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Flickr: US Navy
Gesundheit

1,5 Milliarden Menschen leiden an vermeidbaren Krankheiten

Warum das wichtig ist
Fast 1,5 Milliarden Menschen leiden an sogenannten “vernachlässigten Tropenkrankheiten”, die behandelt oder verhindert werden könnten. Diese Krankheiten treten vor allem in tropischen Regionen auf. Besonders betroffen sind arme Menschen, die sich keine Behandlung leisten können und keinen Zugriff auf Gesundheitsversorgung haben. Ziel 3 der globalen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (UN) ist es, ein gesundes Leben für alle Menschen zu gewährleisten. Schließ dich uns an und werde hier aktiv.

Manchmal sind die kleinen, fast unsichtbaren Wesen die gefährlichsten Gegner – wie Mücken, Würmer und Parasiten, die Menschen mit Krankheiten infizieren. Insbesondere im globalen Süden, wo sogenannte “vernachlässigte Tropenkrankheiten“ weit verbreitet sind.

Die Betroffenen leiden unter Fieber, Gliederschmerzen, Durchfall oder erblinden. Einige der Krankheiten können zu lebenslangen körperlichen und mentalen Behinderungen führen. Zu diesen Krankheiten zählen die afrikanische Schlafkrankheit, Elephantiasis, Schistosomiasis oder Trachom.

Das Schlimmste daran: Viele dieser Krankheiten sind vermeidbar oder könnten behandelt werden. Doch oft fehlt den Betroffenen das Geld oder der Zugang zu einer ausreichenden Gesundheitsversorgung. 

Begünstigt werden die vernachlässigten Tropenkrankheiten durch Armut, weshalb die Krankheiten auch oft als “Armutskrankheiten“ bezeichnet werden. Denn arme Menschen müssen öfter ohne sauberes Wasser und sanitäre Anlagen auskommen. Ihnen fehlt das Geld für medizinische Versorgung.

Rund 200.000 bis 500.000 Menschen sterben jährlich an einer vernachlässigten Tropenkrankheit. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind es insgesamt 20 Krankheiten, die vor allem in den Tropen auftreten und bei uns oftmals völlig unbekannt sind.

Die vernachlässigten Tropenkrankheiten sind ein äußerst politisches Thema. Denn es besteht kaum wirtschaftliches Interesse zur Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen, da die Wirtschaftskraft in den betroffenen Ländern gering ist. Verschiedene Länder, Organisationen und Stiftungen stellen deshalb Gelder zur Verfügung, die dafür eingesetzt werden, Betroffene zu behandeln oder die Bevölkerung vor diesen Krankheiten zu schützen.

Deutschland hat die Ausgaben der Entwicklungsgelder für den Gesundheitssektor in den vergangenen Jahren immer weiter gesteigert – auf mittlerweile eine Milliarde Euro. Doch noch immer wird nicht genug Geld ausgegeben, um tropische Krankheiten zu bekämpfen.

Beim Global Citizen Live Event in Berlin stand Global Citizen Superaktivistin Mandy Beck auf der Bühne, um stellvertretend für Tausende Global Citizens noch einmal Druck auf die Bundesregierung und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller auszuüben. Sie forderte die deutschen Entscheidungsträger*innen dazu auf, den Kampf gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten zu unterstützen, weil Gesundheit kein Privileg, sondern ein Menschenrecht ist.


Was sind vernachlässigte Tropenkrankheiten?
Vernachlässigte tropische Krankheiten oder vernachlässigte Infektionskrankheiten werden auch oft als NTDs bezeichnet. Die Abkürzung steht für den englischen Namen “Neglected Tropical Diseases”. NTDs sind eine uneinheitliche Gruppe von insgesamt 20 Krankheiten, die – wie der Name schon sagt – in tropischen Regionen auftreten. 
Was wird getan, um NTDs auszurotten?
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Vereinten Nationen (UN) werben dafür, NTDs drastisch einzudämmen. Die WHO will bis 2020 zehn der NTDs ausrotten. Die UN hat die Verbesserung globaler Gesundheit als Ziel 3 der 17 nachhaltigen Entwicklungsziele definiert. Diese sollen bis 2030 erreicht werden.
Was tut die Politik dafür, dieses Ziel zu erreichen?
Lange waren die USA und Großbritannien die größten staatlichen Geldgeber – bis Präsident Trump ankündigte, die Entwicklungshilfe USAID um 37 Prozent zu kürzen. Die Bundesregierung wird dafür kritisiert, schwammige Formulierungen zu wählen und nicht klar zu benennen, was sie im Kampf gegen NTDs tun.
Wer hilft noch?
Die meisten Gelder kommen derzeit aus dem Privatsektor. Die Bill and Melinda Gates Foundation etwa gehört zu den wichtigsten Geldgebern für Gesundheitsprojekte. Auch Medikamentenhersteller haben Spenden zugesagt – insgesamt im Wert von 19 Milliarden Dollar von 2012 bis 2020.