Global Citizen ist eine Gemeinschaft, die aus engagierten Menschen wie dir besteht.

Menschen, die etwas über die größten Herausforderungen der Welt lernen und aktiv werden wollen. Leiste deinen Beitrag, um extreme Armut zu beenden.

Citizenship

Piers Morgan lästert über “entmannten” Daniel Craig - und fängt sich Kritik von Vätern weltweit ein

Warum das wichtig ist
Feminismus bedeutet auch Gleichstellung der Geschlechter. Vor allem das Thema Elternzeit stößt immer wieder auf veraltete Geschlechterrollen und Anschauungen, die mit der Realität des modernen Lebens nicht mehr viel gemeinsam haben. Unterstütze Eltern auf der ganzen Welt, indem du hier aktiv wirst.

Piers Morgan. Muss man den kennen? Nein.

Für alle, die dennoch eine kurze Zusammenfassung möchten: Vor allem bekannt als ehemaliger Moderator beim Nachrichtensender CNN, davor lange als Reporter unterwegs und (wie er selber gerne und oft erzählt) stolzer Gewinner der Donald Trumps “Celebrity Apprentice” Show.

Piers Morgan also. Der sich über die psychische Gesundheit eines ganzen Landes lustig machte, für den der Begriff “Transgender” bedeutet, er könne sich also auch als Elefant identifizieren und der ernsthaft einmal Einzelheiten über Caitlyn Jenners Sexorgane im Fernsehen verlangte.

Genau der hat nun mit 54 Twitter-Zeichen Väter aus der ganzen Welt gegen sich aufgebracht.

Seine Twitternachricht, eine von insgesamt 62 Tweets übrigens, die er in weniger als 24 Stunden sendete, hatte dabei nur ein Ziel: eine schwarz-grau gefleckte Babytrage.

Genauer gesagt: Die Babytrage von James Bond-Darsteller Daniel Craig, in der Craig seine vier Wochen alte Tochter in New York spazieren trug. Für Morgan ein absolutes No-Go und ein Symbol der moderner Entmannung.

“Oh 007... nicht du auch noch?!!!” lästerte Morgan und fügte die Hashtags #Babytrage und #EntmannterBond hinzu.

Und damit nicht genug. In weiteren Tweets verspottete er die Babytrage als "lächerliches Instrument der Entmannung", nannte sie “peinlich” und “unnötig”. Des Weiteren argumentierte er, dass Männer die Babytrage nur nutzen würden “weil ihre Frauen / Freundinnen es von ihnen verlangen."

Die Diskussion darüber, wie Männer ihre Kinder tragen sollten, schaffte es bis in die “Good Morning Britain Show” - die TV-Show, die Morgan wochentags gemeinsam mit Susanna Reid moderiert. Nachdem Morgan auch noch US-Präsident Donald Trump in den Schlagabtausch miteinbezog, explodierte Twitter.

Unzählige Nutzer kritisierten den Moderator für seine veralteten Ansichten. Und Väter aus der ganzen Welt vereinigten sich zu einem herzerwärmenden Gegenangriff.

“Als mein Sohn noch ein Säugling war, habe ich mein T-Shirt ausgezogen, mich hingelegt und ihn auf meine Haut gelegt”, erzählt dieser Twitter-Nutzer. “Es war einer der schönsten und magischsten Momente meines Lebens. Selbstbewusste, starke Väter bauen eine Verbindung zu ihren Kindern auf und unterliegen keinen veralteten Geschlechterrollen.”

Babytragen sind übrigens auch keine hippe Mode-Erscheinung, die erst in den letzten zwei Jahren erfunden wurde. Wie einige Väter via Foto bewiesen, gibt es Babytragen schon seit mehreren Jahrzehnten. Und wurden ebenso lange mit Stolz und Freude von Vätern genutzt.    

Selbst Captain America (beziehungsweise Chris Evans) wollte nicht schweigend zusehen.

"Du musst dir deiner eigenen Männlichkeit wirklich sehr unsicher sein, um dich damit zu beschäftigen, wie ein anderer Mann sein Kind trägt", twitterte er. "Jeder Mann, der Zeit damit verschwendet, Männlichkeit zu quantifizieren, muss innerlich sehr unsicher sein."

Unsere Welt ist noch immer patriarchalisch - fast jeder Aspekt unserer Zivilisation wurde zu einem Zeitpunkt, in irgendeiner Weise von der prähistorischen Idee des Mannes als omnipräsentes Geschlecht geprägt.

Feminismus bedeutet letztendlich nichts anderes als Gleichberechtigung. Was wiederum ein Menschenrecht ist. Jeder, der sich dem Kampf um Gleichberechtigung anschließt, tut das also für die gesamte Menschheit. Und dass dieses Thema uns alle angeht, zeigt sich spätestens dann, wenn es darum geht, eine nachhaltigere und gerechtere Welt für unsere Kinder zu schaffen. Dafür muss mit veralteten Ansichten aufgeräumt werden.

Jon Nevill, Gründer der Bildungsplattform "This Dad Can", sagte gegenüber der Huffington Post, dass Morgans Vorstellung von Männlichkeit einfach nicht die "proaktiven" Väter widerspiegelt, für die moderne Kindererziehung selbstverständlich ist.  

"Die Ironie ist, dass Piers´ Kommentar das wohl am entmannenste Zeichen ist", sagte Nevill. "Sein Drang, anderen etwas vorzuschreiben, Machtspiele zu spielen und Männer als wenig effektiv bei der Erziehung darzustellen, zeigt letztlich, wie isoliert und völlig veraltet seine Vorstellungen sind."

Wie es aussieht, hat Morgan zum Glück keinen Einfluss darauf, wie moderne und selbstbewusste Väter sich heutzutage in ihrer Rolle sehen und geben. Und die Welle der Solidarität war wunderschön, oft kreativ und ein absoluter Kracher.