Warum das wichtig ist
Rund um den Globus werden Frauen benachteiligt. Das beginnt schon in der Schule, denn über 130 Millionen Mädchen haben keinen Zugang zu Bildung. Malala Yousafzai ist eine entschiedene Verfechterin für die Bildung von Mädchen. Sie ist um die Welt gereist, um für die Gleichberechtigung der Geschlechter zu kämpfen, genauso wie das Global Goal 5 der Vereinten Nationen (UN). Schließe dich uns an und werde hier aktiv, um Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt zu stärken. 

Mit 23 habe ich mich durch die Uni gequält, mich in Prokrastination geübt und mir darüber den Kopf zerbrochen, wie es nach dem Studium weitergeht. Kaum zu glauben, dass es der Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai genauso ergeht. Mit ihrer gemeinnützigen Organisation, dem Malala Fund, setzt sie sich dafür ein, dass Mädchen auf der ganzen Welt Zugang zu hochwertiger Bildung erhalten. Aber hinter den Titeln, Auszeichnungen und dem klugen Auftreten steckt eine 23-jährige College-Absolventin, die nervös ist und nicht weiß, was das Leben für sie bereithält. 

Bereits seit ihrem elften Lebensjahr ist Malala aktiv. Damals begann sie unter dem Pseudonym Gul Makai über das Leben unter der Herrschaft der Taliban in Pakistan zu bloggen. Nachdem sie durch ihren Aktivismus internationale Bekanntheit erlangt hatte, wurde sie auf dem Heimweg von der Schule von einem bewaffneten Taliban angeschossen. Um sie vor der militanten Gruppe in Sicherheit zu bringen, verließ ihre Familie Pakistan und zog nach Birmingham, England.

Seit ihrer Genesung ist Malala damit beschäftigt, Kampagnen gegen Geschlechterdiskriminierung zu führen, Bildungsinitiativen zu finanzieren und mehrere Bücher zu schreiben, um Mädchen überall zu ermutigen, für ihre Rechte zu kämpfen. 2014 wurde sie dafür zurecht mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, als jüngste Preisträgerin überhaupt.

In der Juli-Ausgabe 2021 der britischen Vogue ziert Malala ganz in Rot das Cover und spricht mit der Journalistin Sirin Kale darüber, wie das Leben einer der prominentesten jungen Aktivistinnen des 21. Jahrhunderts aussieht. Es stellt sich heraus, dass es sich nicht viel von dem unterscheidet, was Millionen anderer junger Frauen jeden Tag tun: mit Freunden lachen, fernsehen und sich Sorgen über die Zukunft machen.

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Hier sind neun erstaunliche Dinge, die du vielleicht noch nicht über Malala wusstest:

1. Sie ist Teil der Online Class of 2020

2018 hat sich Malala an der Universität Oxford eingeschrieben, um Politik, Philosophie und Wirtschaft an der Lady Margaret Hall, einem der konstituierenden Colleges von Oxford, zu studieren. Trotz ihres Bekanntheitsgrads und ihrer Lebenserfahrung wollte Malala sich unter die Studierenden mischen und andere gebildete Frauen treffen, die die gleichen Ziele wie sie verfolgen.

"Ich wollte nicht, dass sie mich als die sehen, die sie im Fernsehen sehen, und wie andere Leute Malala definieren würden", sagte sie der britischen Vogue. "Ich wollte einfach, dass sie mich wie jede andere Studentin ansehen."

Als die COVID-19-Pandemie die Bildungsstätten dazu zwang, den Unterricht zu unterbrechen und die Schüler*innen nach Hause schicken musste, zog Malala wieder bei ihrer Familie ein und beendete ihren Abschluss wie Millionen andere Studierende online

2. Sie macht sich Sorgen darüber, was nach dem Studium passiert

Nach ihrem Abschluss ging Malala ihre Optionen durch. Der Malala Fund, den sie 2014 gegründet hatte, würde weiter wachsen und sich für die Bildung von Mädchen einsetzen, indem er mit jungen Menschen und Organisationen auf der ganzen Welt zusammenarbeitet. Aber die erfahrene Aktivistin konnte nicht umhin, sich zu fragen, was sie tun würde, um ihr eigenes persönliches Wachstum zu fördern. COVID-19 hat zudem ihre Pläne, während eines Gap Years zu reisen, zum Stocken gebracht.

"Ich liege viel im Bett, scrolle durch mein privates Instagram und denke: 'Was mache ich nur?'" sagte Malala. "Ich hatte ein Jahr lang einen geheimen Twitter-Account... bevor ich mich offiziell anmeldete. Ich hatte etwa 4.000 Follower*innen oder so, also gar nicht mal so schlecht."

Die Pandemie verschaffte der jungen Frau jedoch eine dringend benötigte Auszeit und inspirierte sie zu ihrem nächsten Schritt.

3. Malala hat kürzlich ihre eigene Produktionsfirma gegründet

Im März verkündete Malala eine Partnerschaft zwischen Apple TV+ und ihrer Produktionsfirma Extracurricular, um verschiedene Filme mit Frauen und Kindern im Mittelpunkt zu produzieren. Inspiriert von ihrer Liebe zum Fernsehen und der Idee, ein Teil davon sein zu können, möchte sie jungen Mädchen zeigen, dass sie wirklich alles erreichen können.

"Ich möchte, dass diese Shows unterhaltsam sind und Sachen zeigen, die ich mir anschauen würde", erklärte sie in ihrem Interview. "Wenn ich nicht über sie lache oder sie genieße, werde ich sie auch nicht machen."

