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Gesundheit

Von diesen Krankheiten sind Frauen und Mädchen am stärksten betroffen

Warum das wichtig ist
20 Krankheiten zählen zu den vernachlässigten Tropenkrankheiten, den sogenannten NTDs. Sie sind oft mit Armut assoziiert und führen ohne angemessene Behandlung zu Behinderungen und Stigmatisierung. Besonders häufig betroffen sind Frauen und Mädchen. Werde aktiv und setze dich dafür ein, dass mehr getan wird im Kampf gegen vermeidbare Krankheiten.

Vernachlässigte Tropenkrankheiten (NTDs, für neglected tropical diseases) sind eines der Hauptprobleme für die Gesundheit der Menschen im globalen Süden. Mehr als 1,4 Milliarden Menschen weltweit leiden an einer oder mehrerer der 20 Krankheiten, die unbehandelt zu dauerhafter Behinderung, Blindheit, kognitiven Störungen, Komplikationen bei der Geburt und sogar zum Tod führen können. Dabei könnte man sie behandeln – und sogar verhindern.

An NTDs erkranken oft Menschen armer Bevölkerungsgruppen, die nur unzureichenden Zugang zu medizinischer Versorgung haben. Besonders hart trifft es Frauen und Mädchen.

Das zeigt sich am Beispiel der Infektionskrankheit Bilharziose. Die Betroffenen werden von Parasiten befallen und leiden etwa unter Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen und Nesselsucht. Später bilden sich teilweise Schleimhautwucherungen. Bei Frauen können sich die Eileiter entzünden, was zu Unfruchtbarkeit führen kann.

Erkrankte Frauen werden häufig stigmatisiert und verlieren so ihre Chance auf Arbeit und Ehe. Es kommt vor, dass Frauen dadurch ein Leben lang von ihren Familien abhängig bleiben.

Die Gründe dafür, dass Frauen und Mädche häufiger erkranken als Männer sind oft soziokultureller Natur.  

Frauen und Mädchen sind doppelt so oft für die Trinkwasserversorgung verantwortlich, heißt es in einem Bericht des globalen Netzwerkes gegen vernachlässigte Tropenkrankheiten “Uniting to Combat Neglected Tropical Diseases”. Ihr Risiko, sich in Gewässern mit einer Bilharziose anzustecken, ist deutlich höher als das von Männern.

Auch Hausarbeiten wie Kochen und Putzen wird meist den Frauen zugeschrieben. Dabei geraten sie leichter in Kontakt mit verunreinigtem Wasser und laufen Gefahr, etwa an Bilharziose zu erkranken.

Frauen und Mädchen die nicht selbst erkranken, bekommen die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen dann zu spüren, wenn ein Familienmitglied erkrankt. Sie sind dann diejenigen, die die Schule abbrechen müssen, um sich um das kranke Familienmitglied zu kümmern. Ohne Schulausbildung haben sie kaum eine Chance, einen Beruf zu erlernen und finanziell unabhängig zu sein.

Deshalb ist die Bekämpfung von vernachlässigten Tropenkrankheiten nicht nur wichtig für die Gesundheitsversorgung, sondern auch entscheidend für die Stärkung von Frauen und Mädchen. Beim G20-Gipfel 2017 hat die Bundesregierung bereits zugesagt, sich verstärkt dem Kampf gegen NTDs zu widmen. Das Engagement und der Einsatz von Regierungen aus der ganzen Welt ist entscheidend, damit sich die Situation verbessert.