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Frauenrechte

Geleaktes 90er Video: Spice Girls wehren sich gegen sexistischen Regisseur

Wan Chi Cheuk

Erinnert sich noch jemand an die Spice Girls? Ja, die britische Band Spice Girls. Die erfolgreichste Girlband aller Zeiten. Und die erste Girlband mit der wahren „Girlpower”, die den Feminismus des neuen Zeitalters einläutete. Die Spice Girls, die bei den Olympischen Spielen 2012 auf typischen schwarzen Londoner Taxen ins Stadion einfuhren. Und die die Hochzeit der Sängerin Geri Halliwell miterlebten, auf der Geri den Song “Wannabe” sang (jep, auf ihrer eigenen Hochzeit). Sagen wir so: die Spice Girls werden uns bestimmt noch viele weitere Jahre begleiten.

Bei einer Band, die es schon lange gibt, würde man meinen, man wisse jedes noch so kleine Detail. Doch jetzt ist ein neues Video aufgetaucht, dass die Bandmitglieder im Jahr 1997 bei Werbeaufnahmen zeigt. Und in dem Videoschnipsel wird schnell klar, dass die fünf Frauen tatsächlich Vorreiter der damaligen 'Girlpower' waren. In dem Clip ist eindrucksvoll zu sehen (und zu hören), wie die Spice Girls sich mit dem sexistischen Regisseur streiten, der sie ganz offen dazu auffordert, für die Aufnahmen mehr Dekolleté zu zeigen.

Mel B ist die erste der Mädels, die sich besagten Regisseur vorknöpft und ihn mit der Frage konfrontiert, warum er unbedingt auf Dekolleté und Taille bestehen würde. Der Regisseur, der lebende Inbegriff eines Chauvinisten, antwortet kurz und knapp: „Weil es der Traum eines jeden Mannes ist.” Und ein nicht näher bekannter Typ - anscheinend jedoch genauso eingestellt wie sein Chef neben ihm - meint noch hinzufügen zu müssen: „Das ist Showbusiness”.

Und so geht die Auseinandersetzung also weiter. Geri Halliwell nennt den Regisseur ein “Chauvinistenschwein”. Kurz darauf hört man den Kameramann zum Regisseur sagen: „Versohl' ihnen den Hintern.”

Man sieht und hört, wie die Frauen den Männern am Set immer wieder „Girl Power” zurufen. Und wer jetzt glaubt, dass die Spice Girls klein bei gegeben hätten, der irrt sich gewaltig!

Denn im fertigen Video ist zu sehen, dass...dass nichts zu sehen ist! Kein Dekolleté, keine Taille, nichts dergleichen! Die Spice Girls haben sich nicht von dem Gequatsche der Männer beeindrucken lassen und sind bei ihrer Entscheidung geblieben. 

Die Musikwelt erlebt bis heute leider viel zu häufig Sexismus. Wenn eine Sängerin sich leger anziehen will, um voll und ganz durch ihre Stimme zu beeindrucken, dann kann sie das gerne tun. Sollte aber ein Management involviert sein, das entscheidet, wie sich die Sängerin anzuziehen hat, dann kann es problematisch werden.

Wie man sich körperlich ausdrücken möchte, sollte jedem selbst überlassen sein und von keinem aufgezwungen werden. Und genau darum geht's auch in der Auseinandersetzung zwischen den Spice Girls und dem Regisseur: wer entscheidet, was zu tragen ist? Ganz sicher nicht ein Mann für fünf Frauen. 

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Es sind solche Videos die belegen, dass man die Spice Girls durchaus als die erste weltweit erfolgreiche feministische Girlband nennen kann.

Und wer jetzt so richtig in Spice Girls Stimmung ist: letztes Jahr gab es eine tolle „Neuauflage” des Hits „Wannabe”. Der Ohrwurm ist der meistverkaufte Song einer Girlband aller Zeiten. Und es ist gleichzeitig auch der Song mit dem höchsten Wiedererkennungswert. Durchschnittlich brauchen Hörer 2,3 Sekunden, um zu realisieren, um welchen Song es sich handelt.

Das Video hat in den sozialen Netzwerken hohe Wellen geschlagen. So sehr, dass selbst Posh Spice (heute besser bekannt als Victoria Beckham) davon Wind bekam und darauf reagierte:

Girlpower. Darum geht es heute mehr denn je. Und damit sind nicht irgendwelche Popsternchen gemeint, die es irgendwelchen chauvinistischen Männern mal so richtig zeigen. Sondern darum, dass jede Frau jeden Alters sich dabei wohlfühlen sollte, „Nein” sagen zu können und zu jeder Zeit die volle Kontrolle über ihr eigenes Leben haben kann. Und last but not least: es geht darum, dass all den Mädchen und Frauen auf der Welt gezeigt wird, dass sie nicht auf das zu hören haben, was ihnen Männer vorschreiben. Denn das ist Showbusiness.