungs – und gegen die Mädchen. 

Viele Mädchen gehen nicht zur Schule, weil ihre Familien zu arm sind, stellte die Weltbank fest. Aber ohne Bildung wird es für die Mädchen noch schwerer, der Armut zu entkommen und ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Sie sind öfter finanziell abhängig, werden Opfer von Kinderehen und bekommen früh Kinder, die ebenfalls in Armut aufwachsen müssen.

Rund 15 Millionen Mädchen und 10 Millionen Jungs weltweit haben nie eine Schule besucht. In Zentralasien besuchen Jungs sogar 27 Prozent häufiger die Grundschule als Mädchen.

Wie kann Bildung helfen, den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen?

A school in ©Jana SepehrA School in Ghana ©Jana Sepehr

Drei eindrucksvolle Fakten zeigen, wie entscheidend Bildung für Wohlstand ist:

  • Fast 60 Millionen Menschen könnten der Armut entkommen, wenn sie nur zwei weitere Jahre zur Schule gegangen wären. 

  • Rund 420 Millionen Menschen hätten sich aus der Armut befreit, wenn sie als Kinder die Möglichkeit gehabt hätten, eine weiterführende Schule abzuschließen.

  • Statistisch gesehen steigt das Jahreseinkommen mit jedem besuchten Schuljahr um rund 10 Prozent.

Der erste Schritt ist es, zu verstehen, dass Bildung eine entscheidende Rolle spielt, wenn wir extreme Armut beenden und nachhaltige Entwicklung weltweit fördern wollen. Regierungen, Unternehmen, Philanthrop*innen und jede*r Einzelne von uns muss sich darüber bewusst sein und kann einen Beitrag leisten, um das Ziel 4 der Global Goals zu erreichen. Werde hier mit uns aktiv, damit Kinder in Krisengebieten zur Schule gehen können.