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Ein Weckruf an die Welt: Die nachhaltigen Entwicklungsziele müssen erreicht werden

Warum das wichtig ist
Im Jahr 2015 haben sich die Staaten der Vereinten Nation verpflichtet, bis 2030 gemeinsam eine bessere Welt zu schaffen. Entstanden sind die 17 nachhaltigen Entwicklungsziele. Ein Report aus diesem Jahr zeigt: Um bis 2030 ans Ziel zu kommen, geht es zu langsam voran. Deshalb müssen wir weiterhin aktiv sein und die Staats- und Regierungschefs der Welt auffordern, mehr zu tun.

Die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen sind ambitioniert, richtig und wichtig – da ist sich die Weltgemeinschaft einig. Doch momentan sieht es so aus, als könnten die Vereinten Nationen (UN) an ihrem selbstgesteckten Ziel scheitern.

So lautet zumindest das Urteil des SDG-Berichts der Bertelsmann Stiftung, die jedes Jahr auf den Prüfstand stellt, wie weit die Weltgemeinschaft gekommen ist, die nachhaltigen Entwicklungsziele der UN zu erreichen.

Bis 2030 die Welt zu retten – oder zumindest deutlich zu verbessern –, war der Plan der 17 Ziele, die 2015 von der UN verkündetet wurden. Dazu gehört: Armut und Hunger zu beenden (Ziel 1 und 2), Bildung für alle zu verbessern (Ziel 4) und Frauenrechte zu stärken (Ziel 5).

“Den historischen Versprechen sind kaum Taten gefolgt. Wir müssen die UN-Ziele mit Leben füllen und in konkrete Maßnahmen überführen”, sagte Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung. “Armut und ungleiche Bildungschancen verschwinden nicht durch Lippenbekenntnisse, sondern nur durch Taten."

Die reichsten Staaten unternehmen noch immer zu wenig

Wie bereits im vergangenen Jahr geht die Kritik vor allem an die G20-Staaten. Sie unternehmen zu wenig, um ihre Ziele zu erreichen und eine Vorreiterrolle zu übernehmen, heißt es in dem Bericht. Abgesehen von den Zielen "Keine Armut" und "Hochwertige Bildung" seien die G20-Länder insgesamt für rund die Hälfte der weltweiten “Lücken” zur Erreichung der Ziele verantwortlich, heißt es in dem Bericht.

UN SDG Report 2019 Bertelsmann.png

Die Schweiz, Singapur und Luxemburg verursachen durch ihr Konsumverhalten (gerechnet pro Kopf) für die Weltgemeinschaft die höchsten Kosten in den Bereichen Umwelt, Sicherheit und Wirtschaft.

Zahl der hungernden Menschen steigt erstmals wieder an

Nach einer langen Phase des Rückgangs, nimmt auch der Hunger in der Welt wieder zu. Während es 2015 noch 777 Millionen mangelernährte Menschen gab, waren es ein Jahr später 815 Millionen. Grund dafür sind vor allem Krisen und Konflikte. Aber auch der Klimawandel führt zunehmend dazu, dass Menschen hungern.

Auch Deutschland hat seine Hausaufgaben nicht gemacht

Deutschland liegt im internationalen Vergleich zwar auf dem sechsten Platz und ist neben Frankreich das einzige Land aus der G7-Gruppe, das es unter die Top Ten geschafft hat. Doch trotzdem bleibt Deutschland hinter einigen seiner Ziele zurück: "Deutschland ist bei einigen UN-Zielen auf einem guten Weg, doch wir werden die Nachhaltigkeitsagenda verfehlen, wenn wir politisch in zentralen Bereichen nicht umsteuern", so Christian Kroll, Mitautor der Studie. Insbesondere in Sachen Klima- und Umweltschutz gibt es noch viel zu tun.

Das Fazit lautet: Wir bewegen uns im Schneckentempo voran. Wenn die Staaten der Welt es nicht schaffen, ihr Tempo zu erhöhen, können die Ziele bis 2030 nicht erreicht werden.