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WFP is working with partner organizations to distribute food to the most vulnerable and ensure that families are aware of COVID-19 and how they can stay safe in Syria.
Khudr Alissa/WFP
Hunger & Ernährungssicherheit

Hunger in Syrien: Regierung kürzt die Brotversorgung

Warum das wichtig ist
Im vergangenen Jahrzehnt wurde die syrische Bevölkerung Opfer einer der schlimmsten humanitären Krisen der Welt. Die Vereinten Nationen rufen Entscheidungsträger*innen weltweit dazu auf, diesem Leid ein Ende zu bereiten und ausreichend humanitäre Hilfe zu leisten. Werde hier mit uns aktiv, um den Hunger in der Welt zu bekämpfen.

Die syrische Regierung hat die Brotversorgung der Bevölkerung durch staatlich verwaltete Bäckereien gekürzt. Dadurch könnte sich die ohnehin bestehende Krise in dem von Krieg und Hunger geplagten Land weiterhin verschärfen, warnt der Guardian.

Durch den seit über neun Jahren anhaltenden Bürgerkrieg kann sich der Großteil der Syrer*innen nicht einmal mehr ein Brot leisten. Deshalb hatte die Regierung Haushalte in den von ihr kontrollierten Gebieten mit elektronischen Karten versorgt. Über die war es ihnen möglich, Brot in staatlichen Bäckereien zu kaufen. Doch nun wurde die tägliche Ration pro Haushalt und Anzahl der Familienmitglieder gekürzt.

Jetzt erhalten Haushalte mit zwei Menschen nur noch eine Brotration am Tag, Familien mit vier Personen zwei und mit sechs Personen drei Brot-Pakete. Zudem wurde für alle größeren Familien ein Limit von maximal vier Rationen täglich festgelegt. Familien, die in den von der Opposition kontrollierten Gebieten leben, können von den staatlichen Maßnahmen gar nicht profitieren – denn die Hilfe der Regierung erreicht sie nicht.

Größere Familien von akuter Hungersnot bedroht

Laut Guardian ist eine Brotration am Tag jedoch nicht ausreichend, um etwa eine zweiköpfige Familie zu ernähren – sondern schützt höchstens vor dem Verhungern. Familien, die mehr Brot benötigen, müssen sich auf dem Schwarzmarkt umsehen, wo die vorherrschende Inflation zu unbezahlbaren Preisen führt. Laut Welternährungsprogramm sind Grundnahrungsmittel in Syrien inzwischen 14-mal teurer als vor dem Krieg.

Haushalte mit mehr als sieben Personen sind dadurch nun umso mehr von einer akuten Hungersnot bedroht, betont der Guardian.

Seit die Regierung mit Ausbruch des Bürgerkrieg in 2011 begann, Städte im ganzen Land zu bombardieren, ist die einheimische Nahrungsmittelproduktion stark zurückgegangen. Die Wirtschaft kam praktisch zum Stillstand, während die Armut in die Höhe schoss.

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Weniger als einen US-Dollar am Tag zum Leben

Heute leben etwa 80 Prozent der syrischen Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze und verdienen weniger als einen US-Dollar am Tag, berichtet die Hilfsorganisation Borgen-Institut. Laut dem Welternährungsprogramm sind 9,3 Millionen Menschen in Syrien von Hunger betroffen.

Die UN leistet bereits wichtige humanitäre Hilfe für die Menschen in Syrien. Doch die bisher von Geberländern bereitgestellten Mittel reichen bei weitem nicht aus, wie die UN in einer Erklärung im Juli 2020 warnten. Noch würden bis zu 384 Millionen US-Dollar allein dieses Jahr fehlen, um die Bevölkerung in Syrien während der COVID-19-Pandemie grundlegend versorgen zu können.

In Syrien hat die Pandemie zu einem kompletten Einbruch der Lieferketten geführt, wodurch sich Nahrungsengpässe noch verstärken. Zudem liegen keine genauen Daten zu den Infektionsraten in Syrien vor, da die Regierung diese nur begrenzt veröffentlicht. Hilfsorganisationen gaben hingegen bereits Ausbrüche in Flüchtlingslagern wie in der Provinz Idlib bekannt.

Schlange stehen für Brot

Von den Auswirkungen der Pandemie sind vor allem Kinder in Syrien betroffen. So schätzt die UN, dass über 2,6 Millionen Kinder aufgrund von Ausgangssperren nicht zu Schule gehen können. Zudem haben über 50 Prozent der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter derzeit keine Arbeit.

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Die nun verkündete Einschränkung der Brotrationen trifft viele Familien daher besonders hart.

"Ich muss jeden Tag um drei Uhr morgens aufstehen, zur Bäckerei gehen und drei Stunden in der Schlange warten, damit ich Brot kaufen kann, dann nach Hause gehen, mich anziehen und zur Arbeit gehen. Aber vier Stück Brot reichen bei weitem nicht aus, um meine Kinder zu ernähren", erklärt Abu Yasser, ein syrischer Beamter, dem Guardian. "Unsere bisherige Lösung war es, weniger Mahlzeiten einzunehmen und zu versuchen, Reis oder Bulgur zu verwenden, wenn wir ihn auftreiben können. Ich kann es mir nur leisten, einmal pro Woche Brot auf dem Schwarzmarkt zu kaufen."