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Frauenrechte

Es ist 2016 und ja, die olympischen Spiele sind immer noch sexistisch. Leider.

Photo: Mic.com

Die Spiele in Rio sind fast vorbei und wir konnten uns an vielen großartigen und mitreißenden Momenten erfreuen, die auf der ganzen Welt geteilt und gefeiert wurden.

Da hätten wir zum Beispiel Michael Phelps' meisterliche Rückkehr ins Schwimmbecken, Simone Biles beeindruckende Leistung in der Kategorie Geräteturnen und nicht zu vergessen, die Leistungen und der Einsatz des Flüchtlingsteams.

Einige Momente allerdings lassen einen auch echt zusammenzucken: immer dann, wenn man über schamlosen Sexismus stolpert zum Beispiel. Der sich erschreckenderweise auch im 21. Jahrhundert immer noch durch die olympische Spiele, allen voran durch die Berichterstattung, zieht.
Ja, Frauen dürfen seit 1900 an den Spielen teilnehmen, das ändert aber nichts daran, dass nach 116 Jahren die Leistungen der Frauen immer noch unter denen der Männer stehen werden bzw. als weniger erfolgreich oder beeindruckend bewertet werden. 

Einige solcher Fälle sind dabei ziemlich offensichtlich - wenn Sportreporter zum Beispiel grundsätzlich von 'Mädchen' statt von Frauen sprechen - auch wenn es sich ganz offiziell um Frauen handelt (so besonders gern gesehen bei der rhythmischen Sportgymnastik) - während bei einem Mann immer auch von einem Mann und niemals von einem 'Jungen' gesprochen wird.
Andere Fälle sind nuancierter, was es jedoch nicht weniger schlimm macht.

Eine komplette Liste mit allen sexistischen Kommentaren und Anmerkungen, die während der diesjährigen Spiele gefallen sind, zu erstellen ist faktisch unmöglich.
Hier daher nur eine Auswahl der Vorfälle, die als traurige Beispiele für ungeheuerlichen Sexismus und Diskriminierung von Frauen gezählt werden können: 

Phelps' Silber > Ladecky's Gold

Der Kommentar fasst es gut zusammen: dieser Titel steht quasi für die Einstellung der gesamten Welt.

Noch mal vom schwimmen: Katie Ladecky ist die 'weibliche Michael Phelps'

Jap. Was soll man dazu noch sagen. Die beste Reaktion auf diesen absurden Vergleich zwischen Katie Ladecky und Michael Phelps kam zum Glück gleich einen Tag später, als man online lesen konnte, dass Phelps die 'männliche Katie Ladecky' ist. 

Frauen schauen die olympischen Spiele, weil es für sie wie 'Reality TV' ist

NBCs Chef Marketing Officer John Miller hat bewiesen, dass man auch in einer leitenden Position richtig Blödsinn verzapfen kann. Denn seine Begründung für die aufgezeichnete und sehr viel später ausgestrahlte Eröffnungszeremonie (statt einer Liveübertragung) war, dass die olympischen Spiele vor allem von Frauen geguckt werden, die weniger an den 'Ergebnissen', sondern mehr an der 'eigentlichen Veranstaltung' interessiert wären. Die meisten von diesen Frauen wäre also keine richtigen Sportfans. Ah ja. 

'Die Turnerinnen könnten da genauso gut in einer Shopping-Mall stehen'

Als im Fernsehen eine Aufnahme der US Turnerinnen gezeigt wurde, wie sie zusammen im Kreis stehen, fiel dem zuständigen NBC Reporter nichts bessers sein, als zu vermerken, dass die Turnerinnen da auch genau so gut in einem Einkaufszentrum stehen könnten. (Englisches Original: “might as well be standing in the middle of a mall.”)

Carsten Sostmeier und der 'braune Strich'

Ja, auch die deutschen Berichterstatter kommen nicht gut weg. So hat Carsten Sostmeier, Sportreporter während der olympischen Reit-Disziplin Geländeritt sich einen echt peinlichen Kommentar bezüglich der deutschen Reiterin Julia Krajewski geleistet. Den angeblich nervösen Gemütszustand der noch unerfahrenen Reiterin in Bezug auf die Teilnahme bei den olympischen Spielen beschrieb Sostmeier mit den Worten: 'Diese Dame hat glaube ich schon ’nen braunen Strich in der Hose wenn sie losreitet.'
Bitte was? Bitte WAS? 

Carsten Sostmeier und die deutschen Vielseitigkeitsreiter from Jonathan Kleinpass on Vimeo.

Refinery29 fasst es ganz gut in diesem Video zusammen: