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Umweltschutz

San Francisco verbietet ab sofort Styropor

Flickr: David Gilford

Die US-amerikanische Stadt San Francisco hat schon häufiger bewiesen, dass sie in Sachen Klimaschutz die Nase vorn hat. Nun hat die Regierung Styropor den Kampf angesagt. Denn Styropor ist ein besonders klimaschädlicher Kunststoff - es ist schwierig zu recyclen, braucht sehr lange Zeit, bis es sich komplett zersetzt, und landet häufig im Ozean, weil es so leicht ist und schnell in kleine Teile zerbröselt. Als wäre das nicht schon schlimm genug, fressen viele Meeresbewohner und Vögel das herumschwimmende Styropor dann leider auch noch.

Gründe, auf Styropor zu verzichten, gibt es also reichlich. Da können auch die Vorteile von Styropor nicht gegen halten. Klar, irgendwie ist Styropor schon praktisch. Aber es gibt viele gute Alternativen, die wesentlich umweltverträglicher sind. Das hat nun auch San Francisco erkannt und sich entschlossen, sämtliche Styropor-Produkte ab 2017 zu verbieten. Und damit ist wirklich jeglicher Einsatz von Styropor gemeint: Verpackungen für Essen zum Mitnehmen, Getränkekühler und vieles mehr.

Für Umweltschützer bedeutet das neue Gesetz einen großen Erfolg und San Francisco baut damit seinen Ruf als klimafreundliche Stadt aus. 2007 war San Francisco bereits die erste Stadt in den USA, die Plastiktüten aus dem Verkehr gezogen hat, und im Jahr 2014 verbot die Stadt den Verkauf von Plastikflaschen.

Die neue Verordnung ist Teil der „Zero-Waste-Initiative”  der kalifornischen Stadt. Denn San Francisco strebt an, dass bis 2020 alle Bürger ihren Abfall entweder komplett recyclen oder kompostieren können.

Natürlich ruft eine solche Verordnung auch Kritiker auf den Plan. Die fühlen sich nämlich nun durch das neue Gesetz unterdrückt und meinen, dass die Freiheit der Bürger damit eingeschränkt sei, denn jetzt könne man ja nicht mehr tun und lassen, was man wolle.

Doch andererseits scheint es, dass das Konsumverhalten mancher, das Leben und die Freiheit anderer einschränkt. Und bei genauerer Betrachtung scheint die Menschheit diesen Punkt bereits überschritten zu haben.

Denn die Menge an Müll, die wir Jahr für Jahr produzieren, ist langsam nicht mehr tragbar. Bis zum Jahr 2100 soll sich der weltweite Müllberg sogar verdreifachen. Schon jetzt existieren unüberschaubare Müllhalden auf dem Land und riesige Meereswirbel voller Plastikmüll - eine Gefahr für alle Lebewesen im Meer.

Es muss sich etwas ändern, um das Wachstum des weltweiten Müllberges zu verlangsamen und viele Produkte besser recyclen zu können.

Da ist San Francisco auf amerikanischen Boden absoluter Trendsetter. Doch auch in Europa tut sich was. Genauer gesagt recht viel!

Denn sowohl Italien als auch Frankreich und Dänemark haben im vergangenen Jahr alle etwas unternommen, um die Menge an produziertem Müll zu senken und vielleicht ganz darauf zu verzichten - Zero-Waste also.

Die Idee, wirklich gar keinen Müll mehr zu produzieren, scheint in vielerlei Hinsicht absolut utopisch. Denn es würde bedeuten, dass die Menschheit im Einklang mit der Erde und der Natur leben kann und ihr das zurückgibt, was sie von ihr genommen hat. Das scheint fast unmöglich, wenn man sich all die Konsumartikel ansieht, die einen jeden Tag umgeben. Andererseits wurde Plastik erst im 20. Jahrhundert erfunden. Davor gab es noch kein Styropor oder andere Kunststoffe.

Wie die Welt wohl vor der Erfindung von Styropor und Plastik ausgesehen haben muss?