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Umweltschutz

Ich bin dann mal weg: Wie man klimafreundlich reisen kann

Warum das wichtig ist
Immer mehr Menschen reisen. Das ist die gute und zugleich auch schlechte Nachricht. Reisen verändert zwar unsere Sicht auf die Welt, bringt uns andere Kulturen näher, lehrt uns Geschichte und gibt uns Selbstvertrauen. Doch Flugreisen in ferne Länder bedeuten auch eine irre Belastung für unsere Umwelt. Was muss man also wissen, bevor man das nächste Mal ins Flugzeug steigt? Und wie gelingt nachhaltiges Reisen? Hier gibt’s die Tipps.

Man kann sagen: Die Welt ist im Reisefieber. Allein im vergangenen Jahr wurden weltweit mehr als 1,3 Milliarden internationale Ankünfte von Touristen verzeichnet – rund sieben Prozent mehr als 2016. Auch für dieses Jahr wird geschätzt, dass die Flugreisen noch einmal deutlich zunehmen.

Seit Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler mit der Frage: Wie viel Kohlenstoffdioxid (CO2) verträgt die Erde? Und welchen Einfluss hat unser Reiseverhalten dabei?

Allgemein gilt: Um Klima und Umwelt zu schützen, dürfe ein Richtwert von 2,3 Tonnen CO2 pro Kopf nicht überschritten werden. Derzeit verursacht jeder Deutsche im Jahr allerdings rund das fünffache, nämlich 11,5 Tonnen CO2.

Die drei größten Baustellen sind: Konsum (30 Prozent), Wohnen und Heizen (25 Prozent) und Mobilität (23 Prozent).

Das bedeutet: Rund ein Viertel unseres CO2-Verbrauchs macht unsere Fortbewegung aus – vor allem Autos, die zu viel Benzin verbrauchen, und Flugreisen. Deshalb ist die Frage, wie man klimaschonender Verreisen kann, so wichtig.

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Um kurz die Dimensionen zu verdeutlichen – ein Flug von Berlin nach Rom: 873 Kilogramm CO2. Ein Flug von Hamburg nach New York: 4521 Kilo. Macht zusammen über 5,3 Tonnen CO2.

Und damit hätten wir unser Soll schon um mehr als das Doppelte überschritten. Dies verdeutlicht einmal mehr, welch großen Einfluß unser Flugverhalten auf das Klima hat.

Also heißt die goldene Regel Nummer eins: weniger Fliegen.

Dass man mit dem Auto zwar nicht über den Atlantik kommt, ist natürlich klar. Doch insbesondere bei Flügen innerhalb Europas sollte man sich die Frage stellen: Geht’s nicht auch mit Bahn oder Bus?

Und innerhalb Deutschlands sollte man erst gar nicht ans Fliegen denken, wie der CO2 Vergleich zeigt:

Wer die Strecke Berlin - München fliegt, erzeugt pro Kopf rund 310kg CO2. Mit der Bahn sind es gerade mal 45kg. Auch die beliebte Strecke Düsseldorf - Hamburg sieht ähnlich aus: der Flug pustet 190kg pro Person in die Luft, die Bahn nur 37kg.  

Wie CO2-Kompensation funktioniert

Doch was machen, wenn der wohlverdiente Urlaub vor der Tür steht und man einen Flug in die Sonne buchen möchte?  Man kann sein Gewissen beruhigen und etwas tun, das tatsächlich nützt. Denn verschiedene Seiten bieten CO2-Kompensationen an.

Dabei wird berechnet, welche Menge CO2-Emissionen durch den Flug freigesetzt wird und das Ergebnis dazu genutzt, sogenannte Ausgleichszertifikate zu kaufen, die belegen, dass durch Klimaschutzprojekte die gleiche Menge CO2 gebunden wurde. Diese CO2-Kompensation gleicht die eigenen Emissionen aus. Auch Spenden für neu gepflanzte Bäume, etwa über Primaklima, sind eine Option. Dabei muss aber auch klar sein, dass jede nicht erzeugte Tonne CO2 natürlich die beste Option ist.

Nachhaltiger Tourismus ist auch ein Thema für die Entwicklungspolitik

Der Tourismussektor isr einer der am schnellsten wachsenden und gleichzeitig einer der bedeutendsten Wirtschaftszweige – auch für Entwicklungsländer. Jeder zehnte Angestellte weltweit hat einen Job, der im direkten Zusammenhang mit Tourismus steht.

Deshalb sind nicht nur wir als Reisende in der Verantwortung, sondern auch die (Entwicklungs-)Politik kann etwas tun.

Tourismus bietet Schwellen- und Entwicklungsländern große Chancen, Infrastruktur aufzubauen, Arbeitsplätze und somit Einkommen zu schaffen, die lokalen Wirtschaftskreisläufe zu fördern und so auch die Armut der Bevölkerung zu reduzieren. Das hat auch das Bundesministerium für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bereits erkannt: In knapp 30 Entwicklungsländern unterstützt das BMZ deshalb einen nachhaltigen Tourismussektor.

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In Marokko fördert das BMZ etwa die touristische Erschließung des Atlas-Gebirges, wo es an Jobs mangelt. Im Chobe-Nationalpark in Botswana – wo eine der größten Elefantenpopulationen der Welt lebt – bildet die deutsche Entwicklungszusammenarbeit Ranger im Kampf gegen Wilderei aus und bezieht dabei die lokale Bevölkerung mit ein.

Das zeigt: Wir alle müssen an einem Strang ziehen, damit ein nachhaltiger Tourismus möglich wird, der die Bevölkerungen in Entwicklungsländern stärkt und das Klima schont.