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New Zealand Prime Minister Jacinda Ardern talks to reporters at Parliament in Wellington, New Zealand in January 2020.
Nick Perry/AP
Frauenrechte

Equal Pay: Neuseeland garantiert die Lohngleichstellung zwischen Frauen und Männern per Gesetz

Warum das wichtig ist
Gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit, unabhängig vom Geschlecht: Das ist eine der zentralen Forderungen für mehr Gleichberechtigung weltweit. Damit wir die nachhaltigen Entwicklungsziele der Vereinten Nationen (UN) bis 2030 erreichen, müssen wir sicherstellen, dass jeder Mensch ein gleichberechtigtes und gesundes Leben führen kann. Werde hier mit uns aktiv.

Das neuseeländische Parlament hat einstimmig einen Änderungsvorschlag zur Lohngleichstellung verabschiedet. Das neue Gesetz zum Equal Pay soll sicherstellen, dass Arbeitnehmer*innen unabhängig von ihrem Geschlecht gleich bezahlt werden.

Die Änderung geht einen Schritt weiter als das bereits seit 1972 im neuseeländischen Recht verankerte Gesetz, nach dem Männer und Frauen bei gleicher Arbeit die gleiche Bezahlung zugesichert wird. Der neue Gesetzesentwurf sieht vor, dass Frauen in historisch unterbezahlten und von Frauen dominierten Bereichen denselben Lohn erhalten, wie Männer für andere, aber gleichwertige Tätigkeiten.

Neuseeland schließt das Gender Pay Gap

Das neue Gesetz legt genaue Richtlinien für den Vergleich der Entlohnung von Frauen in weiblich dominierten Berufen und Männern mit "ähnlichen Fähigkeiten, Verantwortung und vergleichbaren Dienstleistungen" in männlich dominierten Bereichen fest. Dadurch soll es Arbeitnehmer*innen erleichtert werden, Ansprüche auf Lohngerechtigkeit geltend zu machen.

Die Premierministerin Jacinda Ardern versprach mit ihrer Wahl im Jahr 2017, die bestehende Lohnlücke – auch Gender Pay Gap genannt – zwischen den Geschlechtern zu schließen.

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"2017 sprachen wir uns dafür aus, die Gesetzgebung zur Beseitigung der historisch ungleichen Entlohnung von Frauen zu verabschieden. Heute haben wir genau das geschafft", verkündete Ardern auf Instagram. "Der Gesetzentwurf löst unser Versprechen ein, ein gerechteres Aotearoa [Neuseeland in der Sprache der Maori] zu schaffen, indem er es Arbeitnehmer*innen erleichtert, ihr Recht auf Lohngerechtigkeit einzufordern. Zudem fördert das Gesetz den gemeinschaftlichen Einigungsprozess, bevor Verstöße vor Gericht eskaliert werden müssen. Wir danken allen, die uns bis zu diesem Punkt begleitet haben, für die jahrelange harte Arbeit.”

Die neue Gesetzgebung wurde maßgeblich vom Gewerkschaftsrat (NZCTU) und der Arbeitnehmervertretung Business New Zealand vorangetrieben.

Geschlechtergleichstellung in Neuseeland hat lange Priorität

Richard Wagstaff, Vorsitzender des NZCTU und Mitglied der Arbeitsgruppe für Lohngerechtigkeit Neuseelands, sagte, die Verabschiedung des Gesetzes sei einer der wichtigsten Momente für die Geschlechtergleichstellung in Neuseeland seit Jahrzehnten.

"Arbeitnehmerinnen setzen sich seit Jahrzehnten dafür ein, die Lohnungleichheit zwischen den Geschlechtern auszugleichen", so Wagstaff in einer Pressemitteilung. "Die Verabschiedung des neuen Gesetzes zur Lohngleichheit bietet Struktur und Unterstützung bei der Lösung des systemischen Problems, durch das Frauen aufgrund ihres Geschlechts weniger Lohn erhalten.”

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Die Labour-Abgeordnete Anahila Kanongata'a-Suisuiki bezeichnete den Gesetzentwurf zudem als einen Sieg für die Einwohnerinnen der zu Neuseeland gehörenden pazifischen Inseln. Laut dem Radiosender Radio New Zealand verdienen die Inselbewohnerinnen, die sich selbst als Pacific Women bezeichnen, im landesweiten Vergleich mit am wenigsten.

In Neuseeland ist die Gleichstellung von Männern und Frauen seit langem Priorität.

Gender Pay Gap Index

So war Neuseeland das erste Land der Welt, das 1893 das Wahlrecht für Frauen einführte und das zweite Land weltweit, das Opfern häuslicher Gewalt bezahlten Urlaub gewährte. Zudem ging Ardern als erstes Staatsoberhaupt weltweit nach der Geburt ihrer Tochter Neve im Jahr 2018 in den Mutterschaftsurlaub.

Neuseeland belegt im Global Gender Gap Index 2020 den sechsten Platz im weltweiten Vergleich. Deutschland landet aktuell auf dem zehnten Platz.