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Gesundheit

Trotz IS: Afghanistan nimmt Kampf gegen Polio wieder auf

WHO Afghanistan/ S. Ramo

Afghanistan scheint jeder noch so gefährlichen Herausforderung zu trotzen, wenn es um die Gesundheit seiner Kinder geht. Laut Informationen der Vereinten Nationen breiteten sich seit Mitte 2015 immer mehr Truppen des Islamischen Staats (IS) auch hier am Hindukusch aus. Viele der Truppen konnten bereits zurückgedrängt werden. Obwohl  noch einige IS-Kämpfer im Land verbleiben, nimmt die Gesundheitsbehörde den Kampf gegen Polio erneut auf, um so fast 9,5 Millionen Kinder gegen Kindelähmung zu impfen. Was für eine mutige Entscheidung!

Afghanistan gehört zusammen mit Pakistan zu den letzten Ländern, in denen Polio noch vermehrt vorkommt. Die Gesundheitsbehörde versucht bereits seit Jahren, Polio ein für allemal auszurotten. Doch die Unruhen im Land - durch die Taliban bzw. den IS - haben die Anstrengungen immer wieder zum Stocken gebracht und Polio konnte sich erneut ausbreiten.

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18 Monate lang musste der Gesundheitsminister Sardar Parwiz seine Impfkampagne aufgrund der Angriffe des IS einstellen. Aus diesem Grund waren mehrere Millionen Kinder in den östlichen Regionen des Landes dem Virus schutzlos ausgeliefert.

In den letzten Monaten hat der IS die Impfkampagne sogar aktiv verhindert, indem Gesundheitshelfer angegriffen und haarsträubende Gerüchte verbreitet wurden: zum einen seien die Gesundheitshelfer Spione der USA und zum anderen würden die Impfungen in den Kindern Unfruchtbarkeit hervorrufen.

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Dank afghanischer und amerikanischer Militärtruppen konnte der IS in der östlichen Provinz Nangarhar nun weitgehend zurückgedrängt werden. Da es im Moment eher friedlich zugeht, will die Gesundheitsbehörde die Impfkampagne schon im September wieder aufnehmen, bevor es zu weiteren Ausschreitungen kommt.

Laut Noorul Habib, einer Lehrerin aus der östlichen Region Kot will sich die örtliche Bevölkerung vor Ort aktiv an der Impfaktion beteiligen: „Wir wissen wie gefährlich Polio ist und wir werden unser bestes tun, um die Kampagne der Gesundheitsbehörde zu unterstützen. Die Älteren haben auch Nachrichten an die Militärtruppen geschickt und gebeten, die Kampagne nicht zu unterbrechen sowie keine weiteren Moscheen, Kliniken oder Schulen zu zerstören.”

Im ersten halben Jahr dieses Jahres hat Afghanistan aufgrund der unterbrochenen Impfaktion bereits 8 neue Poliofälle registriert - die meisten davon in den östlichen Regionen. Um eine weitere Verbreitung zu verhindern, muss also so schnell wie möglich gehandelt werden, um Polio in naher Zukunft auszurotten.