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Erfolg: Neuseeland und Südkorea haben offiziell Masern & Röteln ausgerottet

The Maternal & Child Survival Program- Flickr

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat bekannt gegeben, dass Neuseeland und die Republik Korea (umgangssprachlich auch 'Südkorea' genannt) nun die ersten Länder im westlichen Pazifikraum sind, die sowohl die Masern als auch die Röteln ausgerottet haben.

Beide Krankheiten haben das Potential, ganze Bevölkerungen schwer zu treffen und Menschen ihr Leben lang verkrüppelt zurück zu lassen. Bei Schwangeren können Röteln zum Beispiel schwere Schäden beim Säugling verursachen, die zu Erblindung, Taubheit und Herzerkrankungen führen können.

Masern zählen weltweit immer noch zu den Haupttodesurachen, vor allem bei Kindern. Pro Stunde sterben weltweit 15 Menschen an Masern.

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Laut Dr. Shin Young-soo (Direktor der WHO für den Pazifikraum) ist dieser Meilenstein ein Erfolg im Kampf gegen gefährliche und vermeidbare Krankheiten und unterstreiche die Wirksamkeit von stringent durchgeführten, routinemäßigen Impfungen - so seine Worte während der 68. Sitzung der „World Health Organization for Western Pacific“ vergangene Woche. 

Um als Masern- bzw Rötelnfrei zertifiziert zu werden, muss ein Land in der Lage sein, die Übertragung des Viruses innerhalb der eigenen Landesgrenzen bzw. in einem bestimmten Gebiet für 36 Monate unterbrochen zu haben und einen Nachweis über entsprechende Überwachungsmaßnahmen erbringen.

Andere Länder in der Region, einschließlich Australien, Brunei Darussalam, Kambodscha, Japan, Hongkong und Macau, wurden zuvor lediglich als Masern-frei erklärt. Die Ausrottung von Masern und Röteln wurde bislang noch nie im westlichen Pazifik bestätigt.

Vor kurzem wurde allerdings die Masern- und Rötelimpfungen kombiniert, was bedeutet, dass dadurch die Bekämpfung der beiden Krankheiten verbunden werden kann. 

Im Anschluss an diese jüngste Ankündigung diskutierten und unterstützten Vertreter der Mitgliedstaaten der Region die vorgeschlagene, regionale Strategie und den Aktionsplan zur Eliminierung von Masern und Röteln im westlichen Pazifik. Man erkannte jedoch auch an, dass trotz der erzielten Fortschritte auf dem Weg zur Beseitigung dieser Krankheiten, man durchaus noch vor großen Herausforderungen steht.

Papua-Neuguinea zum Beispiel befindet sich gerade kurz vor einem gefährlichen Ausbruch: „Wir gehören zu den Ländern in der Region, die Masern und Röteln noch beseitigen müssen." sagten Vertreter des Landes während der Sitzung. „Wir gehören mit Sicherheit zu den Nationen, die als bisher nicht erfolgreich klassifiziert werden können. Das ist ziemlich ernst. Unser Impfschutz wurde jahrzehntelang nicht verbessert. Wir haben seit zehn Jahren eine Immunisierungsrate von gerade einmal 60 Prozent."

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Die westliche Pazifikregion weist allerdings noch mehr Impf-Lücken auf, da vor allem Menschen, die in armen, abgelegenen Regionen leben, eingeschränkten oder garkeinen Zugang zu Impfstoffen und Gesundheitsdiensten haben.

Es ist daher klar, dass ein vermehrter Einsatz sowie eine konsequente Aufrechterhaltung der Immunisierungsaktivitäten in der westpazifischen Region essentiell ist, um das Risiko zukünftiger Ausbrüche zu verringern. Selbst wenn eine Krankheit in einem Land ausgerottet wurde, kann sie immer wieder eingeschleppt werden, solange sie in Nachbarländern bzw. in anderen Teilen der Welt aktiv ist.

Mark Jacobs, Direktor für die Abteilung übertragbarer Krankheiten, erklärte: „Was wir unter Eliminierung verstehen, ist nicht, dass es keine Krankheit mehr gibt, sondern das es die Zirkulation stoppt. Als die Vereinigten Staaten Masern beseitigten, erklärten sie es wie folgt: 'Masern leben hier nicht mehr, aber sie besuchen uns.'"

Global Citizen Kampagnen unterstützen das globale Ziel eines universellen Zugangs zu Impfstoffen und Gesundheitsdiensten zum Schutz vor Infektionsausbrüchen. Hier kannst auch du Maßnahmen zur Erreichung dieses Ziels ergreifen.