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Hunger & Ernährungssicherheit

Die, die am wenigsten für den Klimawandel können, trifft er am härtesten

Warum das wichtig ist
Der Klimawandel ist ein globales Problem. Steigende Temperaturen, extreme Wetterbedingungen und Wasserknappheit sind nur einige der Folgen. Unfairerweise trifft der Klimawandel die Menschen am härtesten, die den Klimawandel am wenigsten zu verschulden haben. Für eine gerechtere Welt müssen Politiker, Unternehmen und auch wir aktiv werden.

Angenommen, dieser Ausnahmesommer war gar keine Ausnahme, sondern ein Vorgeschmack auf den Klimawandel, dann können wir uns auf weitere warme Sommerabende und beeindruckende Sonnenuntergänge freuen. Naja, vielleicht müssen wir auch auch ein paar mehr Algen im See ertragen, einen Sonnenbrand auf der Nase verschmerzen und für Obst und Gemüse etwas tiefer in die Tasche greifen. Doch seien wir ehrlich: So richtig schlimm trifft es die meisten von uns sehr wahrscheinlich nicht.

Anders sieht es im globalen Süden aus. Dort, wo die Menschen am wenigsten zur Erderwärmung beitragen, schlägt der Klimawandel am härtesten zu.

Jedes Jahr vertreibt die steigende Hitze rund 25 Millionen Menschen aus ihrer Heimat. Jedes Jahr führen extreme Wetterbedingungen dazu, dass 26 Millionen Menschen in die extreme Armut rutschen – was bedeutet, dass sie von weniger als 1,90 US-Dollar (ca. 1,60 Euro) pro Tag leben müssen.

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Fakt ist: Der menschengemachte Klimawandel existiert und ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Doch was wird eigentlich getan, um den Klimawandel auszubremsen und denen zu helfen, die am meisten unter den Folgen der Klimaveränderungen leiden?

Ein kurzer Rückblick

Wir erinnern uns: 2015 vereinbarten die 196 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen auf der Klimakonferenz in Paris eine Begrenzung der menschengemachten globalen Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit. Der damaligen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks liefen Tränen über die Wangen. Die Politiker wirkten erschöpft und erleichtert. Denn nach zähen Verhandlungen waren sie endlich zu einer Einigung gekommen.

Bye, bye Klimaabkommen

Im Jahr 2017 verkündete Donald Trump dann: Die USA werden aus dem Klimaabkommen austreten. Ein herber Schlag für den weltweiten Klimaschutz. Doch auch andere Industriestaaten sind nicht konsequent genug in Sachen Klimaschutz – auch Deutschland und die EU hängen hinterher und werden die bis 2020 gesteckten Klimaziele wohl nicht erreichen.

Klimapolitik ist auch Entwicklungspolitik

Doch egal, ob die Zwischenziele erreicht werden oder nicht: Fest steht, dass sich der Klimawandel nicht mehr aufhalten lässt und die Menschen unterstützt werden müssen, die schon heute unter den Folgen leiden.

Dafür ist in Deutschland vor allem das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zuständig. 80 bis 90 Prozent der deutschen Mittel für internationale Klimafinanzierung stammen aus dem BMZ-Haushalt.

Das BMZ unterstützt Entwicklungsländer darin, sich an die neuen Situationen anzupassen – etwa durch Infrastruktur, die immer heftigeren Stürmen standhält. Oder Bewässerungs­systeme, mit denen Ernten auch lange Trockenzeiten überstehen.

Was kann ich fürs Klima tun?
Auf Ökostrom umsteigen
Lebensmittel, Kosmetik und Kleidung aus ökologischer Landwirtschaft kaufen
Klimafreundlich essen
Weniger fliegen

Migration und Klima

Der Anstieg der Meeresspiegel, steigende Temperaturen und die Versauerung der Ozeane wird viele Menschen dazu zwingen, ihr Zuhause zu verlassen. Besonders gefährdet sind etwa die Inselstaaten im Pazifik. Das BMZ fördert Pilotprojekte von kleinräumigen Umsiedlungen, in denen die Betroffenen mit in den Entscheidungsprozess eingebunden werden sollen.

Das Wasser wird knapp

In Bolivien und Somalia, in Spanien und Kalifornien: Wasserknappheit ist mittlerweile in vielen Ländern rund um die Welt spürbar.

Etwa vier Milliarden Menschen leiden für mindestens einen Monat im Jahr unter Wasserknappheit – und es könnten immer mehr werden. In einigen Entwicklungsländern bedroht die Wasserknappheit das Leben der Menschen akut, denn sie sind oft vom Grundwasser abhängig. Trockenheit, Unwetter und steigende Temperaturen erschweren die Arbeitsbedingungen auf den Feldern und führen zu Ernteverlusten von bis zu 90 Prozent, so das BMZ.

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Dass nach Jahren des Fortschritts nun wieder mehr Menschen auf der Welt hungern (derzeit mehr als 800 Millionen), ist auch dem Klimawandel geschuldet.

Die Uhr tickt

Auch wenn die Entwicklungszusammenarbeit unabdingbar ist, um die Menschen vor dem Klimawandel zu schützen, werden damit nur Symptome des Klimawandels behandelt. Mindestens genauso entscheidend ist ein schnellerer Ausbau von Erneuerbaren Energien, eine zukunftsfähige Verkehrswende und Fortschritte in Industrie und Landwirtschaft, damit der Klimawandel beschränkt wird. Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sind gefordert, gemeinsam aktiv zu werden. Nur dann kann es gelingen, unser Klima nachhaltig zu schützen.