4. Malala ist ein großer Ted Lasso Fan

Neben dem Versuch, 84 Bücher in einem Jahr zu lesen und die Kochkünste ihrer Mutter zu genießen, hat Malala einen Großteil ihrer Zeit während des Lockdowns mit Fernsehen verbracht. Die Comedy-Serie Ted Lasso mit dem Schauspieler Jason Sudeikis in der Hauptrolle hat es ihr wie die bissige Zeichentrickserie Rick and Morty besonders angetan.

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5. Sie mag Twitter, weiß aber, dass Aktivismus über die sozialen Medien hinausgehen muss

Mit über 1,8 Millionen Twitter-Follower*innen kennt Malala die Macht der sozialen Medien, insbesondere wenn es darum geht, wichtige Botschaften zu verbreiten. Sie retweetet nicht nur die Arbeit des Malala Fund, sondern ruft auch Hilfsorganisationen und Staatsoberhäupter dazu auf, sich für die Förderung von Bildung für alle Mädchen und Jungen unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Wohnort einzusetzen.

Doch sie weiß auch, dass das Versenden von Tweets nur ein kleiner Teil des Aktivismus ist, und dass sich mehr Menschen dazu verpflichten müssen, auch offline aktiv zu werden.

"Im Moment haben wir Aktivismus mit Tweets assoziiert", sagte sie. "Das muss sich ändern, denn Twitter ist eine ganz andere Welt."

6. Sie hat Probleme mit der Zeiteinteilung

Malala war richtig begeistert, während ihres Studiums in Oxford Leute in ihrem Alter zu treffen und eine ganz normale Studentin zu sein. Dennoch hatte sie Schwierigkeiten, die Zeit mit ihren Freund*innen im Schlafsaal und in Pubs mit ihren akademischen Verpflichtungen zu vereinbaren. Jede Woche ertappte sich Malala dabei, wie sie einen Aufsatz in letzter Minute fertigstellen musste, aber sie würde wahrscheinlich nichts daran ändern. Bis sie es doch tat.

"Jedes Mal würde ich mich ärgern und fragen: 'Warum sitze ich hier um zwei Uhr morgens und schreibe diesen Aufsatz? Warum habe ich nicht vorher alles gelesen?'", sagte sie. "In Oxford heißt es, es gibt drei Aspekte – schlafen, sozialisieren und studieren – und man kann nicht alles haben. Ich habe mich für das soziale Leben entschieden."

7. Trotz des Attentats auf ihr Leben will Malala gerne nach Pakistan reisen

Einen College-Abschluss und zahlreiche Errungenschaften später ist Malala noch immer Pakistanin im Herzen. Auch Jahre, nachdem ihre Familie das Land verlassen hat, um sie vor den Morddrohungen zu schützen, wollte Malala immer wieder in ihr geliebtes Swat in Pakistan zurückkehren. Das wurde jedoch von den Behörden aufgrund von Sicherheitsbestimmungen abgelehnt.

Also reiste sie in andere Länder auf der ganzen Welt, um sich für Frauenrechte einzusetzen. "Ich habe immer auf den Bildschirm mit der Landkarte geschaut und mir vorgestellt, wie das Flugzeug in Pakistan landet", sagte Malala.

2018 erfüllte sie sich endlich ihren Wunsch und kehrte nach Pakistan zurück, um Familie und Freund*innen zu besuchen.

"Ich habe meinem Vater gesagt, dass wir nie den richtigen Zeitpunkt finden werden. Es wird immer irgendetwas passieren", erklärte sie. "Als das Flugzeug landete und wir die Luft von Pakistan einatmeten, fühlte es sich so surreal an. Ich konnte es einfach nicht glauben."

8. Sie ist Mentorin für andere junge Aktivist*innen

Mit nur 23 Jahren dient Malala als Inspiration für andere junge Aktivist*innen, die sich für eine bessere und gerechtere Zukunft einsetzen. Mit der/dem 21-jährigen X González, einer/einem Überlebenden der Schulschießerei an der Marjory Stoneman Douglas High School 2018 steht sie in Kontakt und gibt ihr/ihm Ratschläge. Im Februar des vergangenen Jahres besuchte die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg Malala in Oxford. Die beiden jungen Frauen machten ein gemeinsames Foto, auf das Menschen auf der ganzen Welt reagierten und ihre Begeisterung über die Freundschaft teilten.

9. Sie wird niemals aufhören, sich für die Bildung von Mädchen einzusetzen

Obwohl sie nicht weiß, was die Zukunft bringt, und sich nicht scheut, dies zuzugeben, ist sich Malala einer Sache sicher: Sie wird niemals aufhören, für einen gerechten Zugang zu Bildung für Mädchen zu kämpfen – überall und besonders in einkommensschwachen Ländern.

"Meine Arbeit ist mir wichtig und ich mache mir Sorgen darüber, wie lange es dauern wird, die Ziele zu erreichen, die wir uns gesetzt haben", sagte sie. "Die Leute sagen: 'Malala, mach dir keine Sorgen, das ist nicht deine Verantwortung, die Entscheidungsträger*innen sollten sich diese Sorgen machen!' Aber wenn ich die Möglichkeit habe, etwas zu tun, um das Bewusstsein weiter zu schärfen, dann sollte ich das auch tun."

Es ist beruhigend zu wissen, dass Malala mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat wie viele andere auch. Dennoch sollte ihr Engagement ein Vorbild für uns alle sein. Wir können unseren Teil dazu beitragen, dass alle Mädchen und Jungen weltweit Zugang zu hochwertiger Bildung erhalten. Wenn Malala das kann, können wir es auch.

Werde hier mit uns aktiv, um Jungen und Mädchen weltweit dabei zu helfen, wieder zu lernen. 

Global Citizen Life

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Ein Beitrag von Jaxx Artz