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83 Millionär*innen fordern höhere Besteuerung für sich selbst

Warum das wichtig ist
Die weltweit identifizierten 2.150 Milliardär*innen besitzen zusammen etwa 10 Billionen US-Dollar. Das ist 30 Mal so viel, wie es bräuchte, um extreme Armut weltweit zu beenden. Wenn wir die Global Goals der Vereinten Nationen bis 2030 erreichen wollen, müssen Superreiche Teil der Lösung sein. Philanthropie ist dabei eine Möglichkeit – ein gerechtes Steuersystem hilft jedoch langfristig. Werde hier mit uns aktiv, damit alle Menschen ein gesundes und nachhaltiges Leben führen können.

Gerade in Zeiten wie diesen zeigt sich: Wer Geld hat, ist am besten vor Krisen geschützt. Nun hat sich eine Gruppe von Superreichen zusammengetan, um einen Teil ihres Besitzes dem Gemeinwohl zuzuführen. In einem offenen Brief fordern die insgesamt 83 Millionär*innen Regierungen dazu auf, langfristig Steuern für sehr reiche Menschen wie sie umzusetzen. Dadurch möchten sie sicherstellen, einen angemessenen Beitrag für den Wiederaufbau nach der Coronavirus-Pandemie leisten zu können.

Zu den Unterzeichner*innen des Briefs der sogenannten "Millionaires for Humanity" (zu deutsch: Millionär*innen für die Menschlichkeit”) gehören etwa die US-Filmemacherin und Erbin des Disney-Imperiums Abigail Disney, der Mitbegründer von Ben and Jerry’s Jerry Greenfield und Richard Curtis, Drehbuchautor und Gewinner des Global Citizen Awards 2019. Unter den beteiligten Millionär*innen sind auch fünf Deutsche, etwa die Start-up-Investorin und Philanthropin Dr. Mariana Bozesan.

“Unsere [weltweite] Verbundenheit war noch nie so deutlich", heißt es in dem Brief. "Wir müssen unsere Welt wieder ins Gleichgewicht bringen, bevor es zu spät ist. Es wird keine weitere Chance geben, dies herzustellen".
Die Initiative wurde von Organisationen wie Bridging Ventures, Club of Rome, Human Act, Oxfam International,Patriotic Millionaires, und Tax Justice UK begleitet. Die Aktion fand bewusst im Vorfeld des Treffens der G20-Finanzminister und Zentralbankpräsidenten sowie des EU-Gipfels in dieser Woche statt.

In ihrem Brief würdigen die “Millionär*innen für die Menschlichkeit” den Beitrag der systemrelevanten Arbeitskräfte, die an vorderster Front gegen das Virus im Einsatz sind. Diese Menschen würden jeden Tag ihr Leben riskieren und seien “extrem unterbezahlt für die Last, die sie tragen”. Die Unterzeichnenden erkennen an, dass sie sich im Vergleich zu vielen anderen Millionen Menschen keine Sorgen um ihren Job, plötzliche Obdachlosigkeit oder die Unterhalt ihrer Familien machen müssen.

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“Während die Welt gegen COVID-19 kämpft, spielen Millionär*innen wie wir eine entscheidende Rolle bei deren Wiederaufbau”, heißt es in dem Brief. “Nein, wir sind nicht diejenigen, die sich auf den Intensivstationen um die Kranken kümmern. Wir fahren nicht die Krankenwagen, die Betroffene in die Krankenhäuser bringen. Wir füllen nicht die Regale von Lebensmittelgeschäften auf oder liefern Lebensmittel von Tür zu Tür.”

"Aber wir haben Geld, viel Geld", heißt es weiter. "Geld, das jetzt dringend benötigt und auch in den kommenden Jahren gebraucht wird, wenn sich unsere Welt von dieser Krise erholt.”

Dem Guardian zufolge gelten mehr als 500.000 Menschen weltweit als “ultrareich” – das heißt, sie besitzen ein Vermögen von mehr als 30 Millionen US-Dollar. 2020 sind weitere 31.000 Menschen in diese Kategorie aufgestiegen. Obwohl die Forderungen nach einer Vermögenssteuer in Ländern weltweit lauter geworden sind, wurden Steuern für Superreiche teilweise sogar gesenkt.

Die weltweit identifizierten 2.150 Milliardär*innen besitzen mehr als die weltweit ärmsten 4,6 Milliarden Menschen, wie das Hilfsnetzwerk Oxfam in dem Anfang 2020 veröffentlicht Bericht “Time to Care” erklärt.
Die Hälfte aller Arbeitnehmer*innen weltweit – 1,6 Milliarden Menschen – leben in unsicheren Arbeitsverhältnissen. Durch die Pandemie haben Hunderte Millionen Menschen ihre Arbeit verloren. Zudem könnte sich laut Weltbank zum ersten Mal in 20 Jahren die Anzahl der Menschen, die in extremer Armut leben, auf 60 Millionen Menschen erhöhen.

Viele dieser Entwicklungen hängen direkt mit der Coronakrise zusammen: Märkte brechen zusammen und Länder weltweit haben mit schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen zu rechnen. Und obwohl die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont, dass die Pandemie ”nicht einmal annähernd vorbei ist”, verzeichnen Superreiche wie der Amazon-Gründer Jeff Bezos in diesem Jahr sogar Gewinne von bis zu 31 Milliarden US-Dollar.

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"Die Probleme, die durch COVID-19 verursacht und aufgedeckt werden, können nicht mit einzelnen Spenden gelöst werden, egal wie großzügig sie sind", kommentieren die Initiator*innen des Briefs weiter. "Die Regierungschefs müssen die Verantwortung dafür übernehmen, die benötigten Mittel aufzubringen und sie gerecht zu verteilen. Wir können sicherstellen, dass wir unser Gesundheitssystem, unsere Schulen und unsere Sicherheit angemessen finanzieren, indem wir die Steuern für die wohlhabendsten Menschen der Welt, Menschen wie uns, dauerhaft erhöhen".

“Deshalb bitten wir Sie: Erhöhen Sie die Steuern für uns. Es ist das einzig Richtige. Menschlichkeit ist wichtiger als unser Geld”, lautet der Schlusssatz des Briefs.